Fortschritte in der präzisionsgestützten psychischen Gesundheit: TMS-Forschung, NHS-Genomstudie und neuer globaler Preis
Fortschritte in der präzisionsgestützten psychischen Gesundheitsforschung umfassen im Nature Molecular Psychiatry veröffentlichte TMS-Ergebnisse, die zeigen, dass gezielte Hirnstimulation spezifische Symptome von Depression und Angst behandeln kann, die Einführung der dreijährigen GlobalMinds NHS-Genomstudie zur Analyse von 49.000 DNA-Proben sowie den neuen Wellcome Prize for Mental Health Science mit einem Preisgeld von 1 Million US-Dollar.
Mehrere Entwicklungen in der präzisionsgestützten psychischen Gesundheitsforschung schreiten parallel voran – von gezielten Hirnstimulations-Ergebnissen über eine groß angelegte NHS-Genomstudie bis hin zu einem neuen internationalen Preis für Durchbrüche in der psychischen Gesundheitswissenschaft.
Forscher haben im Nature Molecular Psychiatry Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass die transkranielle Magnetstimulation (TMS) präzise auf spezifische Symptome von Depression und Angst abgestimmt werden kann. In einer Studie mit 36 Patienten, die unter mittelschweren bis schweren Symptomen beider Erkrankungen litten, stimulierten die Forscher über 30 tägliche Behandlungen hinweg zwei unterschiedliche Gehirnschaltkreise – den traditionellen dorsolateralen präfrontalen Kortex und ein neuartiges dorsomedialen präfrontalen Kortex-Ziel. Beide Ziele linderten die Depressionssymptome, aber das neuartige Ziel führte auch zu einer signifikanten Verbesserung der Angstsymptome. Dies markiert den ersten Fall, in dem Forscher gezielt spezische Angstsymptome durch zielgerichtete TMS verbesserten. Die traditionelle Stimulationsstelle war eher in der Lage, depressive Symptome wie Traurigkeit, vermindertes Interesse an Aktivitäten und Suizidalität zu verbessern, während die neuartige Stelle die von den Forschern als „anxiosomatisch“ bezeichneten Symptome wie Reizbarkeit, vermindertes sexuelles Interesse und Schlaflosigkeit verbesserte. Die Forscher wiesen jedoch darauf hin, dass die Ergebnisse angesichts der geringen Stichprobengröße vorsichtig interpretiert sollten, und es wurde kein klarer Zusammenhang zwischen der symptometischen Besserung und Veränderungen in der Gehirnnetzwerkkonnektivität gefunden.
Parallel dazu werden Tausende Menschen mit Schizophrenie, bipolarer Störung und Depressionen für die GlobalMinds-Studie rekrutiert, die mithilfe von DNA-Analysen und Daten aus Krankenakten neue Behandlungsansätze finden möchte. Die dreijährige Studie, die vom Centre for Neuropsychiatric Genetics and Genomics der Cardiff University in Partnerschaft mit dem Unternehmen für psychische Gesundheitsdatenwissenschaft Akrivia Health geleitet wird, wird die DNA von 49.000 Freiwilligen aus England und Wales unter Verwendung von Probenahmesets für zu Hause analysieren, kombiniert mit detaillierten Fragebögen und Gesundheitsakten. Etwa 1.000 Menschen mit Demenz werden ebenfalls eingeschlossen, und 10 NHS-Psychiatrie-Trusts unterstützen das Projekt. Die Studie zielt darauf ab, was NHS England als „den detailliertesten Datensatz, der je für schwere psychische Erkrankungen erstellt wurde“, bezeichnete, zu schaffen. „Die Präzisionsmedizin hat bereits die Behandlung von Krebs und anderen seltenen Krankheiten revolutioniert, und wir wollen, dass GlobalMinds die gleichen Durchbrüche für die psychische Gesundheit bringt“, sagte die leitende Forscherin der Studie.
Auf der Finanzierungsseite wurde der Wellcome Prize for Mental Health Science in Zusammenarbeit mit Nature als weltweit größter globaler Preis für die psychische Gesundheitswissenschaft ins Leben gerufen, der 1 Million US-Dollar an den Gesamtsieger und jeweils 250.000 US-Dollar an drei Finalisten verleiht. Der Preis steht Forschern, Teams sowie kleinen und mittleren Unternehmen weltweit offen; Einreichungen werden nach Neuheit, Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Übertragbarkeit bewertet. Bewerbungen müssen bis zum 18. September 2026 eingereicht werden.