Lebensmittelhersteller fügen Produkten 111 ungeprüfte Chemikalien hinzu – ohne FDA zu informieren

Eine neue Untersuchung berichtet, dass mindestens 111 Substanzen unbekannter Sicherheit US-Lebensmitteln, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln ohne Benachrichtigung der U.S. Food and Drug Administration zugesetzt wurden. Hersteller nutzten dabei eine freiwillige Lücke im „generally recognized as safe“ (GRAS)-System, wodurch Verbraucher mögliche Risiken nicht erkennen können.

Mindestens 111 Substanzen mit unbekannter Sicherheit sind einer neuen Untersuchung zufolge Lebensmitteln, Getränken und Nahrungsergänzungsmitteln, die in den Vereinigten Staaten verkauft werden, hinzugefügt worden, ohne die U.S. Food and Drug Administration darüber zu informieren. Lebensmittelunternehmen entschieden eigenständig, ungeprüfte chemische Zutaten heimlich Produkten beizumischen, statt bestehenden bundesstaatlichen Leitlinien zu folgen, die sicherstellen sollen, dass Lebensmittel als „generally recognized as safe“ (GRAS) gelten, so die Environmental Working Group (EWG), eine Organisation für Gesundheits- und Umweltschutz, die die am Dienstag veröffentlichte Untersuchung durchgeführt hat.

Um den GRAS-Standard zu erfüllen, müssen Unternehmen nachweisen, dass ein neuer Lebensmittelbestandteil sicher ist, indem sie allgemein anerkannte, öffentlich verfügbare wissenschaftliche Belege vorlegen. Die U.S. FDA über diese Sicherheitsdaten zu informieren, ist üblich und stellt die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sicher. Es ist jedoch freiwillig – das heißt, Hersteller können rechtlich zulässig selbst festlegen, dass ihre Produkte sicher sind.

Die EWG-Untersuchung fand 49 der von der Industrie zugesetzten Chemikalien in rund 4.000 Produkten, die in der Datenbank FoodData Central des U.S. Department of Agriculture (USDA) gelistet sind, die der Öffentlichkeit Zugang zu Nährstoff- und Zutateninformationen bietet. Da die Regierung diese Chemikalien nie geprüft hat, haben Verbraucher keine Möglichkeit zu wissen, ob sie sicher sind oder unbekannte Gesundheitsrisiken bergen.

Von den 49 in Lebensmitteln gefundenen Chemikalien waren laut Untersuchung 22 Extrakte. Viele wirken natürlich und harmlos: Aloe vera, Zimt, Kakao, Cranberrysamenöl, Traubenschalen, grüne Kaffeebohnen, Hanf, Zitronenmelisse und Pilze, um nur einige zu nennen.

Grüntee-Extrakte, die nie von der FDA geprüft wurden, wurden laut EWG-Bericht in 901 Produkten der Datenbank gefunden, darunter Granola- und Energieriegel, Süßwaren und Kaugummi, Eiscreme, Limonaden, Tees, Wässer sowie Meeresfrüchte. Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen den Antioxidantien in Grüntee, den man zu Hause zubereitet, und einem gereinigten Extrakt eines Grüntee-Antioxidans, der im Labor hergestellt wird. Loser Grüntee kann krebsauslösende Entzündungen bekämpfen, Blutdruck und Cholesterin senken, die Gehirngesundheit fördern und das Leben verlängern. Hochkonzentrierte Grüntee-Extrakte hingegen werden mit einer Störung des Östrogenhaushalts und Leberschäden in Verbindung gebracht. Es gibt mindestens 100 dokumentierte Fälle schwerer Leberschäden bei Menschen, die konzentrierte Grüntee-Extrakte zur Gewichtsabnahme und zur Muskelregeneration verwendet haben.

Aloe-vera-Extrakte, die die Prüfung durch die U.S. FDA umgingen, wurden der Untersuchung zufolge in mehr als 450 Produkten in FoodData Central gefunden, einer Lebensmittel- und Nährstoffdatenbank, die vom Agricultural Research Service des USDA verwaltet wird.

Der Senior Vice President der Consumer Brands Association sagte, die CBA sei Teil einer Koalition, Americans for Ingredient Transparency, die sich für eine bundesstaatliche Gesetzgebung einsetzt, um nationale Einheitlichkeit bei der Sicherheit und Offenlegung von Inhaltsstoffen zu schaffen. Die USA verfügten über eines der sichersten und am strengsten regulierten Lebensmittelsysteme der Welt, so der Verband.

Related Entities

Related Articles

References

  1. Investigation finds 'secretly' added chemicals of unknown safety in US food supply - WAPT · wapt.com
  2. Investigation finds 'secretly' added chemicals of unknown safety in U.S. food supply - CP24 · cp24.com
  3. Chocolates Marketed as Sexual Enhancement Products May Be Harmful Due · fda.gov