Pfizer-Wirkstoff gegen Ekzem kommt voran; oraler BTK-Inhibitor zeigt Potenzial bei Nahrungsmittelallergie

Pfizer berichtet, dass tilrekimig in einer Studie der mittleren Phase bei atopischer Dermatitis den primären Endpunkt erreichte und nach 16 Wochen die Symptome deutlich reduzierte; nun soll der Wirkstoff in die klinische Prüfung der späten Phase übergehen. In einer separaten Phase-II-Studie zeigte zudem der orale BTK-Inhibitor remibrutinib eine rasche Wirksamkeit bei Erdnussallergie, mit messbaren Effekten teils bereits nach einer Woche.

US-Arzneimittelhersteller Pfizer teilte am Montag mit, dass sein experimentelles Medikament gegen eine chronische Hauterkrankung in einer Studie der mittleren Phase den wichtigsten Endpunkt erreicht habe. Bei den mit dem Wirkstoff tilrekimig behandelten Patienten kam es nach 16 Wochen zu einer deutlichen Symptomreduktion; zudem wurde das Medikament in der Studie gut vertragen und zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil.

Der Wirkstoff wird derzeit bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis bzw. Ekzem getestet – einer Hauterkrankung, die Juckreiz, ausgedehnte Ausschläge und Entzündungen verursacht und dadurch Alltagsaktivitäten beeinträchtigen kann. Über drei Dosierungen hinweg lag der Anteil der Patienten mit ausgeprägter Besserung bei 38,7 %, 51,9 % und 49,4 % und damit höher als unter Placebo.

Auf Basis der Ergebnisse erklärte Pfizer, man plane, den Wirkstoff in die klinische Prüfung der späten Phase bei Ekzemen zu überführen; der Start der Studie werde noch in diesem Jahr erwartet. Pfizer beabsichtigt außerdem, den Wirkstoff für Asthma und chronisch obstruktive Lungenerkrankung weiterzuentwickeln.

In einer separaten Forschung zu Nahrungsmittelallergien erhöhte orales remibrutinib (Rhapsido) in einer Phase-II-Studie die Erdnusstoleranz bei Erwachsenen mit nachgewiesener Erdnussallergie; ein Nutzen zeigte sich teils bereits nach 1 Woche. Nach 4 Wochen Behandlung mit dem Bruton's tyrosine kinase (BTK)-Inhibitor tolerierten 40,0 % (sechs von 15) der Patienten, die die niedrigste Dosis von 10 mg zweimal täglich erhielten, mindestens 600 mg Erdnussprotein – das entspricht 2,5 Erdnüssen. Dieser Anteil stieg auf die Hälfte (acht von 16) bei 25 mg zweimal täglich und auf 86,7 % (13 von 15) bei 100 mg zweimal täglich, während dies unter Placebo keinem Teilnehmer gelang.

Alle sechs Patienten, die nach 3 Wochen Placebo lediglich 1 Woche remibrutinib mit 25 mg zweimal täglich erhielten, tolerierten die Provokation ohne Reaktion bis mindestens 600 mg Erdnussprotein. In die Studie wurden 76 Erwachsene (18–55 Jahre) mit dokumentierter Anamnese einer Erdnussallergie, qualifizierendem erdnussspezifischem IgE sowie positivem Haut-Pricktest auf Erdnussallergen eingeschlossen. Die dosisabhängig eine Reaktion auslösende Ausgangsdosis lag bei allen Teilnehmenden in der Baseline-Provokation bei 30 mg oder darunter. Von den 66 Patienten, die die Studie abschlossen, wurden 59 in die finale Wirksamkeitsanalyse aufgenommen, ohne als nicht therapietreu eingestuft zu werden.

Die einzige zugelassene Behandlung von Nahrungsmittelallergien, die nicht allergenspezifisch ist, ist omalizumab (Xolair). Omalizumab ist mittlerweile von der FDA für Kinder ab 1 Jahr zugelassen – entweder als Monotherapie oder vor Beginn einer oralen Immuntherapie. Die Injektion muss alle zwei bis vier Wochen verabreicht werden; wenn man sie absetzt, kehrt der Körper in den allergischen Zustand zurück.

Das Nebenwirkungsprofil von remibrutinib sei sehr beruhigend gewesen, ohne besorgniserregende Signale hinsichtlich Infektionen, Parasitosen, Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege oder potenzieller systemischer Effekte wie Petechien, Veränderungen der Blutzellzahlen oder neu auftretender Leberenzymauffälligkeiten. Aufgrund dieser Ergebnisse und weiterer Evidenz aus anderen Krankheitsmodellen ist geplant, später im Jahr 2026 eine Phase-III-Studie bei Erwachsenen und Jugendlichen mit IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergie zu starten, die voraussichtlich über Erdnüsse hinaus ausgeweitet wird.

Nahrungsmittelallergien betreffen 8 bis 10 % der US-Bevölkerung. Die orale Immuntherapie, bei der täglich kleine Mengen des allergieauslösenden Lebensmittels eingenommen werden und der Körper im Verlauf des Zeitraums desensibilisiert wird, wurde 2020 von der FDA zugelassen.

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References

  1. Pfizer's eczema drug meets main goal in mid-stage trial, plans late-stage study | Reuters · reuters.com
  2. Oral Biologic Shows Promise for Food Allergy Treatment - MedPage Today · medpagetoday.com
  3. 'Living with food allergy has a bigger quality-of-life toll than we realize' | Stanford Report · news.stanford.edu