Orales Semaglutid senkt Herzinsuffizienz-Ereignisse bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit vorbestehender HI

Eine Sekundäranalyse der SOUL-Studie zeigt, dass orales semaglutid bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und vorbestehender Herzinsuffizienz das Risiko herzinsuffizienzbezogener Ereignisse signifikant senkt, ohne die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse zu erhöhen. Der Effekt war besonders ausgeprägt bei erhaltener Ejektionsfraktion.

Orales semaglutid könnte das Risiko herzinsuffizienzbezogener Ereignisse bei Menschen mit Typ-2-Diabetes senken, die bereits an Herzinsuffizienz leiden, ohne die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse zu erhöhen. Dies zeigt eine Sekundäranalyse der randomisierten klinischen Studie SOUL, die in JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurde.

Diese Sekundäranalyse umfasste 9.650 Teilnehmende aus der randomisierten klinischen Studie SOUL, die an 444 Zentren in 33 Ländern durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden waren Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und manifester atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder chronischer Nierenerkrankung. Die Rekrutierung erfolgte vom 17. Juni 2019 bis zum 24. März 2021, bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 47,5 Monaten. Von den Teilnehmenden hatten etwas mehr als 23% zu Studienbeginn eine Herzinsuffizienz.

Die Teilnehmenden wurden nach dem Herzinsuffizienzstatus zu Studienbeginn stratifiziert: 23,1% hatten eine Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte, darunter mit erhaltener Ejektionsfraktion (10,3%), mit reduzierter Ejektionsfraktion (6,1%) oder mit unbekanntem Subtyp (6,7%). Die Patientinnen und Patienten erhielten einmal täglich orales semaglutid oder Placebo zusätzlich zur Standardtherapie. Der vorab festgelegte primäre Endpunkt dieser Analyse war ein kombinierter Herzinsuffizienz-Endpunkt, definiert als Zeit bis zur ersten Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, einem dringlichen Besuch wegen Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod.

Unter den Teilnehmenden mit Herzinsuffizienz zu Studienbeginn senkte orales semaglutid das Risiko des kombinierten Herzinsuffizienz-Endpunkts im Vergleich zu Placebo signifikant (HR, 0,78; 95%-KI, 0,63–0,96). Nach Subtyp der Herzinsuffizienz analysiert, war die Risikoreduktion bei Personen mit erhaltener Ejektionsfraktion ausgeprägter (HR, 0,59; 95%-KI, 0,39–0,86), jedoch bei Personen mit reduzierter Ejektionsfraktion nicht statistisch signifikant (HR, 0,98; 95%-KI, 0,70–1,38).

Im Gegensatz dazu zeigte sich bei Teilnehmenden ohne Herzinsuffizienz zu Studienbeginn keine relevante Risikoreduktion durch orales semaglutid für Herzinsuffizienzereignisse (HR, 1,01; 95%-KI, 0,84–1,20; P für Interaktion = .06). Obwohl die Interaktion nicht statistisch signifikant war, sprach der Gesamteffekt bei Personen mit Herzinsuffizienz zugunsten von semaglutid.

Für schwere kardiovaskuläre Ereignisse zeigte orales semaglutid einen konsistenten Nutzen unabhängig von der Herzinsuffizienz-Anamnese: HR 0,83 (95%-KI, 0,68–1,01) bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und HR 0,86 (95%-KI, 0,75–0,98) bei Personen ohne Herzinsuffizienz (P für Interaktion = .77).

Die Sicherheitsendpunkte waren zwischen den Gruppen vergleichbar. Unter den Teilnehmenden mit Herzinsuffizienz traten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei 53,8% unter oralem semaglutid gegenüber 57,1% unter Placebo auf, was ein günstiges Sicherheitsprofil stützt.

Die Forschenden räumten Einschränkungen ein. Diese Analyse ist aufgrund ihres post-hoc-Charakters limitiert, auch wenn die Endpunkte vorab festgelegt waren. Die Studie war nicht darauf ausgelegt, herzinsuffizienzbezogene Subtyp-Endpunkte zu detektieren, insbesondere bei reduzierter Ejektionsfraktion. Zudem erhielten die Teilnehmenden überwiegend leitliniengerechte Hintergrundtherapie, was die Übertragbarkeit auf breitere Populationen einschränken könnte.

Die SOUL-Studie ist eine Langzeit-Studie (clinical trial), die darauf ausgelegt ist zu prüfen, ob das orale Typ-2-Diabetes-Medikament semaglutid die Herzgesundheit verbessern kann. Die Teilnehmenden werden randomisiert entweder semaglutid-Tabletten oder ein Placebo zugeteilt und müssen täglich eine Tablette nüchtern einnehmen, wobei sie danach mindestens 30 Minuten lang auf Essen und Trinken verzichten.

„Zu den Stärken dieser Analysen zählen standardisierte Datenerhebung und zentral adjudizierte HI-Endpunkte, wodurch Bias minimiert und ein tieferes Verständnis der Wirkungen von oralem semaglutid über spezifische individuelle T2D-Phänotypen hinweg ermöglicht wird“, schrieben die Forschenden der Studie.

„In dieser Sekundäranalyse der randomisierten klinischen Studie SOUL wurde bei Personen mit T2D, atherosklerotischer [kardiovaskulärer] Erkrankung und/oder chronischer Nierenerkrankung unter Anwendung von oralem semaglutid im Vergleich zu Placebo bei denen mit einer HI-Anamnese eine Reduktion von HI-Ereignissen beobachtet, ohne das Risiko schwerwiegender unerwünschter Ereignisse zu erhöhen“, schrieben die Forschenden.

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References

  1. Oral Semaglutide Cuts Heart Failure Events in Diabetes Patients With Prior HF: SOUL Trial Analysis · medicaldialogues.in
  2. Oral semaglutide found to lower risk of heart failure events in people with type 2 diabetes · medicalxpress.com
  3. Oral Semaglutide Reduces Heart Failure Events in Type 2 Diabetes - AJMC · ajmc.com