Europäische Kommission erweitert Zulassung von Pfizer's Hympavzi für Hämophilie-Patienten mit Inhibitoren
Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Hympavzi auf Patienten ab 12 Jahren mit Hämophilie A oder B mit Inhibitoren erweitert. Phase-3-Daten aus BASIS zeigten im Vergleich zur bedarfsorientierten Therapie eine Reduktion der mittleren behandelten annualisierten Blutungsrate um 93 %.
Die Europäische Kommission hat die Genehmigung für das Inverkehrbringen erweitert, um die zugelassene Indikation von Hympavzi (marstacimab) auf Patienten ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 35 kg mit Hämophilie A mit FVIII-Inhibitoren oder Hämophilie B mit FIX-Inhibitoren auszuweiten. Diese Genehmigung für das Inverkehrbringen gilt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Hympavzi ist in der EU für Menschen mit Hämophilie A oder B mit oder ohne Inhibitoren zugelassen.
Inhibitoren schränken die Behandlungsoptionen für Menschen mit Hämophilie ein und sind mit einem erhöhten Risiko für unkontrollierte Blutungen verbunden. Von den weltweit mehr als 800.000 Menschen mit Hämophilie A oder Hämophilie B entwickelten etwa 20 % der Menschen mit Hämophilie A bzw. 3 % der Menschen mit Hämophilie B Inhibitoren gegen FVIII bzw. FIX, sodass diese Therapien Blutungsepisoden nicht länger verhindern oder stoppen, insbesondere bei Personen, die refraktär gegenüber einer Immuntoleranz-Induktionstherapie sind.
Diese Indikationserweiterung basiert auf Ergebnissen der Phase-3-Studie BASIS (NCT03938792), in der Wirksamkeit und Sicherheit von Hympavzi bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerer Hämophilie A oder mittelschwerer bis schwerer Hämophilie B mit Inhibitoren untersucht wurden. In der aktiven Behandlungsphase der Studie führte die Behandlung mit Hympavzi zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Reduktion der mittleren behandelten annualisierten Blutungsrate (ABR) um 93 % (1,39 [95%-KI: 0,85-2,29] vs. 19,78 [95%-KI: 16,12-24,27]; p<0,0001) und zeigte damit eine Überlegenheit gegenüber einer bedarfsorientierten Therapie.
Die Überlegenheit (p≤0,0001) von Hympavzi wurde auch über alle gemessenen blutungsbezogenen sekundären Endpunkte hinweg nachgewiesen – spontane Blutungen, Gelenkblutungen, Blutungen in Zielgelenken sowie alle behandelten und unbehandelten Blutungen. In einer Interimsanalyse der offenen Verlängerungsstudie, in der Patienten bis zu weitere 41 Monate, insgesamt 53 Monate, mit Hympavzi behandelt wurden, blieben die mittlere (1,19 [95%-KI: 0,72-1,95]) und die mediane (0,00 [95%-KI: 0,00-1,18]) behandelte ABR niedrig.
Das Sicherheitsprofil von Hympavzi entsprach den Ergebnissen aus Phase 1/2, und die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse in der Studie waren Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Pruritus, Hypertonie und Ausschlag. Das schwerwiegendste unerwünschte Ereignis, das in den klinischen Studien mit Hympavzi berichtet wurde, war Thrombose.
Unabhängig davon nahm die U.S. Food and Drug Administration einen ergänzenden Biologics License Application für Hympavzi an und gewährte ihm eine Priority Review, um die zugelassene Indikation auf die Behandlung von Hämophilie-A- oder -B-Patienten ab 6 Jahren mit Inhibitoren sowie auf pädiatrische Patienten im Alter von 6 bis 11 Jahren mit Hämophilie A oder B ohne Inhibitoren auszuweiten. In den Vereinigten Staaten ist Hympavzi derzeit zur Routineprophylaxe zugelassen, um die Häufigkeit von Blutungsepisoden bei erwachsenen und päiatrischen Patienten ab 12 Jahren mit Hämophilie A ohne Faktor-VIII-Inhibitoren oder Hämophilie B ohne Faktor-IX-Inhibitoren zu verhindern oder zu verringern.