Moderna und Merck berichten 5-Jahres-Daten zum Melanom-Krebsimpfstoff intismeran autogene
Moderna und Merck haben mediane Nachbeobachtungsdaten nach fünf Jahren aus der Phase-2b-Studie KEYNOTE-942/mRNA-4157-P201 vorgestellt. Demnach senkte intismeran autogene in Kombination mit Keytruda bei Hochrisiko-Melanom nach vollständiger Resektion das Risiko für Rezidiv oder Tod um 49% gegenüber Keytruda allein.
Moderna und Merck gaben mediane Nachbeobachtungsdaten nach fünf Jahren aus der Phase-2b-Studie KEYNOTE-942/mRNA-4157-P201 bekannt, in der intismeran autogene (mRNA-4157 oder V940), eine in Prüfung befindliche, mRNA-basierte individualisierte Neoantigen-Therapie, in Kombination mit Keytruda (pembrolizumab) bei Patient:innen mit Hochrisiko-Melanom (Stadium III/IV) nach vollständiger Resektion untersucht wird. In dieser vorab geplanten Analyse zeigte die adjuvante Behandlung mit intismeran autogene in Kombination mit Keytruda weiterhin eine anhaltende und klinisch bedeutsame Verbesserung des primären Studienendpunkts, des rezidivfreien Überlebens, und senkte das Risiko für ein Rezidiv oder den Tod um 49% (HR=0.510; [95% CI, 0.294–0.887]; einseitiges nominales p=0.0075) im Vergleich zu Keytruda allein.
Die Phase-2b-Studie KEYNOTE-942 ist eine laufende, randomisierte, offene Studie, in die 157 Patient:innen mit Hochrisiko-Melanom im Stadium III/IV eingeschlossen wurden. Nach vollständiger chirurgischer Resektion wurden die Patient:innen im Verhältnis 2:1 (stratifiziert nach Stadium) einer Behandlung mit intismeran autogene (1 mg alle drei Wochen für neun Dosen) und Keytruda (200 mg alle drei Wochen bis zu 18 Zyklen [für etwa ein Jahr]) versus Keytruda allein zugeteilt. Diese Analyse baut auf der primären Analyse nach etwa zwei Jahren Nachbeobachtung sowie einer nachfolgenden Analyse nach drei Jahren Nachbeobachtung auf. Das Sicherheitsprofil von intismeran autogene in Kombination mit Keytruda in der Studie bleibt mit den zuvor berichteten Ergebnissen konsistent.
Moderna und Merck planen, weitere Daten aus Nachbeobachtungsanalysen zu primären und sekundären Endpunkten auf einer kommenden medizinischen Tagung vorzustellen. Die Unternehmen treiben intismeran autogene in mehreren klinischen Studien über verschiedene Tumorarten hinweg voran. In Zusammenarbeit mit Merck ist die Phase-3-Studie zur adjuvanten Behandlung des Melanoms (INTerpath-001, NCT05933577) vollständig rekrutiert. Zwei Phase-3-Studien beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), in denen eine adjuvante Behandlung bei Patient:innen mit vollständig reseziertem NSCLC sowie eine adjuvante Behandlung für Patient:innen mit resezierbarem NSCLC nach neoadjuvantem Keytruda plus platinbasierter Chemotherapie untersucht wird, rekrutieren.
Die randomisierte Phase-2-Studie zur adjuvanten Behandlung des Nierenzellkarzinoms ist vollständig rekrutiert. Randomisierte Phase-2-Studien für Patient:innen mit reseziertem muskelinvasivem und reseziertem nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom rekrutieren; zudem rekrutieren eine Phase-2-Studie zur Erstlinienbehandlung von Patient:innen mit metastasiertem Melanom sowie eine Phase-2-Studie zur Erstlinienbehandlung von Patient:innen mit metastasiertem plattenepithelialem NSCLC.
Intismeran autogene ist eine neuartige, in Prüfung befindliche, auf messenger RNA (mRNA) basierende individualisierte Neoantigen-Therapie, die aus einer synthetischen mRNA besteht, welche für bis zu 34 Neoantigene kodiert und auf Grundlage der einzigartigen Mutationssignatur der DNA-Sequenz des Tumors der Patientin bzw. des Patienten entworfen und hergestellt wird. Nach Verabreichung in den Körper werden die algorithmisch abgeleiteten und RNA-kodierten Neoantigen-Sequenzen endogen translatiert und durchlaufen die natürliche zelluläre Antigenverarbeitung und -präsentation, einen Schlüsselschritt der adaptiven Immunität. Individualisierte Neoantigen-Therapien sollen eine antitumorale Immunantwort trainieren und aktivieren, indem sie spezifische T-Zell-Antworten auf Basis der einzigartigen Mutationssignatur des Tumors einer Patientin bzw. eines Patienten erzeugen.
In Partnerschaft mit Moderna entwickelt Merck intismeran autogene in Kombination mit Keytruda in zulassungsrelevanten Phase-III-Studien für NSCLC in früheren Stadien und in der Adjuvanz sowie für adjuvantes Melanom. Keytruda, zugelassen für mehrere Krebsarten, macht rund 55% des Pharmaumsatzes von Merck aus. Keytruda erzielte 2025 einen Umsatz von 31.7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 7% gegenüber dem Vorjahr. Keytruda wird voraussichtlich nach 2028 seine Patentrexklusivität verlieren; Merck erwartet, dass das Medikament bis 2028 einen Spitzenumsatz von 35 Milliarden US-Dollar erreicht.