Prothena Q4 2025: Zwei Partnerprogramme starten Phase III, Cash-Bestand über Prognose

Prothena meldete für Q4 2025 einen bereinigten Verlust von 45 Cent je Aktie und schloss das Jahr mit 308,4 Mio. US‑Dollar an Barmitteln ab – über der eigenen Prognose. Die Partner Roche und Novo Nordisk brachten prasinezumab bzw. coramitug in Phase‑III‑Studien, deren primärer Abschluss für 2029 angepeilt wird.

Prothena Corporation meldete für das vierte Quartal 2025 einen bereinigten Verlust je Aktie von 45 Cent und lag damit im Rahmen der Schätzungen. Die Umsätze beliefen sich auf 0,02 Mio. US‑Dollar und verfehlten damit die erwarteten 3,0 Mio. US‑Dollar. Prothena beendete 2025 mit 308,4 Mio. US‑Dollar an Barmitteln, Barmitteläquivalenten und zweckgebundenen Barmitteln (restricted cash) und übertraf damit die zuvor ausgegebene Prognose von 298 Mio. US‑Dollar.

Roche brachte das Parkinson-Medikament prasinezumab in die Phase‑III‑Studie PARAISO, die auf rund 900 Teilnehmende abzielt; der primäre Abschluss wird für 2029 erwartet. Novo Nordisk führte den Kardiomyopathie-Kandidaten coramitug in die Phase‑III‑Studie CLEOPATTRA mit etwa 1.280 Patientinnen und Patienten über, ebenfalls mit dem Ziel eines primären Abschlusses im Jahr 2029. Roche erwartet für prasinezumab ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als 3,5 Mrd. US‑Dollar (nicht adjustiert).

In einer explorativen Subgruppe von prasinezumab‑Patienten, die bereits levodopa erhielten, berichtete Prothena eine relative Reduktion der motorischen Progression um 40% gemessen mit MDS‑UPDRS Teil III, mit nominaler statistischer Unterstützung. Die 60 mg/kg‑Dosis von coramitug erzielte eine Reduktion von NT‑proBNP um 48% gegenüber Placebo sowie echokardiografische Hinweise auf ein günstiges kardiales Remodeling, was die Begründung für Phase III stärkt. Die Phase‑II‑Daten zu coramitug stützen die laufende Phase‑III‑Studie CLEOPATTRA.

Obwohl die Biomarker‑Performance von coramitug stark war, zeigte der Phase‑II‑6‑Minute‑Walk‑Test bei der 60 mg/kg‑Dosis lediglich eine numerische, nicht signifikante Verbesserung. Novo Nordisk führte das Ausbleiben einer statistischen Trennung auf die moderate Stichprobengröße von 105 Patientinnen und Patienten sowie die relativ kurze Studiendauer von 12 Monaten zurück.

Das Management betonte die wirtschaftliche Hebelwirkung des Partnerportfolios, das 2026 klinische Meilensteinzahlungen (clinical milestones) von bis zu 105 Mio. US‑Dollar generieren könnte, vor allem im Zusammenhang mit der Rekrutierung (Enrollment) für coramitug und einer PRX019‑Entscheidung von Bristol Myers Squibb. Prothena erwartet, in der ersten Hälfte 2026 einen klinischen Meilenstein zu erzielen, sofern die vorab definierten Rekrutierungskriterien in der laufenden Phase‑III‑Studie von Novo Nordisk erfüllt werden. Über alle Allianzen hinweg hob das Unternehmen rund 3,0 Mrd. US‑Dollar an potenziellen künftigen Meilensteinzahlungen zusätzlich zu möglichen Lizenzgebühren (Royalties) hervor. Der Kandidat könnte Prothena bis zu 1,23 Mrd. US‑Dollar an Entwicklungs‑ und Verkaufsmeilensteinen einbringen, darunter bereits erhaltene 100 Mio. US‑Dollar, mit weiteren Zahlungen, die an Phase‑III‑Rekrutierungsziele geknüpft sind.

Bristol Myers Squibb hat seine Phase‑II‑Studie TargetTau‑1 mit rund 310 Patientinnen und Patienten vollständig rekrutiert; der primäre Abschluss ist für die erste Hälfte 2027 vorgesehen, und der Fast‑Track‑Status wurde bereits gewährt. BMS-986446 (vormals PRX005) ist ein Best‑in‑Class‑Anti‑Tau‑Antikörper, MTBR‑spezifisch, für die potenzielle Behandlung der Alzheimer‑Krankheit. Bristol Myers Squibb führte außerdem eine offene Phase‑I‑Einzeldosis‑Studie durch, um eine subkutane Verabreichung zu beurteilen. Prothena erwartet bis Ende 2026 eine Meilensteinzahlung, falls Bristol Myers sich entscheidet, PRX019 weiterzuentwickeln.

