Rückruf von Babynahrung und Sorgen über Ultra-Verarbeitung auf dem US-Markt

Initiative Foods ruft eine Charge des Fruchtpürees Tippy Toes Apple Pear Banana zurück, nachdem die FDA erhöhte Patulinwerte festgestellt hatte – ein schimmelbedingtes Toxin. Gleichzeitig zeigt eine neue Studie, dass 71% der in US-Supermärkten verkauften Babynahrungsprodukte ultra-verarbeitet sind und häufig viel Zucker sowie zahlreiche Zusatzstoffe enthalten.

Initiative Foods ruft eine Charge seines Fruchtpürees Tippy Toes Apple Pear Banana zurück, nachdem die U.S. Food and Drug Administration erhöhte Gehalte an Patulin festgestellt hat – einem Toxin, das entstehen kann, wenn Schimmel auf Früchten wie Äpfeln wächst. Der Rückruf betrifft Produkte, die in Lebensmittelgeschäften in allen US-Bundesstaaten außer Alaska verkauft wurden, und möglicherweise auch in Puerto Rico und Guam erhältlich waren. Bislang seien laut Unternehmen keine Erkrankungen oder Verletzungen gemeldet worden.

Die FDA entdeckte das Problem bei routinemäßigen Untersuchungen im Rahmen ihrer Total Diet Study, die Lebensmittel auf Kontaminanten überwacht. Die Behörde empfahl den Rückruf, nachdem Patulinwerte festgestellt wurden, die über dem lagen, was typischerweise in vergleichbaren Produkten beobachtet wird.

Das zurückgerufene Produkt ist in 2er-Packungen aus Kunststoffbechern mit Außenhülle verpackt und trägt die Chargennummer 07174, ein Mindesthaltbarkeitsdatum („best by“) vom 17. Juli 2026, den Packungscode INIA0120 sowie die UPCs 036800 und 265783. Das „Best By“-Datum ist auf der Unterseite jedes Kunststoffbechers aufgedruckt.

Patulin ist ein natürlich vorkommendes Toxin. Eine langfristige Exposition kann nach Warnung von Gesundheitsbehörden gesundheitliche Probleme wie Übelkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Nervenschäden und eine geschwächte Immunfunktion verursachen.

Initiative Foods teilte mit, man habe mit der FDA zusammengearbeitet, um die betroffene Charge zu identifizieren und aus dem Vertrieb zu nehmen. Der CEO und Präsident des Unternehmens erklärte, die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie ihrer Familien habe höchste Priorität; zudem kooperiere das Unternehmen mit der FDA, um eine strenge Überprüfung und verbesserte Sicherheitsmaßnahmen für alle Produkte sicherzustellen.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die das zurückgerufene Produkt besitzen, sollten es sofort nicht mehr verwenden und entweder entsorgen oder zur Erstattung in das Geschäft zurückbringen. Eltern, die nach der Verwendung gesundheitliche Bedenken haben, werden ermutigt, eine medizinische Fachkraft zu kontaktieren. Einzelhändler wurden angewiesen, die betroffene Charge umgehend aus den Regalen zu entfernen. Bei Fragen können Verbraucherinnen und Verbraucher montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr EST unter 855-215-5730 anrufen.

Der Rückruf erfolgt, während neue Forschungsergebnisse weit verbreitete Bedenken hinsichtlich der Qualität von Babynahrung auf dem US-Markt aufzeigen. Nahezu drei Viertel der in US-Lebensmittelgeschäften verkauften Babynahrung können als ultra-verarbeitete Lebensmittel eingestuft werden, berichteten Forschende am 9. Februar in der Zeitschrift Nutrients.

Für die Studie analysierten Forschende 651 Lebensmittelprodukte für Säuglinge und Kleinkinder, die von 10 großen US-Supermarktketten verkauft wurden. Mithilfe eines standardisierten Klassifikationssystems bewertete das Forschungsteam, welche Produkte als ultra-verarbeitete Lebensmittel eingestuft werden können. Das System prüft, ob Lebensmittel entweder Zusatzstoffe oder Substanzen enthalten, die in privaten Küchen selten verwendet werden. Beispielsweise zählen High-Fructose-Corn-Syrup, verarbeitete Öle, mechanisch separiertes Fleisch und Emulgatoren zu den Zutaten, die in ultra-verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen.

Die Ergebnisse zeigten, dass 71% der in Lebensmittelgeschäften gefundenen Babynahrung als ultra-verarbeitete Lebensmittel klassifiziert werden konnten. Diese ultra-verarbeiteten Babynahrungsmittel enthielten laut Forschenden doppelt so viel Zucker und deutlich mehr Natrium als gesündere Optionen.

Die Produkte seien voll von Zucker und Salz sowie industriellen Zutaten wie Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, Verdickungsmitteln, Emulgatoren und Farbstoffen, so die Forschenden. Die häufigsten Zusatzstoffe waren Geschmacksverstärker (36%); Verdickungsmittel (29%); Emulgatoren (19%); und Farbstoffe (19%). Insgesamt fanden die Forschenden mehr als 105 unterschiedliche Zusatzstoffe in ultra-verarbeiteter Babynahrung.

Nahezu alle Snack-Produkte (94%) waren ultra-verarbeitet, so die Forschenden, gefolgt von Packungen in Standardgröße (86%) und Beuteln (73%). Der Verkauf von Babynahrung in Beuteln ist seit 2010 um nahezu 900% gestiegen, merkten die Forschenden an.

Ein Research Fellow am George Institute for Global Health der University of New South Wales in Australien wies darauf hin, dass die Säuglingszeit eine entscheidende Phase für die Prägung lebenslanger Essgewohnheiten ist und dass die Einführung von Lebensmitteln, die übermäßig süß oder salzig sind und viele Zusatzstoffe enthalten, den Grundstein für ungesunde Vorlieben legen kann, die über die Kindheit hinaus bestehen bleiben. Ein hoher Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel bei Kindern wird mit Herz- und Stoffwechselerkrankungen später im Leben in Verbindung gebracht; deshalb sei es am besten, diese von vornherein möglichst nicht einzuführen, so die Forschenden.

Die Forschenden erklärten, dass eine bessere Nährwertkennzeichnung und strengere Vorschriften für Babynahrung erforderlich seien. Bis dahin sei das Prüfen der Zutatenliste eine der besten Möglichkeiten, stark verarbeitete Optionen zu erkennen – wenn man eine Zutat sieht, die man nicht kennt, ist es vermutlich am besten, das Produkt wieder ins Regal zu stellen, rieten die Forschenden.

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References

  1. Sweetened Drinks Linked to Higher Anxiety in Teens · www.drugs.com
  2. Baby Food Recalled Nationwide Over Mold Toxin Concern · www.drugs.com
  3. Study suggests toddlers' ultraprocessed diets at age two linked to lower IQ - Medical Xpress · medicalxpress.com
  4. Most U.S. Baby Food Is Ultra-processed, Study Finds · www.drugs.com