Orales semaglutide senkt Herzinsuffizienzrisiko bei Typ-2-Diabetes
In einer internationalen, randomisierten Studie mit fast 9.650 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Erkrankung oder chronischer Nierenerkrankung senkte orales semaglutide bei Personen mit bestehender Herzinsuffizienz das Risiko schwerwiegender Herzinsuffizienz-Ereignisse um etwa 22%. Besonders deutlich war der Nutzen bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF).
Eine internationale klinische Studie hat ergeben, dass eine orale Form von semaglutide, einem weit verbreiteten Diabetesmedikament, das Risiko schwerwiegender Herzinsuffizienz-Ereignisse bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die bereits an Herzinsuffizienz litten, senkte. Die in JAMA Internal Medicine veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer großen randomisierten Studie mit fast 9.650 Erwachsenen, die sowohl Typ-2-Diabetes als auch entweder eine kardiovaskuläre Erkrankung oder eine chronische Nierenerkrankung hatten.
Im Rahmen der Semaglutide Cardiovascular Outcomes, kurz SOUL, Trial wurden die Teilnehmenden fast vier Jahre lang nachverfolgt. Bei den Ergebnissen handelt es sich um eine Sekundäranalyse dieser Daten. Unter den Personen mit einer Vorgeschichte von Herzinsuffizienz hatten Studienteilnehmende, die orales semaglutide einnahmen, im Vergleich zu Placebo mit etwa 22% geringerer Wahrscheinlichkeit einen kombinierten Endpunkt aus Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz, einem dringlichen Arzt-/Notfallbesuch aufgrund von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod.
Der Nutzen war besonders ausgeprägt bei Teilnehmenden mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion, oder HFpEF, einer häufigen und schwer zu behandelnden Form der Herzinsuffizienz. Bei Teilnehmenden ohne frühere Herzinsuffizienz in der Anamnese verringerte das Medikament Herzinsuffizienz-Ereignisse nicht signifikant.
Herzinsuffizienz ist eine der führenden Ursachen für Hospitalisierung und Tod bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Während mehrere Diabetesmedikamente nachweislich Herzinfarkte und Schlaganfälle reduzieren, konnten weniger Präparate klare Vorteile bei Herzinsuffizienz zeigen — insbesondere bei Patientinnen und Patienten, die die Erkrankung bereits haben. Semaglutides sind GLP-1-Rezeptoragonisten, und werden mitunter auch als Medikamente zur Gewichtsabnahme eingesetzt.
Die Ergebnisse dokumentierten, dass orales semaglutide nicht nur wirksam darin war, weitere herzinsuffizienzbezogene Ereignisse zu reduzieren, sondern bei Menschen mit Diabetes und Herzinsuffizienz auch eine sichere Option darstellte und damit zuvor geäußerte potenzielle Sicherheitsbedenken widerlegte. Die Wirksamkeit einer einmal täglich einzunehmenden oralen Formulierung ist wichtig, da sie eine einfachere therapeutische Option für Personen bietet, die möglicherweise gebrechlicher sind oder nicht in der Lage sind, Injektionen durchzuführen.
Die neuen Befunde deuten darauf hin, dass orales semaglutide Hochrisikopatientinnen und -patienten, die sowohl Diabetes als auch Herzinsuffizienz managen, zusätzlichen Schutz bieten könnte. Für Klinikerinnen und Kliniker könnten die Ergebnisse helfen, die Auswahl von Medikamenten bei der Behandlung von Menschen mit überlappenden kardialen und metabolischen Erkrankungen zu steuern. Für Patientinnen und Patienten liefert die Studie weitere Evidenz dafür, dass einige Diabetesbehandlungen nicht nur den Blutzucker senken, sondern auch das Risiko schwerwiegender Herzkomplikationen reduzieren können.
Die Forschenden erklärten, dass die Herzinsuffizienz-Analyse sekundär war, was bedeutet, dass die Studie ursprünglich nicht speziell darauf ausgelegt war, diese Endpunkte zu messen. Dennoch tragen die Ergebnisse zur wachsenden Evidenz bei, dass bestimmte Diabetesmedikamente die langfristige kardiovaskuläre Gesundheit verbessern können. Die Semaglutide Cardiovascular Outcomes Trial (SOUL) trial wurde von Novo Nordisk A/S finanziert.