Früherer Einsatz von SGLT-2-Hemmern könnte 17.000 Todesfälle verhindern, heißt es in NICE-Leitlinie

Neue Leitlinien von NICE empfehlen, SGLT-2-Hemmer bei Typ-2-Diabetes früher einzusetzen – häufig von Beginn an zusammen mit metformin. Laut NICE könnten dadurch innerhalb von drei Jahren rund 17.000 Todesfälle verhindert und durch generisches dapagliflozin Einsparungen von £560 Millionen für den NHS erzielt werden.

Das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hat eine endgültige Leitlinie veröffentlicht, die empfiehlt, vielen Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes SGLT-2-Hemmer früher im Therapieverlauf anzubieten – zusammen mit personalisierten Behandlungsplänen. Laut einer Analyse von NICE könnten die aktualisierten Empfehlungen in den nächsten Jahren Tausende Todesfälle verhindern, den Schutz von Herz und Nieren verbessern und durch den Einsatz von Generika Einsparungen für den NHS ermöglichen.

Analysen zufolge könnte der frühere Einsatz von SGLT-2-Arzneimitteln im Behandlungspfad sowie die Einführung von GLP-1-Rezeptoragonisten und tirzepatide für manche Menschen über einen Zeitraum von drei Jahren im Vereinigten Königreich rund 17.000 Todesfälle verhindern, indem das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenprobleme gesenkt wird.

SGLT-2-Hemmer helfen den Nieren, überschüssigen Zucker aus dem Körper auszuscheiden. Studien deuten darauf hin, dass sie zudem Herz und Nieren schützen – was wichtig ist, da Herzerkrankungen die häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sind.

Einer der am häufigsten verordneten SGLT-2-Hemmer, dapagliflozin, ist inzwischen als generisches Äquivalent verfügbar. Dadurch könnten sich in den Jahren 2025/26 und 2026/27 insgesamt Einsparungen von £560 Millionen ergeben. Das Geld könnte in andere Bereiche der Diabetesversorgung oder in andere Teile des NHS reinvestiert werden.

In der Regel beginnen neu diagnostizierte Diabetes-Patientinnen und -Patienten zunächst mit einem Arzneimittel namens metformin. Die neue NICE-Leitlinie empfiehlt nun, dass den meisten Menschen metformin zusammen mit einem SGLT-2-Hemmer von Beginn der Behandlung an angeboten werden sollte. Dieses Vorgehen sollte je nach individueller Situation und Präferenzen personalisiert werden. Menschen mit Adipositas erhalten beispielsweise spezifische Empfehlungen, die ihren Bedürfnissen Rechnung tragen, und Personen über 40 könnten davon profitieren, eine weitere Arzneimittelklasse hinzuzufügen, einen sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten, wie etwa tirzepatide.

NICE analysierte anonymisierte Datensätze von fast 590.000 Personen und stellte fest, dass SGLT-2-Hemmer nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen verordnet werden, wobei es insbesondere bei Frauen, älteren Menschen und Schwarzen Menschen zu einer deutlichen Unterverordnung kommt. Die neue Leitlinie adressiert diese Ungleichheit direkt, indem sie Schritte empfiehlt, die sicherstellen sollen, dass alle geeigneten Patientinnen und Patienten Zugang zu SGLT-2-Hemmern erhalten, und damit eine gerechtere Behandlung für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes unterstützt.

Der kommissarische Direktor des NICE-Zentrums für Leitlinien sagte, das unabhängige Komitee habe die Evidenz einer strengen Prüfung unterzogen und sei zu dem Schluss gekommen, dass durch ein früheres Angebot bestimmter Arzneimittel Tausende Herzinfarkte, Schlaganfälle und Fälle von Nierenversagen verhindert werden könnten. Dies halte Menschen länger gesund und senke zugleich den Druck auf NHS-Dienste. Ziel der Leitlinie sei es, einen fairen Zugang zu den bestmöglichen verfügbaren Behandlungen für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes sicherzustellen und gleichzeitig Hunderte Millionen Pfund freizusetzen, die andernorts in der NHS-Versorgung reinvestiert werden könnten.

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References

  1. Cheap drug could protect heartburn sufferers from deadly cancer - DailyMail.com · dailymail.co.uk
  2. Earlier SGLT-2 inhibitors for type 2 diabetes could cut deaths, says NICE - Government · openaccessgovernment.org
  3. NHS backs new diabetes drugs to cut early deaths by 17,000 - The Times · thetimes.com