Meta-Analyse: Nur sechs Nebenwirkungen sind kausal mit Statinen verknüpft

Eine große Meta-Analyse von 19 randomisierten Studien mit 123.940 Teilnehmenden ergab, dass nur sechs Nebenwirkungen kausal auf Statine zurückzuführen sind. Neben Rhabdomyolyse und neu auftretendem Diabetes waren lediglich erhöhte Leberwerte, weitere Auffälligkeiten der Leberfunktion, Veränderungen der Urinzusammensetzung und Ödeme statistisch signifikant.

Eine im Februar 2026 in The Lancet veröffentlichte Meta-Analyse kam zu dem Ergebnis, dass nur sechs häufig berichtete Nebenwirkungen tatsächlich durch Statine verursacht werden, obwohl die Produktkennzeichnungen mehr als 60 mit den Arzneimitteln assoziierte Nebenwirkungen aufführen. Die Analyse, durchgeführt von der Cholesterol Treatment Trialists' (CTT) Collaboration, bündelte Daten aus 19 doppelblinden randomisierten kontrollierten Studien, die Statine (atorvastatin, fluvastatin, pravastatin, rosuvastatin und simvastatin) mit Placebo verglichen, und umfasste 123.940 Teilnehmende mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren.

Abgesehen von Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) und neu auftretendem Diabetes, die bereits in früheren Analysen belegt worden waren, waren nur vier zusätzliche Nebenwirkungen statistisch signifikant: abnorme Leber-Transaminasen, weitere Auffälligkeiten bei Leberfunktionstests, Veränderungen der Urinzusammensetzung und Ödeme, mit Rate Ratios von 1,41, 1,26, 1,18 beziehungsweise 1,07. Die Analyse von vier Studien zu intensiveren gegenüber weniger intensiven Statinregimen zeigte signifikante Überschüsse für abnorme Leber-Transaminasen und weitere Auffälligkeiten bei Leberfunktionstests, jedoch fand sich kein signifikanter Überschuss für Veränderungen der Urinzusammensetzung oder Ödeme.

Im Laufe der Jahre haben Statinanwenderinnen und -anwender eine Reihe von Nebenwirkungen berichtet, darunter erektile Dysfunktion, verschwommenes Sehen, Schlafstörungen, Schwindel und Halsschmerzen. Die Analyse der CTT fand keine eindeutigen Hinweise darauf, dass Statine für eines dieser Symptome verantwortlich waren.

Alle in die Analyse eingeschlossenen Studien waren von der Industrie finanziert, und die Daten sind nur Personen innerhalb der CTT zugänglich, was bei einigen Forschenden Fragen zur Validität der Schlussfolgerungen aufwirft. Eine Kardiologin berichtet, sie habe erstmals vor fast 15 Jahren Zugang zu den Daten beantragt, nachdem der leitende CTT-Forscher frühere Ergebnisse auf dem Kongress der European Society of Cardiology 2012 vorgestellt hatte.

Eine separate retrospektive Kohortenstudie unter Verwendung von Daten der Korean National Health Insurance Service–Senior cohort untersuchte 125.926 Erwachsene im Alter von 60 Jahren oder älter mit einem Fatty Liver Index von 30 oder höher, die von 2011 bis 2019 beobachtet wurden. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9 Jahren traten 3.445 leberbezogene Ereignisse über 1.054.343 Personenjahre auf. Die Einnahme von Statinen war mit einer dosisabhängigen Reduktion des Risikos leberbezogener Ereignisse assoziiert. Im Vergleich zu Nichtanwenderinnen und -anwendern hatten Teilnehmende mit einer kumulativen definierten Tagesdosis von 365 oder höher das geringste Risiko für leberbezogene Ereignisse insgesamt (Subdistribution Hazard Ratio 0,69; 95%-KI 0,61–0,78), primären Leberkrebs (Subdistribution Hazard Ratio 0,63; 95%-KI 0,52–0,76) und Leberzirrhose (Subdistribution Hazard Ratio 0,66; 95%-KI 0,57–0,77). Statine mit moderater bis hoher Intensität boten einen stärkeren Schutz als niedrig dosierte Statine.

Statine gehören in den USA zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln. Viele Kardiologinnen und Kardiologen betrachten sie als lebensrettende Therapien, die durch Senkung des Cholesterins das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall reduzieren. Während Ärztinnen/Ärzte und Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler weitgehend übereinstimmen, dass Statine für Personen mit zugrunde liegenden kardiovaskulären Risiken vorteilhaft sind, bleibt ihre Rolle als präventive Behandlung bei Menschen mit geringerem Risiko umstritten.

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References

  1. Statin use and the risk of liver-related events in older adults with steatotic liver disease · nature.com
  2. Major Statin Meta-Analysis Finds Fewer Side Effects, But Transparency Questions Remain · medshadow.org
  3. Meta-Analysis Identifies Few Adverse Events Attributed to Statin Use · thecardiologyadvisor.com