FDA lässt Acalabrutinib plus Venetoclax als Erstlinientherapie bei bislang unbehandelter CLL zu

Die FDA hat acalabrutinib plus venetoclax als erstes rein orales Regime mit fester Behandlungsdauer für bislang unbehandelte chronische lymphatische Leukämie zugelassen. Die Zulassung basiert auf der Phase-III-Studie AMPLIFY, in der die Kombination das Risiko für Progression oder Tod gegenüber Chemoimmuntherapie um 35% senkte.

Die FDA hat acalabrutinib (Calquence) plus venetoclax (Venclexta) zur Behandlung der bislang unbehandelten chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) oder des kleinzelligen lymphozytischen Lymphoms als erstes rein orales Regime mit fester Behandlungsdauer in der Erstlinie zugelassen. Die Zulassung wurde am 20. Februar 2026 erteilt.

Grundlage der Zulassung waren Ergebnisse der Phase-III-Studie AMPLIFY, die zeigten, dass das Kombinationsregime das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod im Vergleich zur Chemoimmuntherapie um 35% senkte. In die internationale AMPLIFY-Studie wurden 867 therapienaive CLL-Patienten aufgenommen. Sie wurden randomisiert auf 14 Zyklen orales Acalabrutinib–Venetoclax mit oder ohne obinutuzumab (Gazyva) oder auf sechs Zyklen Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab bzw. Bendamustin plus Rituximab nach Wahl des Prüfarztes.

Nach 3 Jahren lag die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) im Acalabrutinib/Venetoclax-Arm bei 76,5% gegenüber 66,5% im Chemoimmuntherapie-Arm (P=0,0038). Das mediane PFS wurde unter der Kombination nicht erreicht, verglichen mit 47,6 Monaten unter Chemoimmuntherapie. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 42,6 Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben bei Patienten unter Venetoclax plus Acalabrutinib nicht erreicht (95%-KI, 51,1 Monate–nicht erreicht) versus 47,6 Monate bei Patienten unter Chemoimmuntherapie (95%-KI, 43,3 Monate–nicht erreicht).

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 41 Monaten starben 6% der Patienten im Acalabrutinib/Venetoclax-Arm, verglichen mit 14% der Patienten, die der Chemoimmuntherapie zugeteilt waren.

Die häufigsten Nebenwirkungen (≥20%) bei Patienten, die Acalabrutinib/Venetoclax erhielten, waren Neutropenie, Kopfschmerzen, Diarrhö, muskuloskelettale Schmerzen und COVID-19. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥2%) waren COVID-19, einschließlich COVID-19-Pneumonie (9%), zweite Primärmalignome (2,7%) und Neutropenie (2,1%). Die Inzidenz eines Tumorlysesyndroms betrug 0,3%. Das Sicherheitsprofil von Venetoclax plus Acalabrutinib entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil der jeweiligen Monotherapie.

Die Arzneimittel enthalten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich „schwerer und opportunistischer Infektionen, Blutungen, Zytopenien, zweiter Primärmalignome, kardialer Arrhythmien und Hepatotoxizität“ sowie hinsichtlich „Tumorlysesyndrom, Neutropenie, Infektionen und embryo-fetaler Toxizität“, so die FDA.

Venetoclax ist bereits für Erwachsene mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) oder kleinzelligem lymphozytischem Lymphom (SLL) zugelassen sowie in Kombinationsregimen für neu diagnostizierte AML-Patienten im Alter von 75 Jahren oder älter oder für Patienten, die für eine Standardchemotherapie nicht geeignet sind. Venetoclax wird von AbbVie und Genentech entwickelt und in den Vereinigten Staaten gemeinsam vertrieben sowie außerhalb der USA von AbbVie vermarktet.

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