Europäische Kommission lässt Exdensur bei schwerem Asthma und chronischer Rhinosinusitis zu
Die Europäische Kommission hat Exdensur (depemokimab) als erstes ultra-langwirksames Biologikum in der EU zur Add-on-Therapie bei schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation sowie bei schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen zugelassen. Grundlage sind positive Phase-3-Daten (SWIFT und ANCHOR) mit anhaltender Wirksamkeit bei zweimal jährlicher Gabe.
Die Europäische Kommission hat Exdensur (depemokimab) für zwei Indikationen zugelassen: als Add-on-Erhaltungstherapie bei schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation und als Add-on-Therapie bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen. Exdensur ist das erste und einzige ultra-langwirksame Biologikum in der EU zur Behandlung von Atemwegserkrankungen.
Die Entscheidung umfasst die Add-on-Erhaltungstherapie bei schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, die durch die Zahl der Eosinophilen im Blut charakterisiert ist, bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die trotz hoch dosierter inhalativer Kortikosteroide plus eines weiteren Asthma-Controllers unzureichend kontrolliert sind. Die Zulassung schließt außerdem die Add-on-Therapie zusammen mit intranasalen Kortikosteroiden zur Behandlung erwachsener Patienten mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen ein, bei denen eine Therapie mit systemischen Kortikosteroiden und/oder eine Operation keine ausreichende Krankheitskontrolle erreicht.
Die Zulassung basiert auf Daten aus den Phase-3-Studien SWIFT und ANCHOR, die bei einem Dosierungsschema mit zweimal jährlicher Gabe eine anhaltende Wirksamkeit von depemokimab zeigten. Jede der vier Studien erreichte ihren primären oder co-primären Endpunkt mit statistisch signifikanten und klinisch relevanten Ergebnissen, wobei die Ergänzung von depemokimab zur Standardtherapie mit der Standardtherapie allein verglichen wurde.
In den SWIFT-Phase-3-Studien führte die Behandlung mit depemokimab zu einer signifikanten 58% bzw. 48%igen Reduktion der Rate annualisierter Asthma-Exazerbationen über 52 Wochen in SWIFT-1 bzw. SWIFT-2. Das Ratenverhältnis (95%-Konfidenzintervall) und der p-Wert betrugen: SWIFT-1 0,42 (0,30; 0,59) p<0,001 und SWIFT-2 0,52 (0,36; 0,73) p<0,001. Die annualisierte Exazerbationsrate für depemokimab versus Placebo lag bei: SWIFT-1 0,46 vs. 1,11 und SWIFT-2 0,56 vs. 1,08 Exazerbationen pro Jahr.
Bei einem sekundären Endpunkt aus SWIFT-1 und SWIFT-2 traten bei mit depemokimab behandelten Patienten numerisch weniger Exazerbationen auf, die eine Hospitalisierung und/oder Notaufnahmebesuche erforderten (1% bzw. 4%), als unter Placebo (8% bzw. 10%). Eine vorab festgelegte gepoolte Analyse der beiden Studien zeigte über 52 Wochen eine 72%ige Reduktion der annualisierten Rate klinisch signifikanter Exazerbationen, die eine Hospitalisierung und/oder Notaufnahmebesuche erforderten, für depemokimab im Vergleich zu Placebo. Das Ratenverhältnis betrug 0,28, 95% KI (0,13; 0,61), nominal p=0,002, mit einer annualisierten Exazerbationsrate von 0,02 für depemokimab versus 0,09 für Placebo. Die vollständigen Ergebnisse der SWIFT-Studien wurden auf der 2024 European Respiratory Society International Conference vorgestellt und im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Asthma betrifft in Europa mehr als 42 Millionen Menschen. Etwa 5–10% der Patienten leiden an schwerem Asthma, wobei viele trotz Behandlung weiterhin Exazerbationen und eine verminderte Lebensqualität erleben. Schätzungsweise 3 Millionen Menschen leben in Europa mit schwerem Asthma. Zudem haben Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen belastende tägliche Symptome, und nahezu die Hälfte bleibt unzureichend kontrolliert.
Exdensur ist eine neuartige Therapie, die eine hohe Bindungsaffinität an Interleukin-5 und eine hohe Wirksamkeit mit einer verlängerten Halbwertszeit kombiniert. Dadurch wird eine anhaltende Suppression der krankheitstreibenden Typ-2-Inflammation mit zweimal jährlicher Gabe ermöglicht, was den weiterhin ungedeckten Bedarf bei diesen Erkrankungen adressieren könnte.