Genomische Fortschritte prägen die Präzisionsmedizin für neurodegenerative Erkrankungen

Genomtechnologien wie Ganzgenomsequenzierung und polygene Risikoscores verbessern die Präzisionsmedizin für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Die Forschung zeigt komplexe Geninteraktionen bei Erkrankungen wie dem PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom und geschlechtsspezifische metabolische Signaturen bei Alzheimer. Die Integration von Genomik mit molekularer Neurobiologie bietet Potenzial für genauere Diagnose und Behandlung.

Jüngste Fortschritte in genomischen Technologien haben unser Verständnis von Neurodegeneration erheblich verbessert. Techniken wie Ganzgenomsequenzierung, Long-Read-Sequenzierung und groß angelegte Bevölkerungsstudien erweitern das Spektrum identifizierter genetischer Risikofaktoren und decken neue Krankheitsmechanismen und biologische Signalwege auf, die als therapeutische Ziele dienen könnten. Diese Werkzeuge haben zur Entdeckung krankheitsbezogener Varianten geführt und unser Verständnis erweitert, wie Genotyp mit Phänotyp bei einer breiten Palette neurodegenerativer Syndrome zusammenhängt – von Einzelgenstörungen bis hin zu komplexen, multifaktoriellen Erkrankungen wie Alzheimer-Krankheit, Parkinson-Krankheit und frontotemporaler Lobärdegeneration.

Genomtechnologien haben die Erforschung neurodegenerativer Störungen revolutioniert. Hochdurchsatz-Sequenzierungsmethoden, einschließlich Ganzexomsequenzierung, Ganzgenomsequenzierung und Long-Read-Sequenzierung, ermöglichten die Erforschung des menschlichen Genoms in einem beispiellosen Umfang und zu bemerkenswert niedrigen Kosten. Genetische Informationen prägen zunehmend Diagnose- und Behandlungsentscheidungen.

Bei der Alzheimer-Krankheit, die eine starke genetische Prädisposition aufweist, haben genomweite Assoziationsstudien multiple Risikoloci identifiziert, doch viele nicht-kodierende Varianten bleiben uncharakterisiert. Auf maschinellem Lernen basierende polygene Risikoscores verbessern die Vorhersage durch Modellierung genetischer Epistase und geschlechtsspezifischer Risiken. Die Forschung zeigt geschlechts- und APOE-Genotyp-spezifische metabolische Signaturen und Treiber für die Präzisionsmedizin bei Alzheimer.

Beim PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom, das durch Keimbahn-PTEN-Varianten verursacht wird, hat die Ganzgenomsequenzierung von 599 Personen mit PHTS und Familienmitgliedern gezeigt, dass Phänotypen durch komplexe Gen-Gen-Interaktionen jenseits von PTEN allein geprägt werden. Pathogene oder wahrscheinlich pathogene Varianten in krebsassoziierten Genen wurden bei 37 Personen (6,8%) identifiziert, am häufigsten in MITF, DICER1 und BRCA2, während 43 (7,9%) Varianten in neuroentwicklungsstörungsbezogenen Genen aufwiesen, einschließlich DHCR7, POLG und ARSA. Genomweite Analysen identifizierten Kandidaten-Modifikator-Loci, die funktionell mit PTEN verbunden sind, einschließlich ZNF713, TPTE2P1 und PDPK1.

Die fortschreitende Integration von Genomik, molekularer Neurobiologie und Data Science bietet großes Potenzial für genauere, biologisch fundierte Diagnose und Behandlung neurodegenerativer Störungen. Die Übersetzung dieser genetischen Erkenntnisse in die klinische Praxis bleibt jedoch schwierig aufgrund von Herausforderungen bei der Interpretation von Varianten und der begrenzten funktionellen Validierung neuer Entdeckungen. Verbesserungen in der Variantenklassifikation, der Detektion struktureller Varianten und Wiederholungsexpansionen sowie die Kombination von transkriptomischen, proteomischen und funktionellen Daten helfen dabei, die Pathogenität von Varianten besser zu bestimmen.

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References

  1. Genetic analysis of neurodegenerative diseases - JCI · jci.org
  2. Genomic modifiers of malignant and neurodevelopmental phenotypes in individuals with ... - Nature · nature.com
  3. Genetic risk in Alzheimer's disease | npj Systems Biology and Applications - Nature · nature.com