Allergische Rhinitis mit Doppelteffekt auf COVID-19-Symptome; sublinguale Immuntherapie verändert den Verlauf

Allergische Rhinitis ist bei COVID-19 mit einem zweigeteilten Symptomprofil assoziiert: weniger respiratorische Beschwerden, jedoch häufiger Geruchs- und Geschmacksstörungen sowie Fieber. Zudem scheint eine sublinguale Immuntherapie das Risiko für respiratorische Symptome und Fieber bei Betroffenen unterschiedlich zu beeinflussen.

Eine Studie in China untersuchte 1.368 Teilnehmende innerhalb von 1 Monat nach Anpassungen der COVID-19-Reaktionsmaßnahmen, darunter 746 Personen mit allergischer Rhinitis und 622 Kontrollen ohne allergische Erkrankungen. Unter den infizierten Teilnehmenden mit allergischer Rhinitis erhielten 122 eine sublinguale Immuntherapie, 483 hingegen nicht.

Allergische Rhinitis zeigte einen doppelten Effekt auf das COVID-19-Symptommuster. Im Vergleich zu nichtallergischen Personen hatten Patientinnen und Patienten mit allergischer Rhinitis mit geringerer Wahrscheinlichkeit respiratorische Symptome, was auf einen protektiven Zusammenhang hindeutet. Allerdings war allergische Rhinitis auch mit einem höheren Risiko für olfaktorische und gustatorische Funktionsstörungen sowie Fieber verbunden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass allergische Rhinitis Immunantworten während einer akuten Virusinfektion auf komplexe Weise modulieren kann.

Bei Patientinnen und Patienten mit allergischer Rhinitis war die sublinguale Immuntherapie mit deutlichen Unterschieden in der COVID-19-Präsentation assoziiert. Personen, die eine sublinguale Immuntherapie erhielten, hatten im Vergleich zu nicht mit Immuntherapie behandelten Personen ein höheres Risiko für respiratorische Symptome. Demgegenüber war das Fieberrisiko in der Gruppe mit sublingualer Immuntherapie geringer. Die Therapie beeinflusste das Auftreten olfaktorischer oder gustatorischer Funktionsstörungen nicht signifikant.

Diese Daten legen nahe, dass immunmodulatorische Behandlung bestimmte inflammatorische Signalwege verändern kann, die für respiratorische und systemische Manifestationen von COVID-19 relevant sind.

Die Ergebnisse unterstreichen wichtige Aspekte für Klinikerinnen und Kliniker, die allergische Rhinitis in Phasen hoher COVID-19-Transmission behandeln. Respiratorische Symptome sollten sorgfältig bewertet werden, wenn entschieden wird, ob eine sublinguale Immuntherapie bei Patientinnen und Patienten mit gleichzeitiger Infektion fortgeführt oder begonnen werden soll. Das veränderte Fieberrisiko verdient im Hinblick auf Überwachung und klinische Beurteilung besondere Aufmerksamkeit. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Mechanismen hinter diesen Zusammenhängen zu verstehen und personalisierte Behandlungsstrategien für Patientinnen und Patienten mit allergischer Rhinitis zu entwickeln.

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References

  1. Sublingual Immunotherapy for Allergy in 2026, With Désirée Larenas-Linnemann, MD · hcplive.com
  2. Allergic Rhinitis may influence COVID-19 symptoms; sublingual immunotherapy alters outcomes · daijiworld.com
  3. Allergic Rhinitis Alters COVID 19 Symptoms - EMJ · emjreviews.com