FDA erteilt beschleunigte Zulassung für erste Therapie gegen neurologische Auswirkungen des Hunter-Syndroms

Die FDA hat Denali Therapeutics' Avlayah (tividenofusp alfa-eknm) eine beschleunigte Zulassung erteilt – die erste Therapie, die sich gegen die neurologischen Symptome des Hunter-Syndroms richtet. Die Zulassung basiert auf einem Surrogatendpunkt (Reduktion von Heparansulfat im Liquor), für die vollständige Zulassung werden Ergebnisse einer bestätigenden Studie benötigt. Der globale Markt für Hunter-Syndrom-Behandlungen soll bis 2033 2,6 Milliarden Dollar erreichen.

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Avlayah (tividenofusp alfa-eknm) von Denali Therapeutics eine beschleunigte Zulassung erteilt. Dies ist das erste Medikament, das zur Behandlung der neurologischen Symptome des Hunter-Syndroms (Mukopolysaccharidose Typ II) zugelassen wurde – eine seltene genetische Erkrankung, die in den Vereinigten Staaten etwa 500 Menschen betrifft.

Zuvor stand ausschließlich Takedas Enzymersatztherapie Elaprase zur Verfügung, die lediglich die körperlichen Manifestationen der Erkrankung behandelte und keinen Einfluss auf die kognitive Beeinträchtigung hatte. Avlayah wird einmal wöchentlich intravenös verabreicht und ist zur Behandlung von Kindern mit präsymptomatischen oder symptomatischen Stadien der Erkrankung zugelassen.

Die beschleunigte Zulassung basierte auf einer Reduktion von Heparansulfat – einem Zuckermolekül, das sich bei der Erkrankung ansammelt und mit Organschäden assoziiert ist – im Liquor cerebrospinalis. Die FDA betrachtet diesen Surrogatmarker als wahrscheinlich klinischen Nutzen vorhersagend. Denali Therapeutics führt eine bestätigende Studie durch; die vollständige Zulassung hängt von deren Ergebnissen ab. Die Verschreibungsinformationen für Avlayah enthalten einen „Boxed Warning" zum Risiko schwerer allergischer Reaktionen.

Das Unternehmen hat den Preis auf 5.200 Dollar pro 150-mg-Flasche festgelegt. Die Therapie wird in Kürze in den USA verfügbar sein. Nach der Bekanntmeldung stiegen die Aktien von Denali Therapeutics um 8,4 %.

Die regulatorische Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter Anforderungen an die Zulassung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen. Die Leiterin des Center for Biologics Evaluation and Research (CBER) hat sich wiederholt gegen den Einsatz von Surrogatendpunkten ausgesprochen und tritt Ende April zurück.

Der globale Markt für Hunter-Syndrom-Behandlungen belief sich 2023 auf etwa 1,5 Milliarden Dollar und soll bis 2033 2,6 Milliarden Dollar erreichen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 5,5 %. Nordamerika macht mehr als 38 % des globalen Umsatzes aus, mit einem Marktwert von etwa 0,5 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Die Enzymersatztherapie dominierte als Behandlungskategorie und machte mehr als 76 % des gesamten Marktanteils aus.

Aufkommende Trends bei der Behandlung des Hunter-Syndroms umfassen einmalige Gentherapie-Modalitäten mit Adeno-assoziierten-Viren-Vektoren wie RGX-121, die zur Lieferung eines funktionellen IDS-Gens evaluiert werden. Auch eine intrathekale Enzymersatztherapie wurde erforscht, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und zentralnervöse Manifestationen gezielt zu behandeln, wobei idursulfase-IT 2009 von der FDA einen Orphan-Arzneimittel-Status erhielt.

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References

  1. Huntington's Disease Market: Expanding Revenue Landscape to 2036 – DelveInsight - Barchart.com · barchart.com
  2. First therapy for neurological effects of Hunter syndrome gets green light in the US · gxpnews.net
  3. Hunter Syndrome Treatment Market Forecasted at US$ 2.6 Billion by 2033 · media.market.us