Seralutinib von Gossamer Bio verfehlt primären Endpunkt in Phase-3-Studie zu PAH knapp
Seralutinib von Gossamer Bio verfehlte in der Phase-3-Studie PROSERA bei pulmonal-arterieller Hypertonie den primären Endpunkt knapp: Die placebokorrigierte Verbesserung der 6MWD in Woche 24 lag bei +13,3 m (p = 0,0320) und damit über der vorab festgelegten Schwelle von 0,025. In der vordefinierten Subgruppe mit intermediärem/hohem Risiko fielen die Ergebnisse deutlicher aus, und Gossamer Bio will mit der FDA das weitere Vorgehen abstimmen.
Gossamer Bio gab am 23. Februar 2026 die Topline-Ergebnisse der Phase-3-Studie PROSERA zu seralutinib bei Patient:innen mit pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) bekannt. Die Studie verfehlte ihren primären Endpunkt knapp: Seralutinib zeigte in Woche 24 eine placebokorrigierte Verbesserung der Six-Minute Walk Distance (6MWD) um +13,3 Meter (p = 0,0320) und lag damit über der vorab festgelegten Alpha-Schwelle von 0,025.
In Woche 24 betrug die mediane Veränderung der 6MWD gegenüber dem Ausgangswert bei Patient:innen unter seralutinib +28,2 Meter, während Patient:innen unter Placebo eine mediane Veränderung gegenüber dem Ausgangswert von +13,5 Metern aufwiesen. Der geschätzte Hodges-Lehmann-Behandlungseffekt lag bei +13,3 Metern mit einem p-Wert von 0,0320 und erfüllte damit die vorab festgelegte Schwelle beim primären Endpunkt (α = 0,025) nicht; daher können die p-Werte für die wichtigsten sekundären Endpunkte nicht auf statistische Signifikanz bewertet werden. Alle hier genannten p-Werte sind nominal. Alle vier wichtigsten sekundären Endpunkte fielen in der Gesamtpopulation zugunsten von seralutinib gegenüber Placebo aus.
In Übereinstimmung mit der Phase-2-Studie TORREY zeigte seralutinib in der vorab definierten Subgruppe mit intermediärem und hohem Risiko (n = 234) ein überzeugendes Signal. Diese Subgruppe war durch einen REVEAL 2 Lite Risk Score ≥ 6 beim Screening definiert und zeigte eine placebokorrigierte Verbesserung der 6MWD um +20,0 m (p = 0,0207). Drei von vier wichtigsten sekundären Endpunkten wiesen zudem einen p-Wert unter 0,0125 auf, was die Aktivität von seralutinib bei Patient:innen mit höherem Risiko unterstreicht.
Der Gesamteffekt der Behandlung war in Nordamerika (n = 75) am deutlichsten, mit einer placebokorrigierten Verbesserung der 6MWD um +25,9 m (p = 0,0573).
Ein wichtiger sekundärer Endpunkt, die Veränderung von NT-proBNP in Woche 24, zeigte in der Gesamtpopulation eine geschätzte Lageverschiebung von -120,4 ng/L im Vergleich zu Placebo (p=0,0002). Eine Trennung zwischen den Studienarmen zugunsten von seralutinib wurde bereits ab Woche 4 beobachtet (-96,0 ng/L; p=0,0002). Die wichtigsten sekundären Endpunkte „time-to-clinical worsening“ (TTCW), klinische Verbesserung sowie der Anteil der Patient:innen mit einer Abnahme des REVEAL Lite 2 Risk Score um mindestens 1 Punkt fielen in der Gesamtpopulation ebenfalls zugunsten von seralutinib im Vergleich zu Placebo aus.
In einer vorab festgelegten Subgruppenanalyse von Patient:innen mit REVEAL Lite 2 Score ≥6 beim Screening, entsprechend Patient:innen mit intermediärem und hohem Risiko, zeigte seralutinib über den primären Endpunkt und die wichtigsten sekundären Endpunkte hinweg ein ausgeprägtes und klinisch bedeutsames Ansprechprofil.
Die PROSERA-Population war stark vorbehandelt; 55% der Patient:innen erhielten eine dreifache oder vierfache Hintergrundtherapie gegen PAH, und 61% standen unter einer Hintergrundtherapie mit Prostazyklin. Seralutinib wurde im Allgemeinen gut vertragen; das Sicherheitsprofil entsprach den bisherigen Erfahrungen.
Gossamer Bio und die Chiesi Group entwickeln seralutinib gemeinsam im Rahmen eines globalen Kooperationsabkommens zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) und der pulmonalen Hypertonie im Zusammenhang mit interstitieller Lungenerkrankung (PH-ILD). Gossamer plant ein Treffen mit der US-amerikanischen FDA, um das weitere Vorgehen zu besprechen.