Wichtige Studien definieren Behandlungsstandards für Mantelzelllymphom neu

Langfristige Ergebnisse der Phase-III-Studie TRIANGLE zeigen, dass ibrutinibbasierte Therapieregime das Überleben jüngerer Patienten mit Mantelzelllymphom verbessern, während die ECHO-Studie einen neuen Standard für ältere Patienten etabliert. Fortschritte in der CAR-T-Zell- und Bispezifische-Antikörper-Therapie gestalten die Behandlung dieser seltenen Blutkrebserkrankung neu. Die Ergebnisse wurden auf dem jährlichen Treffen des MCL-Konsortiums vorgestellt.

Die Phase-III-Studie TRIANGLE hat gezeigt, dass die Zugabe von Ibrutinib zu Standard-First-Line-Therapieregimen das ereignisfreie und Gesamtüberleben jüngerer Patienten mit Mantelzelllymphom (MCL) signifikant verbessert, während die ECHO-Studie eine neue Therapiestandard für ältere Patienten durch die Kombination aus Acalabrutinib, Bendamustin und Rituximab etablierte. Diese bahnbrechenden Erkenntnisse, junto mit Fortschritten in der CAR-T-Zell- und Bispezifische-Antikörper-Therapie, wurden auf dem jährlichen Treffen des MCL-Konsortiums hervorgehoben und signalisieren eine bedeutende Verschiebung der Behandlungslandschaft für dieses seltene B-Zell-Lymphom.

Die internationale TRIANGLE-Studie umfasste 870 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit unbehandeltem Stadium II bis IV MCL, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASCT) geeignet waren. Die Patienten wurden zwischen Juli 2016 und Dezember 2020 randomisiert drei Gruppen zugewiesen: eine Kontrollgruppe, die eine Standard-Immunochemotherapie gefolgt von ASCT erhielt, eine experimentelle Gruppe mit Ibrutinib in der Induktion und als zweijährige Erhaltung nach ASCT, und eine zweite experimentelle Gruppe mit Ibrutinib ohne ASCT. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 54,9 Monaten zeigten beide Ibrutinib-Gruppen überlegene Ergebnisse. Das 4-Jahres-ereignisfreie Überleben betrug 82% in der Ibrutinib-plus-ASCT-Gruppe und 81% in der Ibrutinib-nur-Gruppe, verglichen mit 70% in der Kontrollgruppe. Das Gesamtüberleben nach 4 Jahren lag in den Ibrutinib-Gruppen bei 88% bzw. 90%, verglichen mit 81% in der Kontrollgruppe. Die Zugabe der ASCT zum Ibrutinib-Regime erbrachte keinen zusätzlichen Nutzen, erhöhte jedoch die Toxizität, wobei hämatologische Ereignisse des Grades 3-5 in 54% der ASCT-Gruppe versus 23% in der Kontrollgruppe auftraten. Die Untersucher schlossen, dass Ibrutinib plus Immunochemotherapie gefolgt von einer Ibrutinib-Erhaltung als neuer Therapiestandard für jüngere MCL-Patienten betrachtet werden sollte.

Für ältere Patienten zeigte die Phase-3-ECHO-Studie (NCT02972840) günstige Daten zum progressionsfreien Überleben für Acalabrutinib plus Bendamustin/Rituximab (BR) verglichen mit BR plus Placebo. Dieses Regime wurde in den USA und Europa zugelassen und ist nun der Therapiestandard für Patienten ab 65 Jahren. Zusätzliche Daten vom Treffen umfassten Nachuntersuchungen zur minimalen Resterkrankung für Acalabrutinib plus Lenalidomid plus Rituximab bei neu diagnostiziertem MCL.

Die Behandlungslandschaft entwickelt sich mit neueren Immuntherapien weiter. Zwei CAR-T-Zell-Therapien, Brexucabtagen-Autoleukel (Brexu-cel) und Lisocabtagen-Maraleucel (Liso-cel), sind für rezidiviertes MCL zugelassen. Studien deuten darauf hin, dass Brexu-cel eine höhere Wirksamkeit, aber höhere Raten an Zytokinfreisetzungssyndrom und Neurotoxizität aufweist, während Liso-cel eine ähnliche Wirksamkeit bei reduzierter Toxizität zeigt. Andere auf dem Konsortium diskutierte neue Wirkstoffe umfassen einen neuen BTK-Degradierer, den BCL2-Hemmer Sonrotoclax und Bispezifische Antikörper wie Glofitamab und Epcoritamab. Die Kombination aus Polatuzumab-Vedotin und Mosunetuzumab hat sich auch als wirksam für Patienten erwiesen, die nach einer CAR-T-Zell-Therapie rezidivieren.

Mantelzelllymphom ist eine seltene Form des B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphoms und macht etwa 6% aller jährlichen Lymphomdiagnosen aus. Es wird allgemein als schnell wachsender Krebs betrachtet, der tendenziell Männer häufiger als Frauen betrifft und bei Menschen über 65 Jahren häufiger auftritt. Historisch wurde die Krankheit mit intensiven Chemotherapieregimen wie R-CHOP und Bendamustin/Rituximab behandelt, oft gefolgt von einer Stammzelltransplantation für jüngere Patienten. Das MCL-Konsortium, gegründet durch philanthropische Unterstützung, dient als wichtiges Forum für Forscher und Kliniker zur Zusammenarbeit zur Förderung der Behandlung. Auf dem letzten Treffen wurde ein Preis für Lebensleistung verliehen, unter anderem für die Entwicklung des MCL International Prognostic Index und die Leitung der TRIANGLE-Studie.

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References

  1. Long-Term Follow-Up of Three First-Line Regimens in Mantle Cell Lymphoma · ascopost.com
  2. Mantle Cell Lymphoma: New Hope for Treating a Rare Blood Cancer · cityofhope.org
  3. The MCL Consortium Promotes Growth in Mantle Cell Lymphoma Research · cancernetwork.com