Intervallfasten: Cochrane-Review findet keinen Vorteil beim Abnehmen, Studie zeigt psychologische Vorteile

Ein Cochrane-Review ergab, dass Intervallfasten beim Gewichtsverlust nicht besser abschneidet als herkömmliche Ernährungsempfehlungen. Eine separate Studie zeigte, dass es mit Kalorienrestriktion gleichzieht, sich aber weniger restriktiv anfühlt. Experten empfehlen angesichts der begrenzten Evidenz eine Einzelfallentscheidung.

Neue Forschungsergebnisse liefern widersprüchliche Belege zum Intervallfasten zur Gewichtsreduktion. Ein Cochrane-Review mit 22 randomisierten klinischen Studien und 1.995 Erwachsenen ergab, dass Intervallfasten im Vergleich zu herkömmlichen Ernährungsempfehlungen oder keiner strukturierten Intervention keinen klinisch bedeutsamen Unterschied beim Gewichtsverlust erzielte. Im Gegensatz dazu zeigte eine 18-monatige Studie der Adelaide University, dass Intervallfasten zu einem ähnlichen Gewichtsverlust führte wie eine kontinuierliche Kalorienrestriktion, dabei aber psychologisch weniger belastend wirkte.

Der Cochrane-Review, veröffentlicht in der Cochrane Database of Systematic Reviews, untersuchte Studien aus Nordamerika, Europa, China, Australien und Südamerika. Die Studien testeten Alternate-Day-Fasting, periodisches Fasten und zeitbegrenztes Essen, wobei die meisten Teilnehmer bis zu einem Jahr nachbeobachtet wurden. Im Vergleich zu herkömmlichen Ernährungsempfehlungen oder keiner Intervention schnitten die Fastenpläne nicht besser ab als traditionellere Vorgaben oder bewusstes Nichttun. Die Forscher merkten an, dass Nebenwirkungen in den Studien nicht einheitlich erfasst wurden, was eine vollständige Bewertung möglicher Risiken erschwert. Da nur 22 Studien vorliegen, viele davon klein und uneinheitlich in ihrer Berichterstattung, bleibt die Evidenzbasis insgesamt begrenzt.

Nur wenige Studien haben untersucht, wie gut Intervallfasten über längere Zeiträume funktioniert. Der Erstautor des Reviews sagte, Intervallfasten scheine für übergewichtige oder fettleibige Erwachsene, die abnehmen wollen, einfach nicht zu wirken, und warnte, dass die Begeisterung im Internet den Daten vorauseilen könnte: „Intervallfasten mag für manche Menschen eine vernünftige Option sein, aber die derzeitige Evidenz rechtfertigt nicht die Begeisterung, die wir in den sozialen Medien sehen.“ Die Autoren betonten, dass die meisten Studien überwiegend weiße Teilnehmer aus Ländern mit hohem Einkommen einschlossen, und da Adipositas in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen rasch zunimmt, sei dort mehr Forschung erforderlich. Die Ergebnisse lassen sich möglicherweise nicht gleichermaßen auf alle übertragen; die Ergebnisse könnten je nach Geschlecht, Alter, ethnischem Hintergrund, Vorerkrankungen oder bestehenden Essstörungen unterschiedlich ausfallen. „Ärzte werden bei der Beratung übergewichtiger Erwachsener zur Gewichtsabnahme einen Einzelfallansatz wählen müssen“, sagte der leitende Autor der Cochrane Evidence Synthesis Unit Iberoamerica.

Adipositas bleibt ein großes Public-Health-Problem und gehört in Ländern mit hohem Einkommen zu den häufigsten Todesursachen. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass sich die Adipositasraten bei Erwachsenen seit 1975 weltweit mehr als verdreifacht haben; 2022 waren etwa 2,5 Milliarden Erwachsene übergewichtig, darunter 890 Millionen mit Adipositas.

Eine separate Studie bietet eine differenziertere Sicht. Die an der Adelaide University durchgeführte und in Clinical Nutrition veröffentlichte Studie umfasste mehr als 200 Menschen mit Adipositas, die in drei Gruppen eingeteilt wurden: Intervallfasten, kontinuierliche Kalorienrestriktion oder Standardversorgung. Teilnehmer der Intervallfasten-Gruppe aßen an drei nicht aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche zwischen 8 und 12 Uhr 30 % ihres Energiebedarfs, gefolgt von einem 20-stündigen Fasten; an Fastentagen aßen sie ihre gewohnte Ernährung. Die Gruppe mit Kalorienrestriktion aß 70 % ihrer üblichen Ernährung, während die Standardversorgungsgruppe gesunde Ernährungsrichtlinien erhielt.

Nach sechs Monaten hatten Menschen sowohl in der Intervallfasten- als auch in der Kalorienrestriktionsgruppe etwa sieben Kilogramm abgenommen, verglichen mit etwa zwei Kilogramm in der Standarddiätgruppe. Die Teilnehmer berichteten auch über Verbesserungen bei Depressionen und Wohlbefinden, einschließlich an Fastentagen. Das psychologische Erleben unterschied sich jedoch: Die Teilnehmer der Kalorienrestriktionsgruppe gaben an, sich bewusst darauf konzentrieren zu müssen, wie viel sie aßen und Überessen zu vermeiden, und dieses gesteigerte Kontrollgefühl erklärte 15 % ihres Gewichtsverlusts. Intervallfasten-Teilnehmer hatten nicht das Gefühl, größere Änderungen an ihrem Essverhalten vornehmen zu müssen, um Gewicht zu verlieren.

Eine Professorin an der Adelaide Medical School und dem South Australian Health and Medical Research Institute sagte, die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Intervallfasten einen alternativen Weg für Menschen bieten könnte, die herkömmliche Diäten als herausfordernd empfinden. „Psychologische und verhaltensbezogene Effekte haben einen großen Einfluss auf die Fähigkeit von Menschen, Diäten einzuhalten“, sagte sie. Die Forscher merkten an, dass Intervallfasten zwar an Popularität gewonnen habe, seine langfristigen psychologischen und verhaltensbezogenen Effekte aber im Vergleich zu traditionelleren Diätmethoden noch immer nicht gut verstanden seien. Künftige Studien sollten darauf ausgelegt sein, Personen zu identifizieren, die Schwierigkeiten haben, ihr Essverhalten zu verbessern, da diese möglicherweise besser mit Intervallfasten-Diäten zurechtkommen, was eine personalisiertere Gewichtskontrolle ermöglicht.

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References

  1. Oral Weight Loss Pill Helps Patients Lose up to 12% of Body Weight - SciTechDaily · scitechdaily.com
  2. Scientists Say Intermittent Fasting Could Make Weight Loss Easier - SciTechDaily · scitechdaily.com
  3. Intermittent fasting fails to beat standard dieting for weight loss - ScienceDaily · sciencedaily.com