Phase-IIb-Studie zeigt Wirksamkeit von Niedrigdosis-IL-2 bei SLE
Eine Phase-IIb-Studie hat gezeigt, dass eine Niedrigdosis-IL-2-Therapie dosisabhängige Verbesserungen bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) erzielte, wobei 69,7 % der Patienten in der höchsten Dosierungsgruppe ein SRI-4-Ansprechen erreichten, verglichen mit 23,5 % in der Placebogruppe. Ein separates systematisches Review ergab, dass IL-17-Inhibitoren weiterhin potenzielle Behandlungsoptionen für SLE darstellen, wobei die Datenlage zur Wirksamkeit jedoch begrenzt ist.
In einer multizentrischen, doppelblinden Phase-IIb-Studie zeigte Niedrigdosis-Interleukin-2 (IL-2) eine dosisabhängige Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil bei Patienten mit aktivem systemischem Lupus erythematodes (SLE). Die Studie randomisierte 152 Patienten auf subkutanes IL-2 in drei verschiedenen Dosierungen oder Placebo und ergab, dass die SRI-4-Ansprechraten nach 12 Wochen in allen IL-2-Gruppen signifikant höher waren als in der Placebogruppe.
Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1:1:1 randomisiert und erhielten über einen Zeitraum von 12 Wochen jeden zweiten Tag subkutanes IL-2 in einer Dosis von 0,2, 0,5 oder 1,0 Mio. IE bzw. Placebo, gefolgt von einer wöchentlichen Dosierung über weitere 12 Wochen. Nach 12 Wochen betrug die SRI-4-Ansprechrate 69,7 % in der Gruppe mit 1,0 Mio. IE, 64,7 % in der Gruppe mit 0,5 Mio. IE und 42,9 % in der Gruppe mit 0,2 Mio. IE, verglichen mit 23,5 % in der Placebogruppe. Diese Unterschiede hielten bis Woche 24 an (P < 0,001).
Das Erreichen des Lupus Low Disease Activity State (LLDAS) nahm dosisabhängig zu. Patienten, die die höchste Dosis (1 Mio. IE) erhielten, zeigten zudem signifikante Reduktionen der Ärzteglobaleinschätzung (Physician Global Assessment), der Anti-dsDNA-Antikörpertiter und der Prednison-Dosierungen. Bemerkenswert war, dass die Infektionsraten in den IL-2-Gruppen niedriger waren als in der Placebogruppe. Die Behandlung führte zur Expansion regulatorischer T-Zellen (Tregs) und veränderte das Treg/Effektor-T-Zellen-Verhältnis. Die Studie wurde unter der Nummer NCT04077684 bei Clinicaltrials.gov registriert.
Separat wurde ein systematisches Literatur-Review zur Sicherheit und potenziellen Wirksamkeit einer Interleukin-17 (IL-17)-Hemmung bei SLE durchgeführt. Das Review umfasste Recherchen von Beginn an bis Juni 2025 und untersuchte vier IL-17-Inhibitoren: Secukinumab, Bimekizumab, Brodalumab und Ixekizumab. Alle Wirkstoffe hemmen IL-17A, wobei Bimekizumab zusätzlich IL-17A/F blockiert.
In insgesamt 56 klinischen Studien mit Secukinumab bei anderen Indikationen wurden keine Fälle von arzneimittelinduziertem oder paradoxem SLE berichtet. Bei Bimekizumab und Ixekizumab wurden ebenfalls keine SLE-Fälle gemeldet, wobei zwei Fälle von Ixekizumab-induziertem Lupus tumidus verzeichnet wurden, die jedoch aus der Analyse ausgeschlossen wurden. Ein Fall von neu aufgetretenem SLE wurde bei einem Patienten berichtet, der mit Brodalumab gegen Psoriasis behandelt wurde.
Das Review identifizierte vier publizierte Fallberichte zur Anwendung von Secukinumab bei Patienten mit bekannt aktivem SLE. Die häufigsten Indikationen waren ein aktiver kutaner Lupus und eine entzündliche Arthritis (75 %, n=3), wobei ein Patient (25 %) eine Lupus nephritis aufwies. Alle vier Patienten waren ANA- und dsDNA-positiv. In der Literatur wurden sechs Fälle von SLE nach Beginn einer Secukinumab-Therapie identifiziert, von denen vier Berichte Secukinumab zur Behandlung von SLE beschrieben.
Die Autoren schlossen, dass IL-17-Inhibitoren trotz seltener beschriebener paradoxer Reaktionen eine potenzielle therapeutische Option bei SLE bleiben. Alle berichteten Fälle von IL-17-Inhibitor-induziertem Lupus sistierten nach Absetzen des Wirkstoffs, wobei in den meisten Fällen lediglich eine symptomatische Behandlung erforderlich war. Die Datenlage zur Wirksamkeit bleibt jedoch äußerst begrenzt und heterogen, und es sind weitere translationale Forschungsarbeiten sowie gezielte klinische Studien erforderlich, um die Rolle von IL-17 in der Pathogenese von SLE zu klären.