Krebs-Immuntherapie-Resistenzmechanismen durch zelluläre Stress- und Seneszenz-Signalwege aufgeklärt

Forschungsergebnisse zeigen, dass therapieinduzierte seneszente Krebszellen und der integrierte Stressantwort-Signalweg eine Doppelrolle bei der Resistenz gegen Krebs-Immuntherapien spielen. Die ATF4-LCN2-Achse unterdrückt die Anti-Tumor-Immunität durch Förderung immunsuppressiver Makrophagen, während seneszente Zellen sowohl Immunantworten verstärken als auch hemmen können. Diese Erkenntnisse zeigen neue Angriffspunkte zur Verbesserung der Immuntherapie-Wirksamkeit auf.

Krebs-Immuntherapien haben die Behandlungsergebnisse für Patienten deutlich verbessert, insbesondere in Kombination mit konventionellen Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie und zielgerichteter Therapie, aber Resistenzmechanismen schränken weiterhin die Wirksamkeit ein. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass therapieinduzierte seneszente Krebszellen (TISCCs) und der integrierte Stressantwort-Signalweg (ISR) eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Immunflucht und therapeutischer Resistenz spielen, was eine große Herausforderung für die Optimierung von Kombinationsbehandlungsstrategien darstellt.

Nach konventionellen Therapien kann eine Untergruppe von Krebszellen in einen seneszenten Zustand übergehen, wobei sie die Proliferation einstellen, aber metabolisch aktiv bleiben und im Gewebe persistieren. Solche TISCCs beeinflussen die Anti-Tumor-Immunantworten auf gegensätzliche Weise – sie können die Tumorimmunogenität durch die Präsentation von Neo-Antigenen und die Aktivierung angeborener Immunsignalwege verstärken, aber sie können auch die T-Zell-Immunflucht und therapeutische Resistenz fördern, was letztendlich zu einer immunsuppressiven Tumormikroumgebung führt. Diese Doppelrolle der TISCCs stellt einen kritischen Bestimmungsfaktor für die Wirksamkeit der Immuntherapie dar, was ihre präzise Modulation zu einer großen Herausforderung macht.

Gleichzeitig aktivieren Krebszellen die integrierte Stressantwort (ISR), um sich an Stress anzupassen und der Therapie zu widerstehen. ISR-Signale konvergieren auf den aktivierenden Transkriptionsfaktor 4 (ATF4), der zellintrinsische Transkriptionsprogramme steuert, die an metabolischer Anpassung, Überleben und Wachstum beteiligt sind. Forschungsergebnisse zeigen, dass der Verlust von ATF4 das Tumorwachstum in immunkompetenten Mäusen erheblich verringert, aber nicht in immungeschwächten, indem er T-Zell-abhängige Anti-Krebs-Immunantworten verstärkt.

Ein unvoreingenommener genetischer Screen von ATF4-regulierten Genen identifiziert Lipocalin 2 (LCN2) als den Haupt-ATF4-abhängigen Effektor, der die Anti-Tumor-Immunität beeinträchtigt, indem er die Infiltration mit immunsuppressiven interstitiellen Makrophagen begünstigt. LCN2 fördert den T-Zell-Ausschluss und die Immunflucht in präklinischen Mausmodellen und korreliert mit verminderter T-Zell-Infiltration bei Patienten mit Lungen- und Pankreasadenokarzinomen. Anti-LCN2-Antikörper fördern robuste Anti-Tumor-T-Zell-Antworten in Mausmodellen aggressiver solider Tumore.

Die Studie zeigt, dass die ATF4-LCN2-Achse eine zellextrinsische Rolle bei der Unterdrückung der Anti-Krebs-Immunität hat und den Weg für einen Immuntherapie-Ansatz ebnen könnte, der auf LCN2 abzielt. Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICIs) haben die Anti-Krebs-Therapie revolutioniert und sind zur Erstlinientherapie für mehrere Krebsarten geworden, aber viele solide Tumore sprechen nicht auf Standard-ICIs an. Ein besseres Verständnis der Mechanismen, die der Immunflucht von ICI-refraktären Krebsarten zugrunde liegen, ist daher wesentlich, um Anti-Krebs-Behandlungen zu verbessern.

Solide Tumore gestalten ihre unmittelbare Tumormikroumgebung zunehmend um und erzeugen Merkmale, die die Fitness und Eigenschaften von Zellen innerhalb der TME beeinflussen, wie Hypoxie, Nährstoffmangel und Abfallakkumulation. Als Reaktion darauf aktivieren Krebszellen die ISR, ein evolutionär konserviertes zelluläres Abwehrsystem, das durch verschiedene Stressfaktoren ausgelöst wird, einschließlich fehlgefalteter Proteine, Aminosäuremangel und mitochondrialer Dysfunktion. Der zentrale Treiber der ISR-Aktivierung ist die Phosphorylierung des eukaryotischen Translationsinitiationsfaktors 2α (eIF2α), der die globale Translation reduziert, während er selektiv die Translation von ATF4 fördert.

Die ISR und ihr Haupt-Transkriptionseffektor ATF4 erweisen sich als Schlüsselakteure, die auf mehrere intrinsische Stressfaktoren während der Tumorentstehung reagieren und zur Therapieresistenz beitragen. Obwohl diese TME-Merkmale auch die Anti-Tumor-Immunität tiefgreifend beeinflussen, bleibt der krebzellextrinsische Beitrag der ISR und der ATF4-Achse zu diesem Prozess weitgehend unbekannt. Die meisten Studien, die die Rolle von ATF4 in Krebszellen untersucht haben, wurden in vitro oder in immundefizienten Tieren durchgeführt, und folglich wurde seine potenzielle Rolle bei der Anpassung und Resistenz gegenüber Wirtsimmunantworten während der Tumorentstehung nicht definiert.

Entstehende therapeutische Ansätze zielen darauf ab, die TISCC-getriebene Immunsuppression zu mildern und die Gesamtwirksamkeit von immuntherapiebasierten Kombinationsregimen zu verbessern. Die doppelten regulatorischen Funktionen sowohl von TISCCs als auch des ISR-ATF4-LCN2-Signalwegs unterstreichen die Komplexität der Tumor-Immun-Interaktionen und die Notwendigkeit vielschichtiger Strategien, um die Immuntherapie-Resistenz zu überwinden.

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References

  1. Therapy -induced senescent cancer cells as bidirectional regulators of antitumor immunity ... - Nature · nature.com
  2. Rewiring STAT signaling from the cell surface with Trikine immunotherapeutics - Science · science.org
  3. The integrated stress response promotes immune evasion through lipocalin 2 - Nature · nature.com