Lund-Modell soll Zugang zu Zell- und Gentherapien beschleunigen
Die Universität Lund und das Universitätsklinikum Skåne haben ein Kooperationsmodell entwickelt, das die Bereitstellung von Zell- und Gentherapien beschleunigt, indem es Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und Innovation von Anfang an integriert. Der Ansatz umfasst den Cell and Gene Therapy Navigator, ein Instrument zur gleichzeitigen Verfolgung des technischen, klinischen und kommerziellen Fortschritts, um zu verhindern, dass vielversprechende Therapien in der translationalen Lücke verloren gehen.
Forscher und Kliniker in Lund haben ein neues Kooperationsmodell vorgestellt, das die Vorlaufzeiten verkürzen und die Kosten für Zell- und Gentherapien senken soll, mit dem Ziel, mehr Patienten Zugang zu potenziell kurativen Behandlungen zu ermöglichen. Das im Fachjournal Molecular Therapy Methods & Clinical Development beschriebene Modell soll die translationale Lücke schließen, die dazu führt, dass viele vielversprechende Therapien scheitern, bevor sie Patienten erreichen.
Zell- und Gentherapien haben vielversprechende Ergebnisse bei Erkrankungen von Krebs bis hin zu neurologischen Krankheiten gezeigt, aber der Weg vom akademischen Durchbruch zur etablierten Gesundheitsversorgung ist lang und steinig. Der Kern des Lund-Modells besteht darin, dass Universität, Krankenhaus und Innovationsakteure von Anfang an parallel und integriert arbeiten, anstatt Schritt für Schritt vorzugehen. Eine wesentliche Änderung ist die frühzeitige Einbeziehung des Krankenhauses in Entwicklung und Produktion, da die Gesundheitsversorgung nicht nur Endnutzer, sondern auch Teil der Produktionskette für diese fortgeschrittenen Behandlungen ist.
„Es ist ein Paradigmenwechsel, bei dem das Krankenhaus nicht nur ein fertiges Produkt erhält oder testet, sondern alle Beteiligten – Wissenschaft, Krankenhaus und Innovationsakteure – auf unterschiedliche Weise während des gesamten Entwicklungsprozesses, der Herstellung und der Qualitätskontrolle teilnehmen müssen“, sagte der Forschungsdirektor am Universitätsklinikum Skåne.
Ein praktisches Instrument, das zusammen mit dem Modell entwickelt wurde, ist der Cell and Gene Therapy Navigator, der gleichzeitig die technische, klinische und kommerzielle Reife eines Projekts verfolgt, um Ungleichgewichte und zukünftige Engpässe frühzeitig zu erkennen. „Es reicht nicht aus, der Erste zu sein, der die Therapie am Menschen testet. Wenn wir die Therapien vielen Patienten zugänglich machen wollen, müssen wir von Anfang an über Produktion, Regulierung und Kostenerstattung nachdenken“, sagte der Leiter des ATMP-Zentrums am Universitätsklinikum Skåne.
Die Forscher glauben, dass das Modell als Vorlage für andere Regionen in Schweden und international dienen könnte, auch wenn jede Region ihr eigenes lokales Kooperationsumfeld aufbauen müsste. Ihre Hoffnung ist, dass weniger vielversprechende Therapien im Labor ins Stocken geraten und mehr Patienten Zugang zu Behandlungen erhalten, die derzeit nie zustande kommen.