Bluttest auf p-tau217 zeigt Potenzial für die frühe Erkennung und klinische Diagnose von Demenz

Neue Studien zeigen, dass Bluttests, die das Protein p-tau217 messen, ein Demenzrisiko bis zu 25 Jahre vor Symptombeginn erkennen und die diagnostische Genauigkeit in der klinischen Praxis deutlich verbessern können. p-tau217 könnte damit als weniger invasive, gut zugängliche Biomarker-Option Forschung und Risikostratifizierung unterstützen.

Ein routinemäßiger Bluttest, der phosphoryliertes Tau 217 (p-tau217) im Plasma misst, könnte laut einer neuen, in JAMA Network Open veröffentlichten Studie dazu beitragen, Frauen mit einem erhöhten Demenzrisiko bis zu 25 Jahre vor dem Auftreten von Symptomen zu identifizieren. Forschende in den USA analysierten Blutproben von 2.766 kognitiv gesunden Frauen im Alter von 65 bis 79 Jahren aus den 1990er-Jahren und verfolgten ihre kognitive Gesundheit in den folgenden 25 Jahren, um festzustellen, wer eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) oder eine Demenz entwickelte.

Das Team bestimmte die Spiegel von p-tau217, einem Protein, das mit Tau-Ablagerungen (Tau-Tangles) im Gehirn in Verbindung steht – einem Kennzeichen von Alzheimer und anderen Demenzen. Höhere p-tau217-Werte korrelierten stark mit einem erhöhten Risiko für MCI und Demenz, auch wenn nicht alle Frauen mit hohen Werten erkrankten. Der Zusammenhang zwischen höheren p-tau217-Werten und Demenz war stärker bei Frauen über 70 Jahren sowie bei Trägerinnen des APOE ε4-Gens, das für seine Verbindung zu Alzheimer bekannt ist.

Blutbasierte Biomarker wie p-tau217 gelten als vielversprechend, weil sie deutlich weniger invasiv und leichter zugänglich sind als Hirnscans oder Untersuchungen der Rückenmarksflüssigkeit. Solche Tests könnten die Forschung beschleunigen und Strategien zur Senkung des Demenzrisikos bewerten.

In einer separaten prospektiven Beobachtungsstudie, die im Journal of Neurology veröffentlicht wurde, untersuchten Forschende, ob die Implementierung von Serum-p-tau217-Tests die diagnostische Genauigkeit in der klinischen Routine verbessert. Die Studie umfasste 200 aufeinanderfolgende Teilnehmende (mittleres Alter 72,15 Jahre; 67,0% Frauen) aus einem tertiären Krankenhaus in Spanien zwischen 2024 und 2025. Insgesamt hatten 38,5% der Teilnehmenden einen subjektiven kognitiven Abbau, 47,5% eine leichte kognitive Beeinträchtigung und 14,0% eine Demenz.

Nach Erhalt der p-tau217-Testergebnisse wurde die klinische Diagnose bei etwa 25% der Teilnehmenden geändert, und die diagnostische Sicherheit stieg signifikant von 6,90 ± 1,74 auf 8,49 ± 1,68 (t-Test, -10,46; P < .001). Die Diagnose wurde in den Gruppen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (Chi-Quadrat, 47,21) und Demenz (Chi-Quadrat, 17,15) neu klassifiziert, und die diagnostische Sicherheit verbesserte sich signifikant über alle kognitiven Stadien hinweg sowie in beiden klinischen Settings (P < .001 für alle). Die Übereinstimmung der Diagnose mit der finalen Diagnose nahm deutlich zu – von 75,5% vor dem Test auf 94,5% nach dem Test (Kappa-Index, 0,576 vs. 0,906).

Digitale kognitive Testverfahren werden ebenfalls entwickelt, um gemeinsam mit p-tau217-Tests eingesetzt zu werden. Neue Daten, die auf einer globalen Alzheimer-Konferenz vorgestellt wurden, untersuchten die Vorhersage des p-tau217-Status im Plasma und des Alzheimer-Erkrankungsrisikos mithilfe der fernanwendbaren Digital Assessment of Cognition (DAC). Der Ansatz zeigte eine hohe Klassifikationsgenauigkeit und einen hohen negativen prädiktiven Wert als vorgeschaltetes Screening, was potenziell helfen könnte, bestätigende Tests zu priorisieren und unnötige Biomarker-Tests bei Personen mit geringer Wahrscheinlichkeit zu reduzieren.

In der langfristigen Frauenstudie sagte ein erhöhter p-tau217-Wert Demenz sowohl bei weißen als auch bei schwarzen Frauen voraus, wobei bei schwarzen Frauen kein Zusammenhang mit MCI beobachtet wurde. Die Forschenden vermuten, dass dies auf Fehldiagnosen, unterschiedliche Krankheitsmechanismen oder demografische und gesundheitliche Unterschiede zurückzuführen sein könnte, die sich in der Studie nur schwer vollständig kontrollieren ließen. Bei Frauen unter Hormontherapie sagte ein höherer p-tau217-Wert Demenz bei jenen voraus, die eine kombinierte Therapie aus Östrogen und Gestagen erhielten, jedoch nicht bei Östrogen allein.

Der p-tau217-Bluttest ist noch nicht für ein Screening der Allgemeinbevölkerung geeignet. Die Forschung bringt jedoch das Verständnis der frühen Entwicklung von Demenz voran und weist auf potenzielle Zeitfenster für Interventionen hin. Hohe p-tau217-Werte führen nicht immer zu Demenz, was Ansatzpunkte für zukünftige Forschung nahelegt. Die Identifizierung von Risikopatientinnen Jahrzehnte vor dem Auftreten von Symptomen eröffnet die Möglichkeit früherer Prävention und eines gezielten Monitorings.

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References

  1. Blood Test Can Detect Dementia Risk in Women Up to 25 Years Before Symptoms: Study · sundayguardianlive.com
  2. Digital Cognitive Scores May Streamline Alzheimer Disease Biomarker Testing · patientcareonline.com
  3. Redefining Cognitive Assessment With One Blood Test - Medscape · medscape.com