Upadacitinib und Risankizumab zeigen vergleichbare Remission bei Morbus Crohn nach Anti-TNF-Versagen

Eine retrospektive Studie fand eine vergleichbare kortikosteroidfreie Remission mit Upadacitinib und Risankizumab bei Anti-TNF-exponierten Morbus-Crohn-Patienten. Upadacitinib zeigte in Woche 52 eine höhere endoskopische Remission, aber mehr unerwünschte Ereignisse. Sowohl JAK- als auch IL-23-Inhibitoren prägen den wachsenden IBD-Behandlungsmarkt.

Eine retrospektive Kohortenstudie an Anti-TNF-exponierten Erwachsenen mit Morbus Crohn ergab vergleichbare Raten der kortikosteroidfreien klinischen Remission 12 bis 24 Wochen nach Induktion mit Upadacitinib versus Risankizumab, ohne signifikanten Unterschied nach Adjustierung für den Schweregrad der Erkrankung (adjustierte Odds Ratio 1,05; 95 %-KI 0,46–2,41; P=0,906). Die in Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte Analyse umfasste 175 Patienten (Risankizumab n=115; Upadacitinib n=60), die zwischen Januar 2022 und November 2025 mit der Behandlung begannen. Zu Studienbeginn hatte ein höherer Anteil der Upadacitinib-Gruppe eine schwere Erkrankung (27 % vs. 10 %).

Die unadjustierte kortikosteroidfreie klinische Remission nach Induktion betrug 60 % (33/55) für Upadacitinib und 55 % (60/109) für Risankizumab. Auch der kombinierte Endpunkt aus kortikosteroidfreier klinischer und biochemischer Remission zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (adjustierte Odds Ratio 1,14; 95 %-KI 0,48–2,72; P=0,763). Beide Behandlungen führten zu signifikanten medianen Reduktionen von C-reaktivem Protein, fäkalem Calprotectin und dem Simple Endoscopic Score for Crohn’s Disease vom Ausgangswert bis nach der Induktion. In Woche 52 war Upadacitinib mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einer endoskopischen Remission assoziiert (adjustierte OR 7,96; 95 %-KI 1,7–37,23; P=0,009), obwohl die endoskopische Nachbeobachtung begrenzt war. Die Behandlungspersistenz unterschied sich nicht signifikant (Hazard Ratio 1,08; 95 %-KI 0,51–2,27; P=0,845).

Unerwünschte Ereignisse traten in der Upadacitinib-Gruppe häufiger auf (43,3 % vs. 22,6 %; adjustierte OR 3,26; 95 %-KI 1,46–7,32; P=0,004). Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 23,3 % der Upadacitinib-Patienten und 15,7 % der Risankizumab-Patienten auf. Infektiöse Komplikationen waren numerisch höher mit Upadacitinib (13,3 % vs. 4,3 %), erreichten jedoch nach Adjustierung keine Signifikanz (aOR 3,4; 95 %-KI 0,9–12,89; P=0,072).

Upadacitinib, ein von AbbVie entwickelter JAK-Inhibitor, zeichnet sich durch seinen schnellen Wirkungseintritt und die bequeme orale Einnahme aus, was eine schnelle Symptombesserung ermöglicht, obwohl kardiovaskuläre und infektiöse Risiken überwacht werden müssen. Risankizumab, ein ebenfalls von AbbVie stammender IL-23-Inhibitor, zielt gezielt auf Entzündungswege ab und hat ein günstiges Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil gezeigt, was es zu einer Eckpfeilertherapie bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung macht. Der globale Markt für IBD-Therapeutika wird bis zum Ende des Jahrzehnts auf über 30 Milliarden US-Dollar geschätzt, angetrieben durch solche zielgerichteten Behandlungen.

Related Entities

Related Articles

References

  1. Upadacitinib, Risankizumab Show Comparable Remission After Anti-TNF Failure in CD · gastroenterologyadvisor.com
  2. Three Years of Upadacitinib Data Offer Reassurance on Laboratory Safety in AD · dermatologytimes.com
  3. IBD's New Power Rankings for 2026: The 5 Breakthrough Remedies Redefining Treatment · vocal.media