Novartis: Remibrutinib erreicht primären Endpunkt der Phase III bei chronischer induzierbarer Urtikaria
Novartis meldete positive Topline-Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RemIND zu oralem remibrutinib bei chronischer induzierbarer Urtikaria (CIndU). Der primäre Endpunkt wurde für symptomatischen Dermographismus, Kälteurtikaria und cholinerge Urtikaria erreicht, mit signifikant höheren Raten vollständiger Response gegenüber Placebo in Woche 12.
Novartis hat positive Topline-Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RemIND zu oralem remibrutinib bei chronischer induzierbarer Urtikaria (CIndU) bekannt gegeben. Der primäre Endpunkt wurde für die drei häufigsten CIndU-Typen erreicht: symptomatischer Dermographismus, Kälteurtikaria und cholinerge Urtikaria – mit signifikant höheren Raten vollständiger Response gegenüber Placebo in Woche 12.
Diese Daten stellen einen wichtigen Fortschritt in der Behandlung der CIndU dar und zeigen das Potenzial von remibrutinib, als erste zielgerichtete Therapie für CIndU einen erheblichen ungedeckten medizinischen Bedarf zu adressieren. Der Global Head of Immunology Development erklärte, dass die positiven RemIND-Studienergebnisse über drei unterschiedliche CIndU-Typen hinweg das Potenzial von oralem remibrutinib unterstreichen, bei Menschen mit CIndU eine vollständige Symptomfreiheit zu erreichen, und auf der kürzlich erteilten FDA-Zulassung bei chronischer spontaner Urtikaria (CSU) aufbauen. Die Ergebnisse bekräftigen, dass remibrutinib die erste zielgerichtete Therapie sein könnte, die spontane und induzierbare Formen der chronischen Urtikaria verbessert, und damit dazu beiträgt, eine große Versorgungslücke für Betroffene zu schließen.
Remibrutinib wurde gut vertragen und zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil, einschließlich keiner leberspezifischen Sicherheitsbedenken. Das Arzneimittel ist ein hochselektiver, oraler BTK-Inhibitor, der den BTK-Signalweg blockiert, der an der Freisetzung von Histamin beteiligt ist – einem wesentlichen Treiber von Quaddeln (wheals) und Schwellungen. Durch die Verringerung der Histaminfreisetzung hilft remibrutinib, die Symptome der CIndU zu lindern.
Novartis hat bei der U.S. Food and Drug Administration (FDA) einen ergänzenden New Drug Application (sNDA) eingereicht, um die Zulassung von remibrutinib zur Behandlung des symptomatischen Dermographismus, des häufigsten CIndU-Typs, zu beantragen. In den kommenden Monaten soll der vollständige Datensatz weltweit bei Gesundheitsbehörden eingereicht werden; zudem werden die Ergebnisse der RemIND-Studie auf anstehenden medizinischen Kongressen vorgestellt.
Die RemIND-Studie (NCT05976243) ist eine globale Phase-III-, multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie zur Bewertung von Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von remibrutinib bei Erwachsenen mit CIndU, die unter H1-Antihistaminika unzureichend kontrolliert ist. Der primäre Endpunkt von RemIND ist der Anteil vollständiger Responder in Woche 12, beurteilt mittels Provokationstests, die spezifisch für drei CIndU-Subtypen sind.
Die chronische induzierbare Urtikaria ist eine chronische Hauterkrankung, von der schätzungsweise 0,5 Prozent der Bevölkerung bzw. 29 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Es handelt sich um eine Form der chronischen Urtikaria, die durch Quaddeln und/oder Schwellungen gekennzeichnet ist und bei der identifizierbare äußere Auslöser vorliegen, wie Druck, Sonnenlicht, Reibung, Wärme, Kälte oder Wasser. CIndU unterscheidet sich von der chronischen spontanen Urtikaria (CSU), für die es keine spezifischen Auslöser gibt. CIndU stellt eine erhebliche Belastung im Alltag dar; viele Patientinnen und Patienten wechseln wiederholt zwischen Antihistaminika, ohne eine ausreichende Linderung zu erzielen. Da derzeit keine zugelassenen zielgerichteten Therapien verfügbar sind, besteht weiterhin eine klare und langjährige Lücke bei wirksamen Behandlungsoptionen für diese Patientengruppe.
Die häufigsten CIndU-Subtypen sind symptomatischer Dermographismus, Kälteurtikaria und cholinerge Urtikaria. Der symptomatische Dermographismus äußert sich durch juckende Quaddeln, die durch Scherkräfte auf der Haut, wie Reibung oder leichtes Kratzen, ausgelöst werden; sie treten innerhalb von weniger als 5 Minuten nach Kontakt auf und halten meist 30 Minuten an. Die Kälteurtikaria tritt nach Kälteexposition der Haut auf und führt zu Quaddeln oder Angioödem, die sich innerhalb von Minuten nach der Exposition entwickeln und in der Regel auf die exponierten Areale beschränkt sind. Die cholinerge Urtikaria zeigt sich mit charakteristischen kleinen, punktförmigen Quaddeln, die durch aktives oder passives Erwärmen des Körpers ausgelöst werden, unter anderem durch körperliche Belastung, starke Emotionen oder Baden in heißem Wasser.
In den USA und China ist remibrutinib zur Behandlung erwachsener Patientinnen und Patienten mit CSU zugelassen, die auf H1-Antihistaminika unzureichend ansprechen, unter dem Markennamen Rhapsido. Remibrutinib wird außerdem bei weiteren immunvermittelten Erkrankungen untersucht, darunter Hidradenitis suppurativa (HS) und Nahrungsmittelallergie, zusätzlich zu weiteren Indikationen im Neuroscience-Portfolio des Unternehmens.