FDA gewährt Priority Review für Bictegravir/Lenacapavir als HIV-Einzeltabletten-Regime
Die FDA hat den Zulassungsantrag für Bictegravir/Lenacapavir (BIC/LEN) von Gilead zur Priority Review angenommen. Das einmal täglich einzunehmende Einzeltabletten-Regime zur HIV-1-Behandlung zeigte in den Studien ARTISTRY-1 und ARTISTRY-2 Nichtunterlegenheit. Der PDUFA-Zieltermin wurde auf den 27. August 2026 festgelegt.
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat den Antrag auf Zulassung (NDA) für Bictegravir 75 mg/Lenacapavir 50 mg (BIC/LEN) zur Priority Review angenommen. Es handelt sich um ein einmal täglich einzunehmendes Einzeltabletten-Regime zur Behandlung von HIV-1 bei virologisch supprimierten Erwachsenen. Als Zieltermin nach dem Prescription Drug User Fee Act (PDUFA) wurde der 27. August 2026 festgelegt.
Die Kombinationstherapie vereint Bictegravir, einen Integrase-Strangtransfer-Inhibitor (INSTI), und Lenacapavir, einen Kapsid-Inhibitor. Der Zulassungsantrag wird durch Daten aus den Studien ARTISTRY-1 und ARTISTRY-2 gestützt.
An ARTISTRY-1 nahmen Erwachsene mit HIV teil, die unter komplexen Regimen virologisch supprimiert waren (HIV-1-RNA <50 Kopien/ml). Die Studienteilnehmer (N=557) wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und wechselten entweder auf einmal täglich BIC/LEN (n=371) oder setzten ihr stabiles Ausgangsregime fort (n=186). In der Studie wiesen 0,8 % der mit BIC/LEN behandelten Patienten einen HIV-1-RNA-Spiegel von ≥50 Kopien/ml auf, verglichen mit 1,1 % der Patienten, die ihr Ausgangsregime fortsetzten – die Nichtunterlegenheit wurde erreicht. Darüber hinaus führte die Behandlung mit BIC/LEN zu einem medianen Rückgang des Gesamtcholesterins um 15 mg/dl, während es unter dem Mehrfachtabletten-Regime zu einem medianen Anstieg um 2 mg/dl kam.
An ARTISTRY-2 nahmen Erwachsene mit HIV teil, die unter Bictegravir/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (B/F/TAF) virologisch supprimiert waren. Die Studienteilnehmer (N=574) wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und wechselten entweder auf einmal täglich BIC/LEN (n=383) oder setzten die B/F/TAF-Therapie fort (n=191). Die Behandlung mit BIC/LEN war B/F/TAF nicht unterlegen: 1,3 % der mit BIC/LEN behandelten Patienten wiesen einen HIV-1-RNA-Spiegel von ≥50 Kopien/ml auf, verglichen mit 1,0 % der mit B/F/TAF behandelten Patienten. Die CD4-Zellzahl blieb stabil, und der Wechsel auf BIC/LEN hatte keinen signifikanten Einfluss auf das Körpergewicht.
Ergebnisse einer Resistenzanalyse aus ARTISTRY-2 (n=4; 2 Patienten aus jeder Behandlungsgruppe) zeigten, dass bei 3 der 4 Teilnehmer (1 BIC/LEN- und 2 B/F/TAF-Teilnehmer) bis Woche 48 keine behandlungsbedingte Resistenz nachgewiesen wurde. Ein Patient in der BIC/LEN-Gruppe entwickelte eine isolierte Integrase-Substitution ohne phänotypische Resistenz. Es wurden keine Kapsid-Mutationen festgestellt.
Der primäre Endpunkt beider Studien war der Anteil der Patienten mit HIV-1-RNA ≥50 Kopien/ml in Woche 48, bestimmt nach dem von der US-FDA definierten Snapshot-Algorithmus (Nichtunterlegenheitsspanne: 4 %).