FDA führt neuen Zulassungsweg für individualisierte Therapien bei seltenen Erkrankungen ein

Die FDA hat einen neuen „plausible mechanism pathway“ etabliert, um personalisierte Genom-Editierungs- und RNA-basierte Therapien für seltene und ultra-seltene Erkrankungen zuzulassen, wenn große randomisierte kontrollierte Studien nicht praktikabel sind. Das Konzept erlaubt eine Zulassung auf Basis einer gut kontrollierten klinischen Untersuchung, ergänzt durch bestätigende Evidenz.

Die FDA hat ein neues Zulassungsverfahren für zielgerichtete individualisierte Therapien eingeführt, darunter Genom-Editierung und RNA-basierte Therapien, die zur Behandlung seltener und ultra-seltener Erkrankungen vorgesehen sind, bei denen randomisierte kontrollierte Studien nicht durchführbar sind. Der HHS Secretary und der FDA Commissioner kündigten das neue Verfahren, den sogenannten „plausible mechanism pathway“, am Montag während einer Pressekonferenz an.

Laut dem Entwurf der Leitlinie, herausgegeben vom Center for Biologics Evaluation and Research und dem Center for Drug Evaluation and Research, kann die FDA bestimmte maßgeschneiderte, personalisierte Behandlungen zulassen oder genehmigen, indem „substantielle Evidenz für Wirksamkeit und Sicherheit“ erzeugt wird. Im Rahmen des Konzepts kann eine gut kontrollierte klinische Untersuchung, gestützt durch bestätigende Evidenz, eine Zulassung tragen.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz stand der Fall eines Säuglings aus der Region Philadelphia, der mit einer seltenen Erkrankung namens Carbamoylphosphat-Synthetase-1-Mangel (CPS1) geboren wurde, die durch einen Defekt im CPS1-Gen verursacht wird. Der Leiter des Programms Gene Therapy for Inherited Metabolic Disorders am Children's Hospital of Philadelphia sowie ein Kardiologe, Genetiker und Gen-Editor an der University of Pennsylvania hatten zur Anwendung von Gen-Editierung geforscht, um personalisierte Interventionen für Patienten mit Herzerkrankungen zu entwickeln. Sie kamen auf die Idee, die Behandlung bei dem Säugling mit CPS1 anzuwenden.

Die Behandlung war für den Säugling am CHOP erfolgreich. Die Therapie enthält eine kleine Komponente, die wie ein GPS funktioniert, und durch das Austauschen der Adresse in diesem GPS steuert die Therapie ein anderes Gen an und nimmt eine gewünschte Veränderung vor. Dieser Ansatz kann für viele Patienten mit leberzentrierten Erkrankungen individualisiert werden, indem das GPS immer wieder angepasst wird, um die genetische „Rechtschreibfehler“ jedes Patienten zu korrigieren.

Vor diesem Hintergrund entwickelte die FDA ein stufenweises operatives Modell, mit dem Patienten mit seltenen Erkrankungen mit solchen individualisierten, experimentellen Therapien behandelt werden können. Der plausible mechanism framework soll die Lücke zwischen vielversprechender Wissenschaft und regulatorischer Zulassung schließen – also dem, was es ermöglicht, dass Behandlungen kommerziell verfügbar werden, erstattet und skaliert werden, sodass alle Patienten, die sie benötigen, Zugang erhalten.

Laut einer Pressemitteilung von HHS soll der vorgeschlagene Weg fünf Schlüsselelemente umfassen – die Identifizierung molekularer oder zellulärer Auffälligkeiten, die Ausrichtung auf die zugrunde liegende Veränderung, die Nutzung von Natural-History-Daten, Evidenz für die erfolgreiche Anwendung der Technologie sowie den Nachweis eines klinischen Nutzens. Vorgaben für die FDA-Zulassung und Analysen nach dem Inverkehrbringen sind ebenfalls Teil des Protokolls.

Etwa 30 Millionen Amerikaner leben mit seltenen Erkrankungen. Die Arten individualisierter, genetischer Therapien, die derzeit entwickelt werden, passen schlicht nicht in das traditionelle Modell der Arzneimittelentwicklung – insbesondere bei seltenen und ultra-seltenen Erkrankungen.

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References

  1. RARE: Pivotal Angelman phase III data and key gene therapy approvals expected this year · tradingview.com
  2. FDA provides new approval process for rare disease therapies without large clinical trials · healio.com
  3. Next frontiers of rare disease research - The Washington Post · washingtonpost.com