Gemischte Evidenz für ketogene Diäten bei psychischer Gesundheit, Diabetes und PCOS

Die Evidenz zu ketogenen Diäten bleibt bei psychiatrischen Erkrankungen und Diabetes begrenzt, während ein systematisches Review bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit PCOS signifikante kurzfristige Verbesserungen zeigte. Experten betonen jedoch, dass größere, kontrollierte Langzeitstudien nötig sind, um Sicherheit, Nachhaltigkeit und Wirksamkeit besser zu bewerten.

Die Forschung zu ketogenen Diäten nimmt rasch zu, doch Experten zufolge ist die derzeitige Evidenz für psychiatrische Erkrankungen und Diabetes weiterhin begrenzt, während ein systematisches Review bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom signifikante kurzfristige Verbesserungen bei metabolischen, hormonellen und reproduktiven Endpunkten zeigte. Studien zur Rolle der ketogenen Diät bei psychischen Erkrankungen waren klein, anekdotisch oder als Pilotstudien angelegt, und viele schlossen keine Kontrollgruppe von Patienten ein, die eine normale Ernährung befolgten.

Es stimmt, dass die Forschung zu den Auswirkungen ketogener und anderer Ernährungsformen auf psychiatrische Erkrankungen an Fahrt gewinnt. Derzeit laufen 20 kontrollierte klinische Studien zur Anwendung der Keto-Diät bei schweren psychischen Erkrankungen; die Ergebnisse von 2 Studien sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Eine Studie der University of California Los Angeles, die den Effekt einer Keto-Diät bei Jugendlichen mit bipolarer Störung untersucht, rekrutiert laut einem Eintrag auf einer Website der US-Bundesbehörden noch Teilnehmer und wird erst im März 2027 abgeschlossen sein. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es verfrüht, und es gibt nicht genügend Evidenz, um eine bestimmte Diät als alleinige Behandlung ohne Medikamente wie Antipsychotika oder Stimmungsstabilisierer zu empfehlen.

Aussagen, wonach die Ernährung Schizophrenie und Diabetes „heilen“ und Menschen von der Diagnose einer bipolaren Störung befreien könne, wurden von Forschern als Überzeichnung der aktuellen Evidenz zur Rolle der Ernährung im Krankheitsmanagement bezeichnet. In einer 2019 veröffentlichten Arbeit erreichten 2 Patienten mit Schizophrenie nach einer fettreichen, kohlenhydratarmen ketogenen Diät eine Remission ihrer Symptome. Der bevorzugte Begriff war „Remission“, nicht „Heilung“. Patienten mit psychischen Erkrankungen wurde dringend geraten, Medikamente nicht eigenständig abzusetzen und eine ketogene Diät nicht in Eigenregie als Behandlung von Schizophrenie oder bipolarer Störung auszuprobieren.

Beim Diabetes gilt: Typ-1-Diabetes, eine Autoimmunerkrankung, kann nicht allein durch Ernährung geheilt werden. Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind zentrale Bausteine der Behandlung von Typ-2-Diabetes, doch es kann schwierig sein, die Erkrankung allein mit diesen Maßnahmen rückgängig zu machen.

Bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit PCOS analysierte ein systematisches Review nach den PRISMA-2020-Leitlinien 14 Studien mit 643 Teilnehmerinnen, darunter 240 aus randomisierten kontrollierten Studien und 403 aus Beobachtungsstudien oder Single-Arm-Studien. Das Review umfasste ketogene Diäten mit 50 g Kohlenhydraten pro Tag oder weniger über 6-24 Wochen. Die meisten Studien berichteten über einen signifikanten Gewichtsverlust von 7-13 % des Ausgangsgewichts sowie eine Verringerung der viszeralen Adipositas. Deutliche Verbesserungen wurden bei der Insulinsensitivität beobachtet, mit einer Abnahme von Nüchterninsulin, Glukose und HOMA-IR.

Auch die Hormonprofile verbesserten sich, erkennbar an einer Abnahme des Gesamt- und freien Testosterons, einem Anstieg des sexualhormonbindenden Globulins und einer Normalisierung des LH/FSH-Verhältnisses. Reproduktive Vorteile, darunter die Wiederherstellung regelmäßiger Menstruationszyklen und erhöhte Ovulationsraten, wurden ebenfalls berichtet; Ergebnisse zu Schwangerschaften stammten jedoch aus kleinen, unkontrollierten Kohorten und sollten vorsichtig interpretiert werden. Veränderungen des Lipidprofils waren uneinheitlich, insgesamt jedoch tendenziell günstig, und unerwünschte Ereignisse waren meist mild, wenngleich auf Schwierigkeiten bei der Therapietreue hingewiesen wurde.

Evidenz mit niedriger bis moderater Sicherheit deutet darauf hin, dass ketogene Diäten bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit PCOS kurzfristig eine signifikante Wirksamkeit bei der Verbesserung des Gewichts, metabolischer Parameter, des Androgenüberschusses und der reproduktiven Funktion zeigen. Die Evidenz ist jedoch durch die Heterogenität der Studien, kurze Studiendauern und unterschiedliche Protokolle begrenzt. Größere, langfristige randomisierte kontrollierte Studien sind erforderlich, um Sicherheit, Nachhaltigkeit und die optimale Umsetzung zu klären.

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References

  1. What science says so far about ketones and health - Medical Xpress · medicalxpress.com
  2. RFK Jr. Touts Food as Medicine . He Often Overstates the Science, Experts Say. · medpagetoday.com
  3. Effects of Ketogenic Diet (KD) on Metabolic, Endocrine, and Reproductive Outcomes in ... · cureus.com