Änderungen bei der britischen Wissenschaftsfinanzierung konfrontieren Forschende mit Pausen, Kürzungen und Unsicherheit

UK Research and Innovation hat umfassende Änderungen bei der Vergabe von Fördermitteln angekündigt, wodurch es in der medizinischen, biologischen und physikalischen Forschung zu Pausen und Kürzungen kommt. Die daraus entstehende Unsicherheit verstärkt die Sorge um erkenntnisgeleitete Forschung, Personal und die Fähigkeit des Systems, mit Scheitern umzugehen.

Das britische Wissenschaftssystem befindet sich in der Schwebe. Am 1. Februar kündigte die nationale Wissenschaftsförderagentur des Landes, UK Research and Innovation, weitreichende Änderungen daran an, wie Forschungsförderungen begutachtet und vergeben werden. In der medizinischen, biologischen und physikalischen Forschung wird es bei wichtigen Förderprogrammen zu Pausen kommen, während ein erhebliches Maß an Unsicherheit darüber, was, wie und wann Mittel gekürzt werden, die britische Forschungsgemeinschaft in Sorge versetzt.

Im offenen Brief von UKRI heißt es, man wolle sich darauf konzentrieren, „weniger Dinge besser zu machen“. Die Unterstützung erkenntnisgeleiteter Forschung solle erhalten bleiben, und Investitionen in angewandte Forschung würden an die Industriestrategie der Regierung angepasst. Die mögliche Bündelung von Geldern in größeren Forschungsgruppen droht, die Entwicklung origineller Ideen und künftiger Führungspersönlichkeiten zu bremsen, und eine zeitlich nicht festgelegte Phase des Forschungsstillstands, die mindestens ein Jahr dauern könnte, ist für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler störend.

Seit April 2025 hat UKRI rund £9 Milliarden (US$12 Milliarden) an öffentlichen Mitteln für Projekte bereitgestellt. Fördermöglichkeiten des Medical Research Council sind derzeit geschlossen, Anträge werden geprüft, und zwar für Projekte in den Bereichen Infektionen und Immunität, molekulare und zelluläre Medizin, Neurowissenschaften und psychische Gesundheit sowie Populations- und Systemmedizin — also für den Großteil des Zuständigkeitsbereichs des Rates. Der Science and Technology Facilities Council, der Teilchenphysik, Astronomie und Weltraumforschung finanziert, stellt bereits einige Projekte ein, auch weil sein Budget infolge hoher Energiekosten ins Minus geraten ist.

Der Leiter von UKRI sagte, die Verlangsamung werde vorübergehend sein, und das Land werde „bis zum Beginn des Finanzjahres 2027/2028 vollständig auf das neue Modell umgestellt haben“ — also bis April 2027. Für neu berufene Fakultätsmitglieder, die sich möglicherweise in einer dreijährigen Probezeit befinden, ist dies ein schwerer Schlag, der potenziell das Karriereende bedeuten könnte. Für Postdocs und technische Mitarbeitende, die über Fördermittel beschäftigt werden, könnte dies eine Unterbrechung der Gehaltszahlung bedeuten.

Die Änderungen bei der Forschungsfinanzierung kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Wissenschaftsvertreter argumentieren, dass Wissenschaft in mehrfacher Hinsicht auf Scheitern aufbaut und dass Forschung überwiegend auf der Grundlage erfolgreicher Ergebnisse finanziert, kommuniziert und belohnt wird. Im Forschungssystem gibt es wenig Raum, um das anzuerkennen, was als laufende Arbeit betrachtet werden könnte, oder um zu vermeiden, dass Menschen bestraft werden, wenn etwas schiefläuft. Am 16. April kündigte der European Research Council an, erfolglose Antragstellende für seine Fördermittel davon abzuhalten, sich im darauffolgenden Jahr erneut zu bewerben — eine Maßnahme, die eingeführt wurde, um der Organisation bei der Bewältigung eines Anstiegs der Antragszahlen zu helfen.

Innovative Publikationsformate wie Registered Reports sollen methodische Strenge fördern, statt den Schwerpunkt auf Ergebnisse zu legen, doch solche Innovationen sind noch immer viel zu selten. Forschungsarbeiten, Förderanträge und Lebensläufe enthalten in der Regel nicht die Experimente oder Projekte, die nicht funktioniert haben. Dieses Versäumnis des Forschungsbetriebs, Einzelnen Zeit und Raum zu geben, ohne Angst vor den Folgen scheitern zu können, birgt das Risiko eines Scheiterns von noch größerer Tragweite.

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References

  1. We need to talk about failure in science - Nature · nature.com
  2. We're no longer attracting top talent: the brain drain killing American science | Hacker News · news.ycombinator.com
  3. Science funding needs fixing — but not through chaotic reforms - Nature · nature.com