UK-US-Pharmaabkommen steigert Arzneimittelausgaben während Branche M&A-Welle und Regulierungsreformen erlebt
Das Vereinigte Königreich und die USA kündigten ein Pharmaabkommen mit Nullzöllen und einer 25-prozentigen Erhöhung der britischen Ausgaben für innovative Arzneimittel an. Große Pharma-M&A-Deals und Regulierungsreformen prägen die Branche Anfang 2026.
Das Vereinigte Königreich und die USA kündigten im Dezember 2025 ein Pharmaabkommen an, das 0 % Zölle für britische Pharmaexporte in die USA für drei Jahre vorsieht, plus Vorzugsbedingungen für britische Medizintechnik. Das Vereinigte Königreich verpflichtete sich, die Nettoausgaben für innovative Arzneimittel um etwa 25 % zu erhöhen, erreicht durch Anhebung der NICE-Basiskosteneffektivitätsschwelle von 20.000-30.000 £ auf 25.000-35.000 £ pro qualitätsbereinigtem Lebensjahr und niedrigere VPAG-Rabatte für neuere Medikamente im Jahr 2026.
Mehrere milliardenschwere Pharma-Deals wurden kürzlich abgeschlossen oder vereinbart. Pfizer schloss seine bis zu 10 Milliarden US-Dollar umfassende Übernahme von Metsera nach einem prominenten Bieterwettbewerb mit Novo Nordisk ab und fügte Adipositas-Assets in verschiedenen Entwicklungsstufen seinem Portfolio hinzu. Merck schloss die Übernahme von Cidara Therapeutics für 9,2 Milliarden US-Dollar ab, nach seiner 10-Milliarden-US-Dollar-Übernahme von Verona Pharma, und stärkte seinen Immunologie-Umsatzstrom weiter. GSK vereinbarte kürzlich die Übernahme von RAPT Therapeutics für 2,2 Milliarden US-Dollar zur Erweiterung seiner Pipeline in den Bereichen Atemwege, Immunologie und Entzündungen. Danaher wird Masimo für 9,9 Milliarden US-Dollar übernehmen, um seine Präsenz in der Patientenüberwachung und Krankenhaustechnologie auszubauen und sein Diagnostikportfolio zu stärken.
Die Biopharma-Finanzierung erholt sich 2025 weiter, obwohl Investoren selektiv bleiben und sich auf hochwertige Assets konzentrieren. Die Risikokapitalaktivität spiegelt einen disziplinierteren Markt wider, in dem Kapital eher in Unternehmen in späteren Entwicklungsphasen und differenzierte Pipelines fließt als in spekulative Wetten.
Das Vereinigte Königreich hat bestätigt, dass die bedeutendste Aktualisierung seines Rahmens für klinische Studien seit zwei Jahrzehnten im April 2026 in Kraft treten wird. Ein neuer beschleunigter Benachrichtigungsweg für Studien mit geringerem Risiko wird eingeführt, der voraussichtlich etwa 20 % der Studien erfassen wird. Die gesetzlichen Anforderungen an die Berichterstattung und Veröffentlichung klinischer Studienergebnisse werden verschärft.
Der überarbeitete EU-Rahmen umfasst 8 Jahre regulatorischen Datenschutz plus 1 Jahr Marktschutz, eine Reduktion gegenüber dem aktuellen 8+2-Modell, wobei bis zu 11 Jahre Schutz für Orphan-Medikamente verfügbar sind. Die Zulassungsfristen werden verkürzt und es wird vereinfachte Anforderungen für „niedrig-interventionelle" Studien geben, wobei Projekte von strategischem Wert für verbesserte Unterstützung und beschleunigte Zulassungen identifiziert werden.
In einem Interview deutete der Kommissar der U.S. Food and Drug Administration an, dass die meisten Medikamente rezeptfrei sein sollten, es sei denn, sie bergen Sicherheits- oder Überwachungsrisiken, wobei regulatorische Änderungen noch in diesem Jahr erwartet werden. Teile der Pharmaindustrie haben sich gegen die vorgeschlagenen Änderungen gewehrt, da viele rezeptfreie Medikamente nicht von der Versicherung abgedeckt werden und für Patienten potenziell weniger erschwinglich sein könnten.
Fast die Hälfte der britischen Pharma-Führungskräfte gab an, im Vorjahr Forschung und Entwicklung ausgelagert zu haben. Die Führungskräfte nannten Kooperationsmöglichkeiten und die geografische Nähe zu neuen Märkten und Kunden als Haupttreiber der Auslagerung.
Die British Chambers of Commerce haben zusammen mit Regierungsstellen und Partnern einen sechsmonatigen Singapore Life Sciences Trade Accelerator gestartet, um britischen Life-Sciences-Mittelstandsunternehmen den Zugang und die Skalierung im südostasiatischen Markt zu ermöglichen. Das Pilotprojekt zielt darauf ab, die Exportleistung angesichts rückläufiger Exportaufträge zu steigern und Singapur als Zugang zu den breiteren indopazifischen Märkten zu nutzen.
Novo Nordisks CagriSema-Injektion wird als potenzieller Nachfolger von Wegovy angesehen. Eli Lilly hat auch ein neues Produkt für 2026 in Vorbereitung, Orforglipron, das in Tablettenform kommt.