Vier validierte Biomarker leiten nun die Behandlung des fortgeschrittenen Ösophaguskarzinoms

Vier Biomarker – MMR, HER2, PD-L1 und Claudin 18.2 – sind nun für das fortgeschrittene Ösophaguskarzinom validiert und leiten Entscheidungen zur Immun- und zielgerichteten Therapie. Checkpoint-Inhibitoren zeigen bei MSI-H- und PD-L1-positiven Subgruppen einen klaren Vorteil mit beobachtetem Langzeitüberleben. Die NCCN-Leitlinien empfehlen eine breite Testung zur Personalisierung der Therapie.

Das fortgeschrittene Ösophaguskarzinom verfügt nun über vier validierte Biomarker – MMR, HER2, PD-L1 und Claudin 18.2 – die bei allen Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung getestet werden sollten, so eine aktuelle Leitlinie, die auf einem Treffen der American Society of Clinical Oncology diskutiert wurde.

Die Marker, alle mittels Immunhistochemie nachweisbar, wurden in die Empfehlungen des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) aufgenommen. Die Aktualisierung 2026 betont die Testung auf Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) oder defektes Mismatch-Reparatur-System, eine Subgruppe, die 3-5 % der fortgeschrittenen gastroösophagealen Adenokarzinome ausmacht. Diese Patienten sind bekanntermaßen chemoresistent, aber Phase-III-Studien wie KEYNOTE-062 und CheckMate 649 haben einen klaren Vorteil für Immun-Checkpoint-Inhibitoren wie Pembrolizumab und Nivolumab gegenüber der Chemotherapie gezeigt.

Die PD-L1-Testung mittels Combined Positive Score (CPS) ist ebenfalls entscheidend. Studien wie RATIONALE-305, KEYNOTE-859 und CheckMate 649 zeigen konsistente Vorteile im progressionsfreien und Gesamtüberleben für Patienten mit CPS ≥1, wobei 15-20 % derer mit hoher PD-L1-Expression zu Langzeitüberlebenden werden.

Bei irresektabler oder metastasierter Erkrankung werden zusätzlich HER2-Immunhistochemie und Claudin-18.2-Testung empfohlen, letztere nach der FDA-Zulassung von Zolbetuximab. Eine Next-Generation-Sequenzierung kann in Betracht gezogen werden, um seltene BRAF- oder NTRK-Veränderungen zu identifizieren, die Patienten für tumoragnostisch zugelassene Checkpoint-Inhibitoren qualifizieren.

Im perioperativen Setting verlagert sich der Fokus auf die Immuntherapie. Das NCCN betont, dass MSI-H-Patienten möglicherweise nicht von einer neoadjuvanten Chemotherapie profitieren, aber auf neoadjuvante Immun-Checkpoint-Inhibitoren ansprechen könnten. Es bleiben Fragen zur Notwendigkeit einer zusätzlichen Chemotherapie oder zur Verwendung einer dualen Checkpoint-Inhibition bei diesen Patienten.

Die Biomarkerforschung für resektable Erkrankungen läuft weiter, und genomische Biomarker werden bei fortgeschrittener Erkrankung untersucht, sind aber noch nicht in Phase-III-Studien validiert. Bei Patienten, deren Erkrankung nach Immuntherapie fortschreitet, wird die Rolle der Chemotherapie im Vergleich zur Targetierung anderer Signalwege evaluiert, insbesondere bei oligometastatischer Progression.

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References

  1. Biomarkers for Esophageal Cancer Continue to Evolve | MedPage Today · medpagetoday.com
  2. Exploring new pathways to monitor and treat the most aggressive and evasive forms of breast cancer · eurekalert.org
  3. Potential of non-specific blood biomarkers combined with EBV-specific antibodies for ... · nature.com