Genetische Biomarker-Tests verlagern die Darmkrebsvorsorge in Indien hin zu DNA-Veränderungen

Jüngste Fortschritte in der Genetik verlagern die Darmkrebsvorsorge zunehmend hin zur direkten Erkennung von DNA-Veränderungen. In Indien ist CRC inzwischen die vierthäufigste Krebsart; 2022 wurden mehr als 64.000 Neuerkrankungen und über 38.000 Todesfälle gemeldet.

Jüngste Fortschritte in der Genetik verlagern den Fokus weg von der Erkennung indirekter Krebsanzeichen wie Blut im Stuhl hin zur direkten Identifizierung von DNA-Veränderungen, die mit der Krebsentstehung bei kolorektalem Karzinom (CRC) verbunden sind. In Indien nimmt CRC rasch zu und ist inzwischen insgesamt die vierthäufigste Krebsart; 2022 wurden mehr als 64.000 Neuerkrankungen und über 38.000 Todesfälle gemeldet. Die Zahl der CRC-Fälle und der Todesfälle ist im vergangenen Jahrzehnt gestiegen, während viele Menschen erst in späten Stadien untersucht werden.

Genetisches Screening zur Früherkennung von CRC ist für Indien wichtig, da das Land bei Erkennung und Versorgung vor besonderen Herausforderungen steht. Die Screening-Raten sind niedrig, und Zugänglichkeit sowie Aufklärung bleiben für viele Gemeinschaften Hürden. Ein großer Anteil der CRC-Patienten in Indien ist jünger als 40 Jahre, was möglicherweise auf Einflüsse von Lebensstil, genetischen und Umweltfaktoren hindeutet.

Zu den fortschrittlichen genetischen Tests gehören blutbasierte genetische Tests, die kleine DNA-Fragmente analysieren, die Tumoren in den Blutkreislauf abgeben. Dazu zählen epigenetische Marker, also chemische Veränderungen der DNA, die auf ein abnormes Zellverhalten bestimmter Gene hinweisen, das häufig in CRC-Zellen vorkommt. Stuhl-DNA-Tests sind ein weiterer Ansatz, da CRC und präkanzeröse Polypen Zellen in den Verdauungstrakt abgeben, wodurch molekulare Tests krebsassoziierte genetische Mutationen und Methylierungsmuster im Stuhl nachweisen können.

Diese Tests haben eine höhere Sensitivität als ältere Stuhlbluttests und können Krebs früher erkennen. Standardverfahren wie Koloskopie und Tests auf okkultes Blut im Stuhl bilden seit Langem das Rückgrat des CRC-Screenings, doch eine Koloskopie erfordert Darmvorbereitung, einen Klinikbesuch und Sedierung, was für viele Menschen Hürden darstellen kann. Stuhlbasierte Tests sind einfacher, suchen jedoch nach Blut, das in frühen Krankheitsstadien nicht immer vorhanden ist. Aufgrund dieser Einschränkungen bleibt die Teilnahme am Screening selbst unter Risikogruppen in Indien gering; die Inanspruchnahme der Koloskopie wird unter Alltagsbedingungen auf unter 10% geschätzt.

Personalisiertes Screening zur genetischen Risikoprofilierung ist inzwischen verfügbar. Während die meisten CRC-Fälle sporadisch auftreten, wird ein Teil durch erbliche genetische Faktoren beeinflusst, und manche Personen können Genvarianten tragen, die ihr Lebenszeitrisiko für die Entwicklung eines CRC erhöhen, selbst wenn sie keine Symptome haben. Fortschritte in der Genomik ermöglichen die Entwicklung von Risikoscores, die Informationen aus vielen Genvarianten kombinieren, um die Wahrscheinlichkeit abzuschätzen, dass eine Person an CRC erkrankt.

Heute kann das genetische Risiko mithilfe gezielter Genpanels für erbliche Krebserkrankungen beurteilt werden, die Gene analysieren, die bekanntermaßen mit einer Anfälligkeit für Darmkrebs verbunden sind, etwa solche, die an DNA-Reparaturwegen beteiligt sind. Mit erblichen kolorektalen Krebssyndromen verbundene Multigen-Panels umfassen APC, MLH1, MSH2, MSH6, PMS2, MUTYH, PTEN, SMAD4 und STK11 und können zur Steuerung von Screening und Behandlung eingesetzt werden.

Eine Früherkennung kann die Behandlung erleichtern und kostengünstiger machen. Wird CRC in einem lokal begrenzten Stadium entdeckt, können die Überlebensraten bis zu 90% betragen, verglichen mit deutlich niedrigeren Überlebenschancen bei einer späten Diagnose. Die Einbindung genetischer Screening-Verfahren in breiter angelegte Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit könnte zudem Dateninitiativen wie den Bharat Cancer Genome Atlas und den Indian Cancer Genome Atlas (ICGA) unterstützen, die darauf abzielen, für die indische Bevölkerung spezifische genetische Muster besser zu verstehen und bevölkerungsspezifische Strategien zur Früherkennung zu ermöglichen.

Related Entities

Related Articles

References

  1. Recent advances in genetics to identify DNA changes directly linked to cancer development in CRC · pharmabiz.com
  2. New knowledge on heritability paves the way for better treatment of chronic inflammatory ... · medicalxpress.com
  3. Rise of prediagnostic molecular profiling in inflammatory bowel disease-can we close the ... · pubmed.ncbi.nlm.nih.gov