WHO nimmt kindgerechte Krebsarzneiformen wegen Behandlungslücke ins Visier

Die WHO veröffentlichte im Januar 2024 ihre erste Prioritätenliste für kindgerechte Krebsarzneiformen und benannte sechs Medikamente, für die noch keine optimalen pädiatrischen Versionen verfügbar sind. Die Organisation will damit den Zugang zu sicheren und wirksamen Formulierungen für Kinder mit Krebs weltweit verbessern.

Die World Health Organization veröffentlichte im Januar 2024 ihre erste Liste prioritärer Arzneiformen für Krebsmedikamente bei Kindern und identifizierte sechs Arzneimittel mit pädiatrischer Indikation, für die weiterhin keine optimalen, kindgerechten Versionen vorliegen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass jedes Jahr etwa 400.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 19 Jahren an Krebs erkranken, während beim Zugang zu diesen Arzneimitteln und altersgerechten Formulierungen weiterhin eine Versorgungslücke besteht.

Zu den Arzneimitteln gehören cyclophosphamide, etoposide, mercaptopurine, methotrexate, procarbazine und temozolomide. Nach Angaben der WHO ist akute lymphoblastische Leukämie weltweit die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter, gefolgt von Non-Hodgkin-Lymphom, Wilms-Tumor, Burkitt-Lymphom und Retinoblastom.

Im November vergangenen Jahres veröffentlichte die WHO neue Leitlinien für Arzneiformen, die speziell für Kinder mit Krebs bestimmt sind. Nach Angaben der WHO bieten die sechs neuen Arzneimittelprofile pharmazeutischen Herstellern einen klaren technischen Fahrplan zur Entwicklung optimierter, kindgerechter Formulierungen und helfen so, eine kritische weltweite Behandlungslücke zu schließen.

Die neuen Arzneimittel, die sich noch in der Entwicklung befinden, sollen definierte Merkmale aufweisen, die Kindern zugutekommen. Dazu zählen Sicherheit, Wirksamkeit, Darreichungsform, Dosierungsflexibilität, Akzeptanz, Stabilität, Verpackung, Kosten und regulatorische Anforderungen des Arzneimittels.

Die WHO erklärte, dass die Zielprofile die Aufnahme geeigneter Dosierungen in die Expression-of-Interest-Liste der WHO erleichtern werden und so Hersteller von Generika dazu anregen sollen, kindgerechte Formulierungen zu entwickeln und zu registrieren. Die WHO arbeitet derzeit gemeinsam mit Partnern des Global Accelerator for Paediatric Formulations daran, Hersteller und Beschaffungsstellen in die Produktion und Verteilung essenzieller Arzneimittel gegen Krebserkrankungen im Kindesalter einzubinden.

Das derzeitige Ziel besteht darin, den Markt zu bewerten, die Herstellung zu straffen, regulatorische Genehmigungen zu sichern und die Versorgung mit diesen sicheren und wirksamen Formulierungen zu gewährleisten. Nach der Zulassung könnten die Produkte in die WHO Model List of Essential Medicines for Children aufgenommen werden, sodass Länder sie direkt, über Partner oder über die von St. Jude in Zusammenarbeit mit der WHO finanzierte Global Platform for Access to Childhood Cancer Medicines beschaffen könnten.

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References

  1. Experimental Drug Induces Toxic Lipid Stress To Kill Breast Cancer Cells · technologynetworks.com
  2. Seeking bold new tactics in the war on cancer - Nature · nature.com
  3. 'The drugs were too heavy for his body': A mother's hope as who targets childhood cancer · nation.africa