Studie bringt Einsatz von tirzepatide mit geringerem Risiko für diabetische Retinopathie in Verbindung

Eine in Ophthalmology veröffentlichte Studie zeigt, dass die Anwendung von tirzepatide mit einem geringeren 12-Monats-Risiko für neu auftretende oder fortschreitende diabetische Retinopathie gegenüber einer reinen Lebensstilintervention verbunden war. Die Analyse umfasste rund 174.000 gematchte Patienten.

Tirzepatide war mit einer geringeren Häufigkeit neu auftretender oder fortschreitender diabetischer Retinopathie und mit weniger Komplikationen bei Patienten mit Diabetes und Übergewicht oder Adipositas assoziiert. Das geht aus einer am 21. Januar online in Ophthalmology veröffentlichten Studie hervor. Nach einem Jahr Behandlung hatten Patienten unter tirzepatide ein geringeres Risiko für eine Verschlechterung der diabetischen Retinopathie oder damit verbundene Komplikationen als gematchte Patienten, die ausschließlich Lebensstilinterventionen erhielten.

Die populationsbasierte, retrospektive Kohortenstudie verglich das Risiko für Diagnosen einer diabetischen Retinopathie, deren Progression und den Bedarf an okulären Interventionen zwischen Patienten unter tirzepatide und gematchten Patienten, die ausschließlich Lebensstilinterventionen erhielten. Nach Propensity-Score-Matching für demografische, metabolische und systemische Kovariaten umfasste die Analyse 173.846 Patienten beziehungsweise 86.923 pro Kohorte.

Im Vergleich zur Kohorte mit ausschließlicher Lebensstilintervention war die Anwendung von tirzepatide mit einem reduzierten 12-Monats-Risiko für das Auftreten und die Verschlechterung einer diabetischen Retinopathie verbunden, darunter neu auftretende milde nichtproliferative diabetische Retinopathie, proliferative diabetische Retinopathie, diabetische Retinopathie mit Makulaödem, Glaskörperblutung, traktionsbedingte Netzhautablösung, intravitreale Injektion eines Anti-VEGF-Wirkstoffs und panretinale Photokoagulation. Die berichteten Risikoverhältnisse betrugen jeweils 0,864, 0,705, 0,624, 0,607, 0,370, 0,479 und 0,610.

Die Forscher analysierten elektronische Gesundheitsakten von rund 174.000 Menschen aus 70 Gesundheitssystemen in den Vereinigten Staaten. Im Fokus standen Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes und Problemen beim Gewichtsmanagement; verglichen wurden Personen, die mit tirzepatide begonnen hatten, mit ähnlichen Patienten, die ausschließlich Lebensstilinterventionen wie Ernährungstherapie oder Bewegungsberatung verfolgten.

Als ein Beispiel trat eine neu diagnostizierte milde nichtproliferative diabetische Retinopathie bei 0,49 % der tirzepatide-Patienten auf, verglichen mit 1,2 % in der Gruppe mit ausschließlicher Lebensstilintervention. Nach Angaben der Forscher war die Wahrscheinlichkeit bei Menschen mit Typ-2-Diabetes unter tirzepatide geringer, eine neue diabetische Retinopathie zu entwickeln oder in gefährlichere Krankheitsstadien fortzuschreiten.

Die Studie verwies auf frühere Forschungsergebnisse, wonach Medikamente auf Basis von semaglutide die diabetische Retinopathie und damit verbundene Erkrankungen verschlechtern könnten; bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wurde teils eine vorübergehende Verschlechterung berichtet. Diese Forschung berichtete, dass die Effekte kurzfristig gewesen seien und dass über einen Zeitraum von drei Jahren kein langfristiger Zusammenhang zwischen semaglutide und einer verstärkten Progression der diabetischen Retinopathie bestanden habe.

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References

  1. Procedure to treat type 2 diabetes helps keep off weight after patients stop GLP-1 drugs · health.economictimes.indiatimes.com
  2. Tirzepatide Use Linked to Lower Risk for Diabetic Retinopathy - Gastroenterology Advisor · gastroenterologyadvisor.com
  3. Mounjaro, Zepbound May Lower Risk of Eye Disease in People With Diabetes - Healthline · healthline.com