Fünfjahresstudie: Pädiatrische Schlafapnoe verdoppelt Risiko für Influenza und COVID-19
Kinder mit obstruktiver Schlafapnoe haben im Vergleich zu Kontrollen ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Influenza oder COVID-19 zu erkranken. Laut einer Fünfjahresanalyse von über 1 Million Kindern bleibt die erhöhte Anfälligkeit selbst nach Adenotonsillektomie bestehen.
Kinder mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) erkranken einer online am 11. Februar im Journal of Clinical Sleep Medicine veröffentlichten Studie zufolge nahezu doppelt so häufig an Influenza oder COVID-19. In die Analyse wurden 539.127 Kinder im Alter von 2 bis 18 Jahren mit neu aufgetretener OSA sowie passende Kontrollen ohne OSA eingeschlossen.
Während einer fünfjährigen Nachbeobachtungszeit nach der OSA-Diagnose wurde Influenza bei 5,1 Prozent der Kinder mit OSA gegenüber 2,8 Prozent der Kontrollen diagnostiziert (Risikoverhältnis 1,80), während das fünfjährige influenza-freie Überleben 90,27 gegenüber 93,04 Prozent betrug (Hazard Ratio 1,45). COVID-19 wurde bei 2,5 gegenüber 1,0 Prozent diagnostiziert (Risikoverhältnis 2,496), mit einem fünfjährigen COVID-19-freien Überleben von 95,02 bzw. 97,49 Prozent (Hazard Ratio 1,986). Ähnliche Effekte zeigten sich in allen Altersgruppen.
OSA war zudem mit einem höheren Risiko für eine Pneumonie infolge von Influenza oder COVID-19 assoziiert. Die erhöhte Vulnerabilität bestand unabhängig von Alter oder Gewicht.
Eine Adenotonsillektomie senkte das Infektionsrisiko nicht. Dieser Befund könnte zwei klinische und pathophysiologische Beobachtungen widerspiegeln: Ein signifikanter Anteil der Kinder weist nach dem Eingriff eine residuale Schlafapnoe auf, und eine OSA-bedingte Immundysregulation könnte die Rekrutierung einer angemessenen Immunantwort beeinträchtigen.
Die Dysregulation der angeborenen und adaptiven Immunmilieus bei pädiatrischer OSA könnte sowohl die erhöhte Anfälligkeit für Virusinfektionen als auch die schwereren Symptome erklären, die zu einer medizinischen Abklärung führen. Für die Studie wurde die globale Gesundheitsdatenbank TriNetX genutzt, um über 1 Million Kinder im Alter von 2 bis 18 Jahren über fünf Jahre nachzuverfolgen.
Obwohl die absoluten Risiken niedrig sind, verringert eine Adenotonsillektomie die Anfälligkeit nicht, was auf eine persistierende Immundysregulation hindeutet und die Priorisierung saisonaler Impfungen bei Kindern mit OSA unterstützt. OSA als „Risikomarker“ zu rahmen, könnte helfen, Zurückhaltung im Rahmen der routinemäßigen pädiatrischen Beratung zu überwinden. Ähnlich wie bei anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma sollten Klinikerinnen und Kliniker die saisonale Influenzaimpfung zum Zeitpunkt der Schlafapnoe-Diagnose priorisieren.