Gemcitabine-Kombinationstherapien in Studien zu Blasen- und Zervixkarzinom untersucht
Eine randomisierte Phase-II-Studie zeigte, dass die Zugabe von gemcitabine zu cisplatinbasierter Chemoradiotherapie bei muskelinvasivem Blasenkarzinom keinen Vorteil beim krankheitsfreien Überleben bringt. Eine separate Untersuchung berichtet hingegen über bessere Ergebnisse bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom, wenn gemcitabine plus lobaplatin mittels interventioneller Embolisation statt intravenös verabreicht wird.
Eine randomisierte Phase-II-Studie ergab, dass die Zugabe von gemcitabine zu einer cisplatinbasierten Chemoradiotherapie die Ergebnisse bei Patient:innen mit muskelinvasivem Blasenkarzinom nicht verbesserte. Die Studienergebnisse sollten aufgrund eines vorzeitigen Studienabbruchs und unzureichender Rekrutierung mit Vorsicht interpretiert werden.
Die Studie (NCT01495676) schloss 69 Patient:innen mit pT2–pT3N0M0 muskelinvasivem Blasenkarzinom nach makroskopisch vollständiger transurethraler Resektion ein. Vierundzwanzig Patient:innen erhielten eine Radiotherapie mit cisplatin allein, während 45 eine Radiotherapie mit cisplatin plus gemcitabine erhielten. Die Radiotherapie umfasste 63 Gy auf die Harnblase und 45 Gy auf das Becken bei 1,8 Gy pro Fraktion. Cisplatin wurde mit 20 mg/m2/Tag über 4 Tage alle 21 Tage verabreicht; im experimentellen Arm wurde gemcitabine mit 25 mg/m2 zweimal wöchentlich gegeben.
Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 63 Monaten war das krankheitsfreie Überleben nach zwei Jahren zwischen den Gruppen ähnlich: 58,3% (95%-KI 36,6–77,9) unter cisplatin allein versus 60,0% (95%-KI 44,3–74,3) unter der Kombination. Das mediane krankheitsfreie Überleben betrug 29,8 Monate im cisplatin-Arm gegenüber 37,4 Monaten im gemcitabine-cisplatin-Arm. Das Gesamtüberleben nach 24 Monaten lag bei 91,3% (95%-KI 69,5–97,8) für cisplatin allein und bei 66,7% (95%-KI 50,2–78,8) für die Kombination. Nach 60 Monaten betrug das Gesamtüberleben 66,8% (95%-KI 39,6–83,9) bzw. 53,7% (95%-KI 37,2–67,6). Die Toxizitätsprofile waren vergleichbar, mit Ausnahme einer Zunahme von Zytopenien im gemcitabine-Arm.
In einer separaten Studie zum fortgeschrittenen Zervixkarzinom zeigte gemcitabine kombiniert mit lobaplatin, verabreicht mittels interventioneller Embolisation, signifikant bessere Ergebnisse als eine intravenöse Gabe. Sechzig Patient:innen wurden randomisiert entweder einer interventionellen Embolisation (30 Fälle) oder einem intravenösen Tropf (30 Fälle) von gemcitabine plus lobaplatin zugeteilt.
Die Gruppe mit interventioneller Embolisation zeigte signifikant bessere Ergebnisse (P <0,05) sowie deutliche Veränderungen der Vaginalflora. Der Anteil von Gardnerella vaginalis in der Therapiegruppe sank von 43,51% vor der Behandlung auf 13,54% nach der Behandlung, und die Rate der Zellmembranbildung war signifikant verkürzt. Allerdings wurden zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Koloniengehalt oder Verzögerung der Zellmembranbildung festgestellt.
Der Ansatz der interventionellen Embolisation verbesserte nicht nur die Behandlungseffektivität und die Überlebensprognose bei Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom, sondern modulierte auch das Ungleichgewicht der vaginalen Mikrobiota und hemmte die Biofilmbildung von Gardnerella vaginalis. Diese Ergebnisse liefern eine neue theoretische Grundlage, um klinische Behandlungsstrategien für Zervixkarzinom zu optimieren und die Beziehung zwischen Krebstherapie und vaginalem mikroökologischem Gleichgewicht zu untersuchen.