Virtuelles Tabakentwöhnungsprogramm verdoppelt Abstinenzraten bei Krebspatienten
Ein bundesweites Telemedizinprogramm, das Beratung und Nikotinersatztherapie kombiniert, steigerte die 6-Monats-Abstinenzrate auf 28,4 % gegenüber 14,7 % bei alleiniger Überweisung an eine Quitline, wie eine nationale Studie ergab. Die Intervention fand hohe Beteiligung und Patientenzufriedenheit.
Ein umfassendes, kontinuierliches telegesundheitliches Tabakentwöhnungsprogramm hat die Raucherentwöhnungsraten bei Patienten mit neu diagnostiziertem Krebs im Vergleich zu einer alleinigen Überweisung an eine Quitline verdoppelt, wie die Ergebnisse der landesweiten Smokefree Support Study 2.0 (EAQ171CD) zeigen, die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.
An der Studie nahmen 306 Patienten aus 37 Standorten des NCI Community Oncology Research Program (NCORP) teil. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer 6-monatigen proaktiven Telehealth-Beratung und Nikotinersatztherapie (NRT) oder einer Überweisung an die Quitline des NCI (erweiterte Standardversorgung) zugewiesen. Nach 6 Monaten rauchten 28,4 % der Interventionsgruppe nicht, verglichen mit 14,7 % in der Kontrollgruppe. Von denjenigen, die mit dem Rauchen aufhörten, taten dies mehr als die Hälfte innerhalb der ersten 3 Monate, und die Rückfallraten blieben niedrig.
Die Beteiligung unterschied sich deutlich zwischen den Gruppen: 81 % der Patienten in der kontinuierlichen Intervention nahmen an Beratungssitzungen teil, während nur 5 % der an die Quitline überwiesenen Patienten auch nur eine einzige Sitzung absolvierten. Die selbstberichtete NRT-Nutzung nach 6 Monaten betrug 83 % in der Interventionsgruppe gegenüber 49,5 % in der Kontrollgruppe. Patienten in der Intervention nutzten fast viermal häufiger leitliniengerechte Medikamente zur Raucherentwöhnung.
Die zusätzlichen Kosten pro Patient, der mit dem Rauchen aufhörte, betrugen 7.724 $.
Der Hauptautor erklärte: „Unsere Studie zeigt, dass Patienten, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen, mit größerer Wahrscheinlichkeit mit dem Rauchen aufhören, wenn sie proaktive, kontinuierliche Unterstützung erhalten, anstatt nur eine Überweisung. Genauso wichtig ist, dass diese Ergebnisse zeigen, dass eine evidenzbasierte Tabakentwöhnung erfolgreich in die routinemäßige onkologische Versorgung in der Gemeinschaft integriert werden kann." Der leitende Autor fügte hinzu: „Die Integration einer kontinuierlichen Tabakentwöhnung in die onkologische Versorgung in der Gemeinschaft kann dazu beitragen, eine kritische Lücke in der Krebsversorgung zu schließen. Diese Ergebnisse unterstützen den nächsten Schritt, um zu testen, wie eine kontinuierliche, virtuelle Tabakentwöhnung in der gesamten onkologischen Gemeinschaft am besten ausgeweitet werden kann."
Die Patientenzufriedenheit war hoch: Etwa 90 % der Interventionsempfänger gaben an, die gewünschte Unterstützung bei der Raucherentwöhnung erhalten zu haben, verglichen mit 40 % in der Kontrollgruppe. Die Teilnehmer schätzten die regelmäßigen Check-ins, das Verhaltenscoaching, Bewältigungsstrategien für Rauchverlangen und die NRT.
Fortgesetztes Rauchen bei Krebspatienten ist mit negativen Folgen verbunden, darunter erhöhte Behandlungstoxizität, verringerte Therapiewirksamkeit und ein höheres Rückfallrisiko. Dennoch erhalten die meisten Krebspatienten lediglich kurze Ratschläge zum Aufhören, ohne tatsächliche Entwöhnungshilfe. Das pragmatische Studiendesign und die breiten Einschlusskriterien spiegeln die routinemäßige onkologische Versorgung in der Gemeinschaft wider.