Studie über 30 Jahre: Fürs Herz zählt die Qualität der Ernährung mehr als Low-Carb oder Low-Fat

Eine Langzeitstudie über mehr als 30 Jahre mit fast 200.000 Erwachsenen zeigt: Für die Herzgesundheit ist die Qualität der Ernährung entscheidender als das Verhältnis von Kohlenhydraten zu Fett. Gesunde Low-Carb- wie auch Low-Fat-Ernährungsweisen senkten das Risiko für koronare Herzkrankheit in ähnlichem Ausmaß, während ungesunde Varianten das Risiko erhöhten.

Eine umfangreiche Studie, die mehr als 198.000 Erwachsene in den USA über mehr als 30 Jahre begleitete, hat ergeben, dass sowohl kohlenhydratarme als auch fettarme Ernährungsweisen das Risiko für eine koronare Herzkrankheit deutlich senken können – vorausgesetzt, sie basieren auf gesunden, unverarbeiteten Lebensmitteln. Die am 11. Februar im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei der Senkung des Risikos für eine koronare Herzkrankheit die Ernährungsqualität wichtiger ist als die Nährstoffzusammensetzung.

Die Forschenden werteten Daten von rund 200.000 Personen aus 3 Kohortenstudien mit über 30 Jahren Nachbeobachtung aus: der Nurses' Health Study, der Nurses' Health Study II und der Health Professionals Follow-Up Study. Nach Studieneinschluss erhielten die Teilnehmenden alle 2 bis 4 Jahre Fragebögen per Post zu Ernährung, Lebensstilfaktoren, Medikamenteneinnahme und Diagnosen chronischer Erkrankungen.

Auf Grundlage der Antworten aus Fragebögen zur Häufigkeit des Verzehrs bestimmter Lebensmittel klassifizierten die Forschenden „gesunde“ und „ungesunde“ Low-Carb- und Low-Fat-Ernährungsweisen. Als ungesund definierten sie Ernährungsformen, die tierische Proteine und Fette, Kartoffeln, raffinierte Getreideprodukte und zugesetzten Zucker bevorzugen. Gesunde Ernährungsweisen wurden als solche definiert, die eher pflanzliche Proteine und Fette, nicht stärkehaltiges Gemüse, ganze Früchte, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte betonen.

Während der Nachbeobachtungszeit traten etwa 20.000 Fälle einer koronaren Herzkrankheit auf. Die gesunden Varianten sowohl der Low-Carb- als auch der Low-Fat-Ernährung waren mit ähnlich niedrigeren relativen Risiken für koronare Herzkrankheit verbunden, während die ungesunden Varianten mit ähnlich höheren Risiken einhergingen. Die Studie zeigte, dass Teilnehmende mit „ungesunder“ Low-Carb-Ernährung ein um 14% höheres KHK-Risiko hatten, während Teilnehmende mit „gesunder“ Low-Carb-Ernährung ein um 15% niedrigeres KHK-Risiko aufwiesen.

Gesunde Ernährungsweisen waren zudem mit verbesserten Lipid- und Entzündungs-Biomarkern verbunden, darunter niedrigere Triglyzeridwerte, höhere Werte für High-Density-Lipoprotein-Cholesterin sowie niedrigere Spiegel des hochsensitiven C-reaktiven Proteins.

Eine Analyse von Metaboliten im Plasma einer Teilgruppe der Teilnehmenden stützte die Ergebnisse. Unabhängig davon, ob das Ernährungsmuster kohlenhydratarm oder fettarm war, waren Ernährungsweisen mit gesunden Makronährstoffquellen mit günstigen metabolomischen Profilen assoziiert, etwa höheren Spiegeln von Indolpropionsäure und niedrigeren Spiegeln von Valin; bei ungesunden Varianten zeigte sich das Gegenteil.

Gesunde Varianten beider Ernährungsformen, die pflanzenbasierte Lebensmittel, Vollkornprodukte und ungesättigte Fette betonten, waren mit niedrigeren Triglyzeriden (Fetten im Blut), höherem HDL-„gutem“ Cholesterin und geringeren Entzündungswerten verbunden. Im Gegensatz dazu zeigten Ernährungsweisen mit vielen raffinierten Kohlenhydraten (wie Weißbrot und zuckerhaltigen Snacks) und überwiegend tierischen Fetten ungünstige Biomarkerprofile, die zu verstopften Arterien beitragen.

Ein Postdoktorand an der Harvard T.H. Chan School of Public Health und Erstautor der Studie wies darauf hin, dass frühere Studien häufig widersprüchliche Ergebnisse lieferten, weil sie nicht zwischen einer „gesunden“ Low-Carb-Ernährung (reich an Gemüse und Nüssen) und einer „ungesunden“ (mit viel Speck und Butter) unterschieden. Die Ergebnisse machten deutlich, dass es nicht allein darum geht, Kohlenhydrate oder Fett zu reduzieren, sondern um die Qualität der Lebensmittel, mit denen Menschen diese Ernährungsweisen zusammenstellen.

Die Studie kombinierte Ernährungsdaten, metabolomische Daten sowie klinische Risikobiomarker- und Krankheits-Outcomedaten, was es den Forschenden ermöglichte, direkt zu verknüpfen, was Menschen essen, wie der menschliche Körper auf diese Ernährung reagiert und wie hoch das Risiko ist, eine koronare Herzkrankheit zu entwickeln.

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References

  1. In the Low-Carb vs Low-Fat Debate, Study Suggests Food Quality Matters More for Heart Health · jamanetwork.com
  2. Gap In Preventable Deaths Widening Between Those With, Without A College Degree · drugs.com
  3. Food Choice Matters More Than 'Low-Carb' or 'Low-Fat' Labels · drugs.com