Bariatrische Chirurgie senkt kardiovaskuläres Risiko stärker als GLP-1-Medikamente bei Adipositas und Diabetes
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus dem Jahr 2026 zeigt, dass metabolische und bariatrische Chirurgie (MBS) bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes einen stärkeren kardiovaskulären Schutz bietet als GLP-1-Rezeptoragonisten. Im Vergleich zur GLP-1-Therapie war MBS mit einer relativen Risikoreduktion von 52% bei MACE und Gesamtmortalität verbunden.
Metabolische und bariatrische Chirurgie (MBS) bietet bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes einen stärkeren kardiovaskulären Schutz als Glucagon-like peptide-1 (GLP-1)-Rezeptoragonisten, wie eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse aus dem Jahr 2026 zeigt. Die Operation schnitt sowohl bei den Endpunkten „major adverse cardiovascular events“ (MACE) als auch bei der Gesamtmortalität günstiger ab.
In die Analyse wurden nahezu 20.000 Personen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes eingeschlossen. MBS war im Vergleich zu einer Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten mit einer signifikanten Reduktion des Risikos für MACE und Gesamtmortalität assoziiert, mit einer relativen Risikoreduktion von 52%. Die Analyse ergab zudem, dass MBS im Vergleich zur Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten einen stärkeren und anhaltenderen Gewichtsverlust bewirkt.
Die beobachteten Vorteile der MBS gingen über die glykämische Kontrolle und den Gewichtsverlust hinaus. Die Forschenden vermuteten, dass dies den multifaktoriellen Einfluss der Operation auf das metabolische und kardiovaskuläre Risiko widerspiegelt. Obwohl beide Behandlungswege einen erheblichen klinischen Nutzen bieten, führte MBS zu einer ausgeprägteren und dauerhaft anhaltenden Risikoreduktion. Dies zeigte sich besonders bei Patientinnen und Patienten mit langjährigem Diabetes und höherem kardiovaskulärem Risiko.
MBS hat sich als hochwirksame Intervention etabliert und führt bei etwa 31% bis 56% der Patientinnen und Patienten zu einer Remission des Diabetes. Die Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten ist eine etablierte Behandlungsoption, die metabolische Parameter verbessert sowie kardiovaskuläre Mortalität und Hospitalisierungsraten senkt.
GLP-1-Rezeptoragonisten sind wirksam, um kardiovaskuläre Ereignisse zu reduzieren und metabolische Parameter zu verbessern, doch scheint der (insbesondere langfristige) Nutzen für Patientinnen und Patienten mit einem chirurgischen Eingriff größer zu sein. Die Forschenden betonten, dass eine Therapie mit GLP-1-Rezeptoragonisten für Patientinnen und Patienten, die für eine Operation nicht infrage kommen oder eine nicht-chirurgische Intervention wünschen, weiterhin unverzichtbar bleibt.
Aktuelle Metaanalysen und groß angelegte Kohortenstudien liefern robuste Belege dafür, dass MBS bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes im Vergleich zu GLP-1-Rezeptoragonisten sowohl hinsichtlich MACE als auch hinsichtlich der Gesamtmortalität günstiger ist. Die Übersichtsarbeit verglich die Effekte von MBS und GLP-1-Rezeptoragonisten auf die Gesamtmortalität und nicht-tödliche MACE bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes.