GSKs Bepirovirsen erreicht 19% funktionelle Heilungsrate in Phase-III-Studien gegen Hepatitis B

Die Phase-III-B-Well-Studien von GSK zeigen, dass Bepirovirsen bei chronischer Hepatitis B eine funktionelle Heilungsrate von 19% erreicht – bei Patienten mit geringerer Virusaktivität steigt die Rate auf 26%, gegenüber 0% unter Placebo. Regulatorische Entscheidungen werden im dritten Quartal 2026 erwartet.

GSK plc hat positive Phase-III-Studienergebnisse für Bepirovirsen bekannt gegeben, einen investigativen Antisense-Oligonukleotid-Wirkstoff zur Behandlung der chronischen Hepatitis B (CHB). Gepoolte Daten der Phase-III-Studien B-Well 1 und B-Well 2 zeigten, dass 19% der mit Bepirovirsen behandelten Patienten eine funktionelle Heilung erreichten, verglichen mit 0% in der Placebogruppe.

Bei Patienten mit geringerer Ausgangsvirusaktivität, definiert als Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg)-Spiegel von 1000 IU/ml oder weniger, stieg die funktionelle Heilungsrate auf 26%, ebenfalls gegenüber 0% unter Placebo. Diese Subgruppe umfasst weltweit etwa 45% der diagnostizierten CHB-Fälle. Die Ergebnisse wurden zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht und auf dem Kongress der European Association for the Study of the Liver (EASL) vorgestellt.

Eine funktionelle Heilung liegt vor, wenn Hepatitis-B-Virus-DNA und HBsAg im Blut mindestens sechs Monate nach Beendigung der gesamten Behandlung nicht mehr nachweisbar sind – ein Zeichen dafür, dass die Krankheit ohne Medikamente vom Immunsystem kontrolliert wird. Ein Verlust des HBsAg ist mit einer 89%igen Risikoreduktion für Leberkrebs und einer 62%igen Risikoreduktion für die Gesamtmortalität verbunden.

In einer explorativen Analyse erreichten 49% der Bepirovirsen-Empfänger ein Jahr nach Behandlungsende einen quantitativen Hepatitis-B-Oberflächenantigen-Spiegel von ≤100 IU/ml. Zudem erzielten 23% aller mit Bepirovirsen behandelten Patienten 72 Wochen nach Therapieende eine anhaltende Virussuppression (HBV-DNA unterhalb der unteren Bestimmungsgrenze), verglichen mit keinem in der Placebogruppe. Bei Patienten mit einem Ausgangs-HBsAg ≤1000 IU/ml lag die Rate der anhaltenden Virussuppression bei 31%.

An den Studien nahmen mehr als 1.800 Teilnehmer aus 29 Ländern teil. Das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil entsprach dem früherer Studien; die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Erytheme an der Injektionsstelle, lokale Schmerzen und vorübergehende Erhöhungen der Leberenzymwerte.

Die derzeitigen Standardtherapien für CHB – Nukleos(t)id-Analoga – erfordern in der Regel eine lebenslange Behandlung und erzielen funktionelle Heilungsraten von weniger als 1% der Patienten. CHB betrifft weltweit mehr als 250 Millionen Menschen und ist für etwa 56% der Leberkrebsfälle weltweit verantwortlich.

Bepirovirsen wird derzeit von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) vorrangig geprüft und befindet sich zudem in Europa, Japan und China in der regulatorischen Prüfung. GSK erwartet die ersten regulatorischen Entscheidungen im dritten Quartal 2026. Im Falle einer Zulassung könnte Bepirovirsen die erste begrenzte, sechsmonatige Therapieoption für CHB werden und als Grundlage für künftige sequenzielle Behandlungsstrategien dienen. GSK hat Bepirovirsen von Ionis lizenziert und mit diesem Unternehmen bei der Entwicklung zusammengearbeitet.

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References

  1. GSK Says Bepirovirsen Achieves Phase III Functional Cure Goal In Chronic Hepatitis B · rttnews.com
  2. Bepirovirsen lifts functional cure rates in hepatitis B for GSK (NYSE - Stock Titan · stocktitan.net
  3. GSK Announces Positive Results from B-Well 1 and B-Well 2 Phase III trials for Bepirovirsen, a Potential First-in-Class Treatment for Chronic Hepatitis B · drugs.com