Biopharma-Unternehmen stehen vor Patentklippe, während Chinas Rolle bei Lizenzgeschäften wächst

Biopharma-Unternehmen stehen vor einer Patentklippe von 275 Milliarden US-Dollar, während sich die Lizenzaktivität zunehmend nach China verlagert. China machte 2025 fast die Hälfte aller Lizenzgeschäfte aus und trägt inzwischen rund 30% zur globalen Biotech-Pipeline bei.

Biopharma-Unternehmen sehen sich laut Boston Consulting Group einem zunehmenden Druck durch Preisreformen, Zölle und eine steile Patentklippe ausgesetzt, durch die bei den 15 größten Akteuren Umsätze von rund 275 Milliarden US-Dollar gefährdet sind. Die Transaktionsaktivität beschleunigt sich, wobei Fusionen und Übernahmen zunehmend auf vermarktete Vermögenswerte und Assets nach dem Proof of Concept abzielen, während die Werte von Lizenzvereinbarungen steigen, auch wenn die Gesamtzahl der Abschlüsse sinkt.

Transaktionen mit Bezug zu China machten 2025 fast die Hälfte der Lizenzaktivität aus, was die wachsende Rolle des Landes in der globalen Biotech-Innovation widerspiegelt. Eine jüngste Reihe bedeutender Out-Licensing-Vereinbarungen unterstreicht einen bemerkenswerten Trend bei in China ansässigen Pharmaunternehmen. Unternehmen wie CSPC Pharmaceutical und RemeGen haben kürzlich Vereinbarungen mit potenziellen Werten von jeweils bis zu 18,5 Milliarden beziehungsweise 5,6 Milliarden US-Dollar geschlossen.

Haisco Pharmaceutical Group hat ebenfalls zwei Abschlüsse getätigt, wobei der jüngste einen potenziellen Wert von bis zu 745 Millionen US-Dollar hat. Im Rahmen dieser Vereinbarung räumte Haisco AbbVie die Rechte ein, eine Gruppe von Molekülen zur Schmerzbehandlung außerhalb Chinas zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten. Diese Aktivität findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem internationale Pharmaunternehmen ihre Entwicklungspipelines stärken wollen.

China trägt inzwischen etwa 30% zur globalen Biotech-Pipeline bei und steht für rund die Hälfte der neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, während sich Indien als Zentrum für künstliche Intelligenz, Daten und Fertigungskapazitäten etabliert. Dieser Anstieg an Vereinbarungen deutet auf eine Veränderung der strategischen Positionierung chinesischer Biotech-Unternehmen innerhalb des weltweiten Pharmasektors hin. Der Schritt steht für einen Übergang von einem Schwerpunkt auf kostengünstiger Produktion hin zu innovativer Arbeit mit höherer Wertschöpfung.

BCG verwies darauf, dass die kombinierte Wirkung von US-Zöllen auf Markenprodukte, Bestimmungen des Inflation Reduction Act und die mögliche Ausweitung von Preisrahmen nach dem Meistbegünstigungsprinzip den Margendruck verschärft und die Unsicherheit hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen erhöht. Auch geopolitische Verschiebungen gestalten Fertigungsstrategien neu, wobei große Unternehmen als Reaktion auf Zolldrohungen und Risiken in den Lieferketten angekündigt haben, bis 2030 mehr als 350 Milliarden US-Dollar in neue Kapazitäten in den USA zu investieren.

Dem Bericht zufolge lag die durchschnittliche Gesamtrendite für Aktionäre des Sektors von 2021 bis 2025 bei 0%, verglichen mit 16% für den S&P 500; lediglich sechs der 20 größten Unternehmen übertrafen in diesem Fünfjahreszeitraum den Markt. Innovation konzentriert sich weiterhin auf Blockbuster-Medikamente, die bei den 20 größten Unternehmen fast 90% der Umsätze im Jahr 2025 ausmachten, doch der Fokus verlagert sich auf Therapien für Erkrankungen großer Bevölkerungsgruppen wie Adipositas und Alzheimer. Mehr als 100 Wirkstoffe gegen Adipositas befinden sich in der Entwicklung, darunter über 35 mit einer GLP-1-Komponente, was den Wettbewerb in bereits stark besetzten Pipelines verschärft.

Gleichzeitig veranlassen steigende kommerzielle Komplexität und Preisbeschränkungen die Unternehmen dazu, Produkteinführungen vorzuziehen, KI-gestützte Vertriebsstrategien einzusetzen und Direkt-zu-Patient- sowie Direkt-zu-Arbeitgeber-Modelle zu prüfen. Sieben der 20 größten Unternehmen haben Programme zur Kostenoptimierung angekündigt, die auf eine Senkung der Kostenbasis um 5% bis 16% und der Beschäftigtenzahl um 2% bis 8% abzielen, während die Unternehmen versuchen, ihre Margen zu schützen und zugleich gezielt in KI-Fähigkeiten zu investieren. BCG kam zu dem Schluss, dass die traditionellen Größenvorteile in Forschung und Entwicklung sowie im kommerziellen Betrieb schwinden und Biopharma-Unternehmen dadurch gezwungen sind, ihre Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette neu zu denken, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

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References

  1. Chinese Biotech Firms Secure Major Global Licensing Agreements in Strategic Shift · indexbox.io
  2. Penny for Your Thoughts - Episode 3 | Pharmaceutical Commerce · pharmaceuticalcommerce.com
  3. Biopharma firms face $275b patent cliff as returns stall | Healthcare Asia Magazine · healthcareasiamagazine.com