FDA-Frühzugang für Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs und finale ARROW-Daten: Aktuelle Entwicklungen in der Onkologie
Die FDA gewährte einem Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs einen Frühzugang; die finalen ARROW-Daten für Pralsetinib bei RET+-NSCLC wurden veröffentlicht. Ein Verantwortlicher des Sarah Cannon Research Institute skizzierte eine tumoragnostische Vision und hob neue onkologische Forschungsergebnisse hervor.
Die FDA hat einem vielversprechenden Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs einen Frühzugang gewährt, wie der Leiter der Frühphasen-Arzneimittelentwicklung am Sarah Cannon Research Institute ankündigte. Derselbe Verantwortliche präsentierte zudem die finalen Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten der Phase-I/II-Studie ARROW zu Pralsetinib bei fortgeschrittenem RET-Fusions-positivem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom, die im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.
„Patienten mit einer der tödlichsten Krebsarten haben um eine nicht zugelassene Behandlung gebeten, die ihr Leben verlängern könnte“, so der Verantwortliche. Er fügte hinzu, dass Daten auf der bevorstehenden Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) erwartet werden.
Die ARROW-Studie mit dem Titel „Final Efficacy and Safety Data From the Phase I/II ARROW Study of Pralsetinib in Patients With Advanced RET Fusion–Positive Non–Small Cell Lung Cancer“ wurde im Journal of Clinical Oncology der ASCO veröffentlicht. Der Verantwortliche merkte an, dass der erste RET-positive Patient überhaupt in die Studie mit dem Medikament aufgenommen wurde.
In einer Grundsatzrede beim Miami Precision Oncology Symposium skizzierte der Verantwortliche eine Vision zur Beschleunigung der tumoragnostischen Arzneimittelentwicklung – von heute 10 Zulassungen auf 50 bis 100 in den nächsten 25 bis 50 Jahren, „damit jeder Patient eine Therapie erhält, die auf molekularer Identität basiert und nicht auf anatomischem Zufall“. Ein Perspektivartikel, der diese Vision unter dem Titel „Rethinking Cancer Drug Development through Tumor-agnostic Precision Medicine“ erweitert, wurde in Cancer Discovery veröffentlicht.
Der Verantwortliche hob außerdem eine Auswahl aktueller Publikationen hervor: eine Nature-Studie über die „Spatial distribution of the proteome in the human body and across cancers“, die Auswirkungen auf die Identifizierung präziser Wirkstofftargets, die Wiederverwendung von Arzneimitteln und die Vorhersage von On-Target-/Off-Target-Effekten hat; einen Nature-Artikel über „Evidence for improved DNA repair in the long-lived bowhead whale“; einen Kommentar in Nature Reviews Cancer über „Mutation-centric kinase drug repurposing for rare cancers“; und einen Artikel in Trends in Cancer über „Beyond one gene, one target: Next-generation precision oncology“. Weitere hervorgehobene Arbeiten befassten sich mit Bakterienengineering für die Krebstherapie, einem Zellzustand mit hohem MAPK- und niedrigem WNT-Signal, der die metastatische Disseminierung beim kolorektalen Karzinom vorantreibt, der gezielten Beeinflussung des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs, der Targeting von Claudinen bei Krebs, der pharmakologischen Hemmung von PMS2 sowie dem Darmmikrobiom bei reseziertem Hochrisiko-Melanom.
Im Vorfeld der ASCO 2026 berichtete der Verantwortliche, dass Gespräche mit einem Kollegen bei Pfizer „neue Targets, neue Medikamente, neue Strategien“ umfassten und dass das Treffen mit dem NCI-Direktor unterstrichen habe, dass „dies die besten Zeiten in der Onkologieforschung“ seien, während sich die Bemühungen auf das „Undruggable“ konzentrierten. Ein separater Beitrag reflektierte die zehnjährige Reise der ROME-Studie in der Präzisionsonkologie, die in Annals of Oncology veröffentlicht wurde.