Europäische Kommission genehmigt erste Behandlung für seltene Mitochondrienkrankheit TK2d

Die Europäische Kommission hat KYGEVVI (Doxecitin und Doxribtimin) als erste Behandlung für Thymidin-Kinase-2-Defizienz (TK2d) zugelassen, eine ultra-seltene Mitochondrienerkrankung. Klinische Studien zeigten, dass das Medikament das Sterberisiko um 95% reduziert und 84% der Patienten dabei hilft, motorische Funktionen wiederzuerlangen. Die Zulassung umfasst pädiatrische und erwachsene Patienten mit Symptombeginn vor dem 12. Lebensjahr.

Die Europäische Kommission hat unter außergewöhnlichen Umständen die Marktzulassung für KYGEVVI (Doxecitin und Doxribtimin) als erste und einzige zugelassene Behandlung für Thymidin-Kinase-2-Defizienz (TK2d) in der Europäischen Union erteilt. Die Therapie ist für pädiatrische und erwachsene Patienten mit genetisch bestätigter TK2d mit einem Symptombeginnsalter von 12 Jahren oder früher indiziert, was einen historischen Meilenstein für die ultra-seltene Erkrankungsgemeinschaft darstellt.

In der Hauptretrospektivstudie, die die Zulassung unterstützt, wurde gezeigt, dass das Medikament das Sterberisiko um 95% reduziert, verglichen mit einer historischen Kohorte unbehandelter Patienten. Die Analyse zeigte auch, dass 84% der mit KYGEVVI behandelten Patienten eine oder mehrere motorische Funktionen zurückerlangten, wie etwa das selbstständige Aufrechtsitzen, wobei 22% der Empfänger die Beatmungsunterstützung beenden konnten.

Die unterstützenden Daten für die EC-Zulassung stammten aus gepoolten Daten von zwei Studien zur Behandlung mit KYGEVVI bei Patienten mit genetisch bestätigter TK2d mit einem Symptombeginnsalter ≤12 Jahren. Diese Studien untersuchten die Auswirkungen der Behandlung auf funktionelle Ergebnisse sowie das Überleben. Die Anwendung von KYGEVVI führte zu Verbesserungen der motorischen Funktion sowie zu einer Reduzierung der Nutzung von Beatmungs- und Ernährungssupport.

Vor Behandlungsbeginn hatten 18 von 39 Teilnehmern mit Beatmungsunterstützung begonnen, und kein Teilnehmer hatte die Beatmungsunterstützung beendet. Nach Behandlungsbeginn begannen 5 von 21 Teilnehmern mit Beatmungsunterstützung, während 5 von 23 die Beatmungsunterstützung beendeten. Bezüglich Ernährungssupport hatten vor Behandlungsbeginn 12 von 39 Teilnehmern eine Ernährungssonde. Nach Behandlungsbeginn begannen 4 von 28 Teilnehmern mit Ernährungssupport, wobei 2 dieser Teilnehmer den Ernährungssupport nach Behandlungsbeginn anschließend beendeten.

In den Studien wurde KYGEVVI gut vertragen, wobei die am häufigsten berichteten unerwünschten Reaktionen Durchfall (86%), Erbrechen (28%) und Bauchschmerzen (einschließlich Oberbauchschmerzen) (26%) waren. Die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinale Störungen.

TK2d ist eine ultra-seltene, fortschreitende und lebensbedrohliche Mitochondrienmyopathie, die durch pathogene Varianten des Thymidin-Kinase-2-Gens verursacht wird. Sie führt zu mitochondrialer DNA-Depletion, was zu schwerer und fortschreitender Muskelschwäche führt, die innerhalb von drei Jahren nach Symptombeginn tödlich verlaufen kann. Viele Betroffene verlieren ihre Mobilität, benötigen Beatmungsunterstützung und brauchen Hilfe bei grundlegenden Funktionen wie dem Essen. Personen, die erste Symptome im Alter von 12 Jahren oder früher erleben, haben ein hohes Risiko für einen vorzeitigen Tod.

Die Anzahl der Patienten mit der Erkrankung ist schwer zu schätzen, da Symptome mit anderen neuromuskulären Störungen wie spinaler Muskelatrophie oder allgemeiner Myopathie verwechselt werden können, aber eine aktuelle Studie deutete darauf hin, dass es etwa 500 Patienten in den vier größten EU-Volkswirtschaften und dem Vereinigten Königreich gibt, mit einer ähnlichen Anzahl in den USA, wo UCBs Medikament letzten November zugelassen wurde. Es wird geschätzt, dass die weltweite Prävalenz von TK2d 1,64 Fälle pro 1.000.000 Menschen beträgt.

Der primäre Wirkmechanismus von KYGEVVI ist die Einbindung von Pyrimidin-Nukleosiden Deoxycytidin und Deoxythymidin in die mitochondriale DNA der Skelettmuskulatur, um die mitochondriale DNA-Kopienzahl wiederherzustellen und die Skelettmuskelfunktion bei Patienten mit TK2d zu verbessern. Es handelt sich um eine Kombination von Pyrimidin-Nukleosiden, die entwickelt wurde, um in die mitochondriale DNA der Skelettmuskulatur integriert zu werden und die reduzierte Aktivität des TK2-Enzyms zu kompensieren.

Das PRIority MEdicines (PRIME)-Programm der EMA, das Arzneimitteln mit verbesserter Unterstützung versieht, die ungedeckte medizinische Bedürfnisse adressieren, unterstützte die Entwicklung von KYGEVVI. Die Zulassung unter außergewöhnlichen Umständen kann in Fällen erteilt werden, in denen die Seltenheit der Erkrankung oder die Schwierigkeit ihrer Erforschung die Sammlung vollständiger Informationen über die Behandlung unmöglich machen.

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References

  1. UCB brings first therapy for rare disease TK2d to EU - pharmaphorum · pharmaphorum.com
  2. European Commission approves KYGEVVI[®] (doxecitine and doxribtimine) as first and ... - UCB · ucb.com
  3. UCB's Kygevi receives positive CHMP opinion for thymidine kinase 2 deficiency - PMLiVE · pmlive.com