EU-Gremium befürwortet Sanofis tolebrutinib bei sekundär progredienter Multipler Sklerose

Der CHMP der EMA hat die Zulassung von Sanofis Cenrifki (tolebrutinib) für nicht schubförmige sekundär progrediente Multiple Sklerose empfohlen. Grundlage waren Phase-3-Daten, die eine Verringerung der Behinderungsprogression zeigten, während arzneimittelinduzierte Leberschädigung weiterhin als wichtiges Sicherheitsrisiko gilt.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat eine positive Stellungnahme angenommen und die Zulassung von Cenrifki (tolebrutinib) zur Behandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose ohne Schübe in den vergangenen zwei Jahren empfohlen. Die Empfehlung stützte sich auf Daten aus der Phase-3-Studie HERCULES bei nicht schubförmiger SPMS sowie auf unterstützende Daten aus den Phase-3-Studien GEMINI 1 und GEMINI 2 bei schubförmiger Multipler Sklerose.

Der CHMP verwies auf die Vorteile von tolebrutinib, darunter eine 31%ige Verringerung der Behinderungsprogression und eine 38%ige Verringerung neuer oder sich vergrößernder Läsionen pro Jahr im Vergleich zu Patienten unter Placebo. Die Studien zeigten, dass das hirngängige Arzneimittel den Beginn der Behinderungsprogression bei nicht schubförmiger SPMS signifikant verzögerte.

Eine endgültige Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur wird in den kommenden Monaten erwartet. Weitere Zulassungsanträge für Cenrifki werden derzeit von Regulierungsbehörden weltweit geprüft.

Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse waren COVID-19 und Infektionen der oberen Atemwege. Außerdem wurden signifikante Erhöhungen der Leberenzyme beobachtet. Arzneimittelinduzierte Leberschädigung ist ein bekanntes Sicherheitsrisiko von tolebrutinib, was die strikte Einhaltung der Vorgaben zur Leberüberwachung und ein rasches Management erhöhter Leberenzymwerte erforderlich macht.

Im vergangenen Jahr kündigte Sanofi in den Vereinigten Staaten zwei regulatorische Verzögerungen an, bevor die FDA die Behandlung im Dezember für dieselbe Indikation unter Verweis auf Wirksamkeits- und Sicherheitsbedenken ablehnte. In ihrem Complete Response Letter erklärte die Behörde, dass für tolebrutinib „für keine Patientenuntergruppe ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil festgestellt werden konnte“.

Sanofi hatte zuvor mitgeteilt, dass sich das Prüfverfahren der laufenden regulatorischen Überprüfung von tolebrutinib in den USA bei nicht schubförmiger sekundär progredienter Multipler Sklerose über den zuvor kommunizierten Zieltermin vom 28. Dezember 2025 hinaus verlängern werde, und erwartete weitere Hinweise der FDA bis Ende des ersten Quartals 2026. Als Reaktion auf eine Anfrage der FDA reichte Sanofi ein Expanded-Access-Protokoll für tolebrutinib bei nrSPMS ein.

Tolebrutinib ist ein investigativer, oral verfügbarer, hirngängiger Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor, der darauf ausgelegt ist, die Neuroinflammation bei Multipler Sklerose zu adressieren. Sekundär progrediente Multiple Sklerose bezeichnet typischerweise Menschen mit einer früheren Diagnose einer schubförmigen MS, bei denen keine Schübe mehr auftreten, die jedoch weiterhin eine Zunahme der Behinderung erfahren, und zwar in Abwesenheit von Schüben.

Related Entities

Related Articles

References

  1. Sanofi gains long-awaited win for tolebrutinib as EU regulator endorses MS drug for approval · fiercepharma.com
  2. Sanofi's tolebrutinib gets EU panel backing for MS treatment By Investing.com · investing.com
  3. Sanofi Provides Update on Tolebrutinib Regulatory Submission in Non-Relapsing Secondary Progressive Multiple Sclerosis · drugs.com