64-jähriger Mann mit Brustkrebs im Stadium 3 diagnostiziert, nachdem seine Frau Blutflecken entdeckte; Ärzte warnen: Auch Männer können Brustkrebs bekommen

Ein 64-jähriger australischer Mann wurde mit Brustkrebs im Stadium 3 diagnostiziert, nachdem seine Frau Blutflecken auf seinem Hemd entdeckte – ein Fall, der laut Ärzten zeigt, dass Männer diese Krankheit bekommen können. Gleichzeitig ermöglichen Fortschritte in der Präzisionsmedizin, die Brustkrebstherapie auf die Biologie jedes Tumors und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abzustimmen.

Ein 64-jähriger Australier wurde mit aggressivem Brustkrebs im Stadium 3 diagnostiziert, nachdem seine Frau winzige Blutflecken auf seinem Unterhemd und den Bettlaken entdeckte. Phil Smith aus Parkes, New South Wales, wies ihre Bedenken zunächst zurück und sagte, er glaube nicht, dass Männer Brustkrebs bekommen könnten.

Im Dezember 2025 sah Smiths Frau Donna einen Blutfleck auf seinem weißen Unterhemd, gefolgt von Blutstropfen auf den Laken. Sie drängte ihn, einen Arzt aufzusuchen, aber er lachte darüber. Da es Wochen dauern würde, einen Hausarzt zu sehen, überzeugte sie ihn, die Blutung bei einem vereinbarten Termin beim Rheumatologen zu erwähnen. Der Arzt fand das Symptom ungewöhnlich und überwies ihn zu einer Ultraschalluntersuchung.

Der Ultraschall zeigte 'einen sehr kleinen Punkt um neun Uhr hinter meiner Brustwarze', berichtete Smith. Weitere Tests, darunter eine Mammographie und eine Nadelbiopsie, führten zur Diagnose eines duktalen Karzinoms in situ (DCIS), einer nicht-invasiven Form von Brustkrebs. Die Ärzte empfahlen eine sofortige Operation.

Smith und seine Familie standen Wochen vor einem geplanten Urlaub in die USA. Er entschied sich, die Operation entgegen dem ärztlichen Rat um etwa zwei Monate zu verschieben, um die Reise zu unternehmen. Zwei Tage nach seiner Rückkehr nach Hause unterzog er sich einer Mastektomie. Der Eingriff wurde von schwerwiegenden Komplikationen begleitet: innere Blutungen ließen seinen Blutdruck gefährlich niedrig sinken, was eine Notoperation erforderlich machte, um etwa 800 Milliliter Blut aus seiner Brust abzuleiten. Er blieb vier Tage im Krankenhaus und hatte dann 20 Tage lang eine chirurgische Drainage.

Sechs Wochen später teilten ihm die Ärzte mit, dass der Krebs während der Verzögerung schnell gewachsen war und als aggressiver, hormonrezeptorpositiver Brustkrebs im Stadium 3 eingestuft wurde. Glücklicherweise hatte er sich nicht auf die Lymphknoten ausgebreitet, sodass er keine Chemotherapie oder Bestrahlung benötigte. Stattdessen begann er mit der Einnahme von Tamoxifen, einem Medikament, das er mindestens fünf Jahre lang einnehmen wird.

Ein späterer Gentest ergab, dass Smith die BRCA2-Genmutation trägt, die das Risiko für mehrere Krebsarten erhöht, darunter Brust-, Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sein Bruder starb im Alter von 55 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Smith wird sich nun regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen auf Prostata- und Bauchspeicheldrüsenkrebs unterziehen. Seine Diagnose bedeutet auch, dass jedes seiner vier Kinder eine 50-prozentige Chance hat, die Mutation zu erben.

Laut der Cleveland Clinic betrifft eine von 100 Brustkrebsdiagnosen Männer. Smith fordert andere Männer zur Wachsamkeit auf: 'Ich habe noch nie einen Mann gekannt, der Brustkrebs hatte. Aber jetzt weiß ich es. Es passiert nicht oft, aber es passiert. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen Sie es überprüfen.'

Inzwischen verändern Fortschritte in der Präzisionsmedizin die Brustkrebsbehandlung und ermöglichen es Ärzten, die Therapie auf die Biologie jedes Tumors und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abzustimmen. Die Behandlung wird nicht mehr allein durch das Krankheitsstadium bestimmt. Tumorproben werden heute auf wichtige Biomarker getestet, darunter Östrogenrezeptor (ER), Progesteronrezeptor (PR), humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2) und Ki-67, ein Marker dafür, wie schnell Krebszellen wachsen. Diese Biomarker klassifizieren Brustkrebs in Subtypen wie hormonrezeptorpositiv, HER2-positiv und triple-negativ und leiten die Behandlungsentscheidungen.

Bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs – der Art, die Smith hatte – kann anstelle einer Chemotherapie eine Hormon- oder gezielte Therapie angeboten werden. Auch Patientenfaktoren wie Alter, Fitness und andere Erkrankungen werden berücksichtigt. Beispielsweise könnte ein Patient mit schwerer Herzerkrankung oder schlecht eingestelltem Diabetes für bestimmte Behandlungen nicht in Frage kommen, während ein älterer, aber ansonsten gesunder Patient möglicherweise noch für intensive Therapien geeignet ist.

Über die Biomarker-Tests hinaus kann die Genomtestung die Gene der Krebszellen analysieren. Krebszellen werden zur Analyse an ein spezialisiertes Labor in den USA geschickt, und es wird ein Risikoscore erstellt, der vorhersagt, ob eine Chemotherapie für den Patienten wahrscheinlich von Nutzen ist. Einige Patienten, darunter solche mit Brustkrebs im Stadium 2 und Lymphknotenbeteiligung, benötigen möglicherweise keine Chemotherapie, wenn der Test ein geringes Risiko anzeigt. Diese Tests werden immer zugänglicher und werden manchmal von der Versicherung übernommen.

Auch die chirurgischen Ansätze werden zunehmend personalisiert. Die Entscheidung zwischen brusterhaltender Operation (Lumpektomie) und Mastektomie hängt von der Tumorgröße im Verhältnis zur Brustgröße sowie von der Anzahl und Lage der Tumore ab. Patienten mit mehreren Tumoren in verschiedenen Bereichen benötigen möglicherweise eine Mastektomie. Die Tumorbiologie – Grad, Rezeptorstatus und Aggressivität – hilft festzustellen, ob eine zusätzliche Behandlung wie Chemotherapie oder Bestrahlung Vorrang vor der Rekonstruktion haben sollte.

Patienten, die vererbte Mutationen wie BRCA2 tragen, die mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden sind, kann eine risikoreduzierende Operation empfohlen werden, einschließlich der Entfernung beider Brüste mit anschließender sofortiger Rekonstruktion.

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References

  1. Man, 64, Didn' t Know Men Could Get Breast Cancer. Wife Saved His Life After Spotting ... - AOL.com · aol.com
  2. Doctors, please treat the woman, not just her cancer | The Star · thestar.com.my
  3. Opinion | The case for more personalized breast cancer screening - The Washington Post · washingtonpost.com