BMS-CELMoD Mezigdomid verdoppelt PFS bei Myelom – FDA prüft Iberdomid
BMS‘ Mezigdomid hat auf der ASCO-Jahrestagung das progressionsfreie Überleben beim rezidivierten/refraktären multiplen Myelom mehr als verdoppelt, während die FDA Iberdomid im Priority-Review prüft und bis zum 17. August eine Entscheidung erwartet wird. C4 Therapeutics hat den ersten Patienten in seiner Phase-2-Studie MOMENTUM mit Cemsidomid dosiert.
Bristol Myers Squibb hat auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology Daten präsentiert, die zeigen, dass sein CELMoD-Kandidat Mezigdomid das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom mehr als verdoppelt hat. Gleichzeitig hat die FDA ein Priority-Review für ein weiteres BMS-CELMoD, Iberdomid, eingeleitet; eine Entscheidung wird bis zum 17. August erwartet.
Die Daten stammen von 479 Patienten, die in der Phase-3-Studie SUCCESSOR-2 analysiert wurden. Darin wurde Mezigdomid in Kombination mit Amgens Kyprolis und Dexamethason gegen die alleinige Gabe dieser beiden Wirkstoffe getestet. Patienten im Mezigdomid-Arm lebten im Durchschnitt 18 Monate ohne Krankheitsprogression, verglichen mit 8,3 Monaten bei Patienten, die nur Kyprolis und Dexamethason erhielten. Das Mezigdomid-Regime senkte das Risiko einer Krankheitsprogression oder des Todes um 52 %. Zudem verdreifachte Mezigdomid nahezu die Rate vollständiger Remissionen auf 26,7 % gegenüber 8,9 % im Kontrollarm – obwohl die Patienten in der Studie bereits intensiv vorbehandelt waren.
Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch nicht ausgereift, doch die Kurven beginnen sich bereits abzuzeichnen. Die Nebenwirkungen waren im Mezigdomid-Arm schwerwiegender: 83,7 % der Patienten berichteten über behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse Grad 3 oder 4, gegenüber 56,5 % in der Kontrollgruppe. Das Sicherheitsprofil entspricht früheren Studien, und die Nebenwirkungen wurden als beherrschbar beschrieben.
BMS plant, die Mezigdomid-Daten zu einem späteren Zeitpunkt mit der FDA zu besprechen. In der Zwischenzeit hat die FDA ein Priority-Review für Iberdomid als Zusatztherapie zu Johnson & Johnson und Genmabs Darzalex (Daratumumab) und Dexamethason bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom eingeleitet. Der Antrag basiert auf der EXCALIBER-RRMM-Studie, die eine statistisch signifikante Verbesserung der Minimal-Residual-Disease-Negativität im Vergleich zum Kontrollarm ergab. Die Studie wird fortgesetzt, um das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben zu bewerten. Iberdomid wurde von der FDA der Breakthrough-Status verliehen.
CELMoD-Wirkstoffe – Cereblon-E3-Ligase-Modulatoren – haben noch keine FDA-Zulassung erhalten. Sie ähneln den bereits zugelassenen Proteindegradern von BMS – Thalidomid, Revlimid und Pomalyst – und sind darauf ausgelegt, die Transkriptionsfaktoren Ikaros und Aiolos zu targetieren, auf die das multiple Myelom angewiesen ist. BMS‘ Blutkrebs-Sparte sieht sich bereits mit Generika-Konkurrenz für Revlimid und Pomalyst konfrontiert, deren Umsätze im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 2,35 Milliarden Dollar bzw. um 23 % auf 2,34 Milliarden Dollar zurückgingen. Analystenprognosen für Iberdomids Spitzenumsätze reichen von knapp über 1 Milliarde bis zu 5 Milliarden Dollar.
Alle drei BMS-CELMoDs – Iberdomid, Mezigdomid und Golcadomid (für Lymphome) – wurden im Rahmen der 74-Milliarden-Dollar-Übernahme von Celgene im Jahr 2019 erworben. Mezigdomid wurde im IQVIA-Bericht „Neue Medikamente im Blick 2026“ hervorgehoben, der besagt, dass bei positiven Ergebnissen der beiden Phase-3-Studien (SUCCESSOR-1 und SUCCESSOR-2) die Umsätze bis 2031 fast 1,5 Milliarden Dollar erreichen könnten.
Ein potenzieller Rivale in der CELMoD-Kategorie ist C4 Therapeutics, dessen Cemsidomid den ersten Patienten in der Phase-2-Studie MOMENTUM erhalten hat. Diese untersucht Cemsidomid in Kombination mit Dexamethason bei rezidiviertem/refraktärem multiplem Myelom. Die offene, einarmige Studie wird etwa 100 Patienten einschließen, die mindestens drei vorherige Anti-Myelom-Therapien erhalten haben. Der Einschluss soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein. C4 Therapeutics plant zudem, im zweiten Quartal dieses Jahres eine Phase-1b-Studie zu Cemsidomid in Kombination mit Elranatamab zu starten. Weitere CELMoD-Kandidaten befinden sich in frühen Entwicklungsphasen bei Nurix (Zelebrudomid) und Gluetacs (GT919 und GT929).