Neoadjuvantes Pembrolizumab erzielt 71% pCR bei resektablem desmoplastischem Melanom

Die Phase-2-Studie SWOG S1512 zeigt, dass neoadjuvantes pembrolizumab bei resektablem desmoplastischem Melanom eine pCR-Rate von 71% erzielte. Nach 3 Jahren lagen das rezidivfreie Überleben bei 74% und das Gesamtüberleben bei 87%.

Neoadjuvante Therapie mit pembrolizumab führte bei 71% der Patienten mit resektablem desmoplastischem Melanom zu pathologischen Komplettremissionen (pathologic complete response, pCR) und erreichte damit den primären Endpunkt von Kohorte A der Phase-2-Studie SWOG S1512. Der Nutzen von neoadjuvantem pembrolizumab war über alle Subgruppen hinweg weitgehend vergleichbar – unabhängig von Alter, Geschlecht, Performance-Status, Laktatdehydrogenase-Spiegel, Krankheitsstatus und desmoplastischem histologischem Subtyp.

In die Studie wurden zwischen Juli 2017 und Mai 2021 an 10 Standorten in den USA 30 Patienten mit resektablem desmoplastischem Melanom im Stadium I bis III eingeschlossen. Insgesamt wurden 28 Patienten in die Analyse einbezogen, nachdem 1 Patient die Protokolltherapie abgelehnt hatte und ein weiterer nach pathologischer Beurteilung als nicht geeignet eingestuft worden war. Das mediane Alter betrug 75 Jahre; die meisten Patienten waren männlich (75%) und weiß (96%). Der häufigste Primärtumorort war der Kopf-Hals-Bereich (68%). Bei Studieneinschluss hatten die meisten Patienten eine primäre (82%) und nicht eine rezidivierende (18%) Erkrankung; 5 Patienten wiesen positive Lymphknoten auf.

Die Patienten erhielten vor der Operation in Woche 9 drei Infusionen mit jeweils 200 mg pembrolizumab im Abstand von 3 Wochen. Patienten ohne klinisches Ansprechen durften optional einen vierten Zyklus der neoadjuvanten Therapie sowie bis zu 15 Zyklen einer adjuvanten Therapie erhalten. Die meisten Patienten (89%) erhielten die vorgesehenen 3 Zyklen neoadjuvantes pembrolizumab; 1 Patient brach die Behandlung wegen Kolitis ab, und 2 weitere erhielten die vierte Dosis neoadjuvantes pembrolizumab. Von den 28 Patienten, die eine neoadjuvante Therapie begannen, wurden 27 reseziert. Der verbleibende Patient entschied sich gegen eine Operation und erreichte unter pembrolizumab keine pCR.

Die 3-Jahres-Raten für rezidivfreies Überleben und Gesamtüberleben betrugen 74% bzw. 87%. Weder das mediane rezidivfreie Überleben noch das Gesamtüberleben wurde bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 42 Monaten erreicht. Die mediane Zeit vom Therapiebeginn bis zur Operation betrug 80 Tage. Unter dem Regime traten überwiegend unerwünschte Ereignisse vom Grad 1/2 auf, und kein Patient entwickelte eine chirurgisch nicht resektable Erkrankung.

Das desmoplastische Melanom ist eine seltene Form des Melanoms, die traditionell amelanotisch ist und in sonnenexponierten Arealen entsteht. Obwohl es zu den genetisch am stärksten mutierten Krebserkrankungen zählt, fehlen ihm häufige Treiber des kutanen Melanoms, wie BRAF- und NRAS-Mutationen. Die Standardbehandlung lokalisierter Erkrankungen besteht aus einer chirurgischen Exzision mit oder ohne Bestrahlung sowie – ab Stadium IIB – einer adjuvanten PD-1-Inhibition mit nivolumab oder pembrolizumab. Das vollständige Ausmaß der Läsionen wird jedoch klinisch oder bildgebend häufig nicht vollständig erfasst, was zu zusätzlichen Operationen und Exzisionen führen kann, die klinische Defekte nach sich ziehen können. Zudem stellt die chirurgische Morbidität für ältere und gebrechliche Personen eine Herausforderung dar.

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References

  1. Exploring Frontline Outcomes With Ipilimumab/Nivolumab by Number of Doses in RCC · onclive.com
  2. Neoadjuvant Pembrolizumab Shows Proof of Concept in Resectable Desmoplastic Melanoma · onclive.com
  3. Neoadjuvant Therapy Improves Survival in Upfront Resectable PDAC Subtype · cancernetwork.com