Interimsergebnisse der Phase‑I‑Studie ASCENT zu PRX012 zeigten, dass die mittleren Amyloid‑PET‑Werte nach 12 Monaten bei monatlicher subkutaner Gabe von 400 mg auf etwa 27,5 Centiloids sanken. Vorläufige 18‑Monats‑Daten deuteten auf eine weitere Reduktion auf rund 16 Centiloids hin; 75% der Patientinnen und Patienten erreichten gemäß der vordefinierten Schwelle der Studie eine Amyloid‑Negativität. Trotz ermutigender Wirksamkeit wurden die ARIA‑E‑Raten von PRX012 in ASCENT als nicht wettbewerbsfähig im Vergleich zu zugelassenen Anti‑Amyloid‑Antikörpern beschrieben, was kommerzielle und regulatorische Fragen aufwarf. Als Reaktion darauf richtet Prothena den Fokus auf ein transferrin receptor‑enabled PRX012‑Programm, das darauf abzielt, das ARIA‑Risiko zu senken und gleichzeitig die Exposition im Gehirn zu erhalten oder zu erhöhen.

Das Unternehmen stellte seine CYTOPE‑Technologie und frühe TDP‑43‑Daten in aggressiven ALS‑Mausmodellen vor und demonstrierte eine systemische Aktivität im zentralen Nervensystem sowie eine reduzierte Pathologie in Gehirn und Muskulatur. Wichtig ist, dass Prothena eine Abschwächung von RNA‑Mis‑Splicing berichtete, was die Fähigkeit von CYTOPE stützt, historisch schwer erreichbare intrazelluläre Targets zu adressieren. Prothena verwies zudem auf eine laufende CYTOPE‑Forschungskooperation mit einem großen Pharmaunternehmen sowie auf die Genehmigung eines Aktienrücknahmeprogramms (share redemption program) für 2026.

Der Netto‑Cash‑Abfluss aus Betriebs‑ und Investitionstätigkeit betrug 163,7 Mio. US‑Dollar und lag damit besser als erwartet; der Nettoverlust für das Gesamtjahr von 244,1 Mio. US‑Dollar lag genau innerhalb der prognostizierten Spanne. Für das Gesamtjahr 2025 meldete das Unternehmen Gesamterlöse von 9,7 Mio. US‑Dollar, ein Rückgang um 93% gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2025 wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,97 US‑Dollar je Aktie aus, höher als der Verlust von 2,27 US‑Dollar je Aktie im Jahr 2024.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sanken gegenüber dem Vorjahr um 71% auf 14,6 Mio. US‑Dollar, getrieben durch geringere Kosten für klinische Studien, Herstellung, Personal und Beratung. Die allgemeinen und Verwaltungsausgaben lagen bei 12,6 Mio. US‑Dollar, 25% niedriger als im Vorjahr. Zum 31. Dezember 2025 verfügte Prothena über 308,4 Mio. US‑Dollar an Barmitteln, Barmitteläquivalenten und zweckgebundenen Barmitteln, verglichen mit 331,7 Mio. US‑Dollar zum 30. September 2025. Das Unternehmen hatte keine Schulden.

Prothena erwartet für 2026 einen Netto‑Cash‑Burn aus Betriebs‑ und Investitionstätigkeit im Bereich von 50 Mio. bis 55 Mio. US‑Dollar. Für den Cash‑, Cash‑Äquivalente‑ und Restricted‑Cash‑Bestand zum Jahresende wird ein Mittelwert von etwa 255 Mio. US‑Dollar erwartet. Der Nettoverlust für 2026 wird in der Spanne von 67 Mio. bis 72 Mio. US‑Dollar prognostiziert.

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References

  1. Prothena Earnings Call: Pipeline Progress, Risks Ahead - The Globe and Mail · theglobeandmail.com
  2. Prothena Earnings Call: Pipeline Progress, Risks Ahead - TipRanks.com · tipranks.com
  3. Prothena Q4 Earnings Meet Estimates, Pipeline Progress in Focus - Nasdaq · nasdaq.com