Bewegung mit besseren Behandlungsergebnissen bei Krebspatienten über mehrere Tumorarten hinweg verbunden

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass moderate bis intensive körperliche Aktivität nach einer Krebsdiagnose mit einem geringeren Risiko der Krebsmortalität auch bei weniger häufig untersuchten Tumorarten verbunden ist. Zudem kann Training, das konsequent zur gleichen Tageszeit durchgeführt wird, die Funktion der zirkadianen Uhr im Tumorgewebe stärken und damit Bewegung als therapeutische Intervention untermauern.

Höhere Werte moderater/intensiver körperlicher Aktivität (moderate/vigorous physical activity, MVPA) nach einer Krebsdiagnose waren gemäß gepoolten Daten aus sechs großen Kohortenstudien signifikant mit einem geringeren Risiko der Krebsmortalität verbunden. Die Analyse konzentrierte sich auf sieben Krebsarten, die üblicherweise nicht in Studien zur körperlichen Aktivität enthalten sind, und zeigte je nach Tumorart und Aktivitätsniveau unterschiedliche Effekte auf die Krebsmortalität.

Niedrige MVPA-Niveaus (>0 bis <7,5 metabolic equivalent of task [MET]-hr/wk) waren mit einem reduzierten Mortalitätsrisiko bei Blasen-, Endometrium- und Lungenkrebs verbunden; die Punktschätzer lagen zwischen 0,56 und 0,67. Überlebende von Ovarial-, Mundhöhlen- und Rektumkrebs zeigten eine nicht signifikante Verbesserung, erreichten jedoch bei höheren MVPA-Niveaus eine statistisch signifikante Verbesserung. Überlebende von Nierenkrebs wiesen über den Bereich der MET-definierten Aktivitätsniveaus hinweg eine nicht signifikante Verringerung des Risikos der Krebsmortalität auf.

Überlebende von Lungen- oder Rektumkrebs, die vor der Diagnose inaktiv waren, hatten dennoch ein geringeres Risiko der Krebsmortalität, wenn sie nach der Diagnose die Leitlinienempfehlungen (7,5 bis <15,0 MET-hr/wk) für MVPA erfüllten. Die Studie stellt den bislang größten Versuch dar, Daten aus großen US-Kohorten zusammenzuführen, und liefert damit eine größere Stichprobe, um Zusammenhänge zwischen MVPA und Krebsmortalität bei Überlebenden weniger häufig untersuchter Krebsarten zu bewerten. Die Verfügbarkeit wiederholter Erhebungen der körperlichen Aktivität in allen sechs Kohorten überwindet eine zentrale Limitation früherer Studien, die auf Messungen zu nur einem Zeitpunkt nach der Diagnose beruhten, und liefert wertvolle Erkenntnisse zum Einfluss langfristiger, gewohnheitsmäßiger körperlicher Aktivität.

Aktuelle Leitlinien empfehlen Patienten mit einer Krebsvorgeschichte 150–300 Minuten körperliche Aktivität moderater Intensität oder 75–150 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche (7,5 bis 15,0 MET-hr/wk). Die Empfehlungen stützen sich jedoch zu einem großen Teil auf Studien zu Mortalitätsendpunkten bei Brust-, Prostata- und Darmkrebs.

Speziell beim Prostatakrebs bewerteten eine systematische Übersichtsarbeit und eine bayessche Netzwerk-Metaanalyse von 54 randomisierten kontrollierten Studien mit 3.522 Teilnehmenden die Effekte verschiedener Bewegungsinterventionen auf körperliche und lebensqualitätsbezogene Endpunkte. Bewegungsinterventionen verbesserten im Vergleich zur üblichen Versorgung signifikant Muskelkraft, Körperzusammensetzung, Fatigue, aerobe Kapazität und Lebensqualität. Krafttraining (RT) könnte die vorteilhafteste Intervention zur Verbesserung der Muskelkraft und der aeroben Kapazität sein, Ausdauertraining (AT) zur Reduktion des Körperfetts, kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining (AT_RT) zur Linderung von Fatigue und hochintensives Intervalltraining (HIIT) zur Verbesserung der Lebensqualität. Alle Bewegungsmodalitäten zeigten eine gute Sicherheit und Durchführbarkeit; es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet.

Obwohl Standardbehandlungen des Prostatakarzinoms, einschließlich Operation, Androgendeprivationstherapie (ADT) und Radiotherapie, das Überleben verbessern, verursachen sie häufig Nebenwirkungen wie Muskelabbau, eine Zunahme der Körperfettmasse, Fatigue und eine verminderte Lebensqualität.

Forschung an männlichen C57BL/6J-Mäusen mit Lewis lung carcinoma (LLC) untersuchte, ob der Zeitpunkt des Trainings die zirkadiane Genexpression und das Tumorwachstum moduliert. Die Mäuse absolvierten ein Laufbandtraining als kontinuierliches Training moderater Intensität (55–65% der maximalen Geschwindigkeit) entweder zu einer festen (ZT2) oder zu wechselnden Zeitgeber-Zeiten (ZTAlt) über 3 Wochen. Zeitlich festgelegtes Training bei ZT2 erhöhte signifikant die Amplitude der Expressionsrhythmen von Per2, Per3 und Rev-Erbα im Tumorgewebe. In der ZTAlt-Gruppe wurde keine Verstärkung der Rhythmen beobachtet. Die TNF-α-Akrophase war in der ZT2-Gruppe verschoben, was auf einen zeitabhängigen immunmodulatorischen Effekt hinweist. Konsequentes Training zur gleichen Tageszeit verstärkt die Rhythmik zirkadianer Uhrengene im Tumor und unterstützt „chrono-exercise“ als potenzielles nicht-pharmakologisches adjuvantes Verfahren in der Krebsbehandlung.

Veränderungen der zirkadianen Zeitsteuerungsmechanismen werden zunehmend als Beitrag zur Tumorentstehung und -progression erkannt. Darüber hinaus deuten Hinweise darauf hin, dass maligne Zellen die Expression und Synchronisation zentraler Uhrengene stören können.

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References

  1. Exercise training alters circadian clock dynamics in cancer -bearing male mice - PubMed · pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. The impact of different exercise modes on prostate cancer : a Bayesian network meta-analysis · nature.com
  3. Exercise Cuts Cancer Mortality Risk in Less Common Types of Cancer, Too · medpagetoday.com