Eli Lilly baut Pipeline mit Orna-Übernahme für 2,4 Mrd. US-Dollar aus und treibt KI-gestützte Wirkstoffentwicklung voran

Eli Lilly übernimmt Orna Therapeutics für 2,4 Milliarden US-Dollar in bar und stärkt damit seine Pipeline, unter anderem im Bereich in vivo Gentherapie für Autoimmunerkrankungen. Parallel treibt der Konzern Partnerschaften und den Ausbau einer KI-Infrastruktur voran – inklusive des größten KI-Supercomputers der Branche –, um die Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen und die Erfolgsquoten klinischer Studien zu verbessern.

Eli Lilly stimmte am 9. Februar zu, das im Großraum Boston ansässige Biotech-Unternehmen Orna Therapeutics für 2,4 Milliarden US-Dollar in bar zu übernehmen. Orna entwickelt innovative Arzneimittel auf Basis von zirkulärer RNA, die die Gene und/oder Zellen eines Patienten beeinflussen können, um Krankheiten zu bekämpfen – insbesondere Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis.

Orna entwickelt eine Therapie mit dem Arbeitsnamen ORN-252, die es dem Körper des Patienten ermöglicht, die zur Krankheitsbekämpfung nötigen Veränderungen selbst zu erzeugen, statt diese im Labor zu modifizieren. Dabei handelt es sich um eine in vivo chimäre Antigenrezeptor-T-Zell-Technologie, und obwohl sie sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet, wirkt die Therapie sehr vielversprechend. Laut Lillys Mitteilung zur Übernahme ist ORN-252 „clinical trial-ready“, was bedeutet, dass es bis zu kommerziellen Verkäufen dennoch noch mehrere Jahre dauern könnte.

Nur einen Tag vor der Orna-Ankündigung teilte das Unternehmen mit, dass es 350 Millionen US-Dollar vorab zahlt, um mit einem chinesischen Biotechnologieunternehmen an der Entwicklung von Behandlungen für Immunerkrankungen und Krebs zu kooperieren. Im Januar kündigte es zudem einen weiteren Deal im Umfang von einer Milliarde US-Dollar mit einem deutschen Unternehmen zur Entwicklung von Gentherapien gegen Hörverlust an.

Laut dem Chief Scientific and Medical Officer des Unternehmens: „Wir [Eli Lilly] haben 2025 bei nahezu allen wichtigen F&E-Schlüsselereignissen positive Ergebnisse erzielt – eine in dieser Branche seltene Ergebnisserie.“ Der Großteil dieser Ergebnisse betraf das Gewichtsmanagement oder Diabetes. Eli Lillys retatrutide, ein Anti-Adipositas-Medikament der nächsten Generation, schnitt in einer Phase-3-Studie gut ab; ebenso orforglipron, ein oraler GLP-1-Agonist, der rasch auf eine Zulassung zusteuert.

Eli Lilly machte jedoch auch in anderen Bereichen solide klinische Fortschritte. So überzeugte beispielsweise das Krebsmedikament des Unternehmens, Jaypirca, in einer Phase-3-Studie und ist auf gutem Weg, Indikationserweiterungen zu erhalten. 2025 berichtete Eli Lilly außerdem, dass sein Medikament gegen die Alzheimer-Krankheit, Kisunla, in einer Langzeitstudie dazu beiträgt, den kognitiven Abbau zu verlangsamen.

Eli Lilly möchte seine Erfolgsquote in klinischen Studien weiter erhöhen. Deshalb investiert der Arzneimittelhersteller in künstliche Intelligenz (KI), unter anderem durch den Aufbau dessen, was zur größten KI-Supercomputer-Infrastruktur der Branche werden soll, neben weiteren Initiativen. Eli Lilly hofft, KI nutzen zu können, um die Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen. Die U.S. Food and Drug Administration kündigte im vergangenen Jahr an, Tiermodelle schrittweise zugunsten anderer Methoden – darunter KI-basierte Modelle – zurückzufahren.

Laut einigen Daten liegt die Erfolgsquote für Phase-2-Studien nur bei etwa 50% und steigt in Phase 3 auf 59%. Die Schätzungen variieren, und diese Raten sind zudem nicht über verschiedene Therapiegebiete hinweg einheitlich. Der grundlegende Punkt ist jedoch: Ein überraschend hoher Anteil an Arzneimitteln – selbst jene, die es bis in späte Studienphasen schaffen – kommt am Ende nicht auf den Markt.

Im vergangenen Jahr wurde Lillys Arzneimittel – tirzepatide, das sowohl Typ-2-Diabetes als auch Adipositas behandelt – zum meistverkauften Medikament der Welt. Damit stieß es Keytruda, die von Merck hergestellte Krebsimmuntherapie, vom Thron. Tirzepatide wird zur Behandlung von Typ-2-Diabetes als Mounjaro und zur Gewichtsreduktion als Zepbound verkauft. Die Umsätze mit tirzepatide haben die Eli-Lilly-Aktie in den vergangenen fünf Jahren um 400% nach oben getrieben.

Ein Arzneimittelpatent läuft typischerweise 20 Jahre, doch weil die Arzneimittelentwicklung so lange dauert (häufig mehr als 10 Jahre), ist ein großer Teil der Patentlaufzeit bereits aufgebraucht, bevor das Medikament auf den Markt kommt. Daher beträgt die effektive Marktexklusivität oft nur 10 bis 12 Jahre.

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References

  1. Eli Lilly Just Delivered Great News for Investors -- and It Goes Beyond Weight-Loss Drugs · finance.yahoo.com
  2. Artificial Intelligence at Allianz Two Use Cases - Emerj · emerj.com
  3. What Is One of the Best Pharmaceutical Stocks to Own for the Next 10 Years? · www.theglobeandmail.com
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