Gepoolte Analyse zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede beim Ansprechen auf intranasales Esketamin bei TRD

Eine gepoolte Analyse von fünf randomisierten Studien zeigte, dass intranasales Esketamin bei Erwachsenen mit TRD die MADRS-Werte bei beiden Geschlechtern verbesserte. Frauen zeigten gegen Studienende stärkere Verbesserungen und höhere Chancen auf ein Therapieansprechen.

Esketamin verbesserte in einer gepoolten Analyse von fünf randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien bei Erwachsenen mit therapieresistenter Depression (TRD) die Gesamtwerte auf der Montgomery–Åsberg Depression Rating Scale (MADRS) bei beiden Geschlechtern. Gegen Ende der Studien zeigten Frauen in beiden Studienarmen, sowohl unter Placebo als auch unter Esketamin, stärkere Verbesserungen der MADRS-Gesamtwerte und höhere Wahrscheinlichkeiten für ein Therapieansprechen als Männer. Bei Männern zeigte sich unter Esketamin an Tag 2 eine signifikante Verringerung der Traurigkeitssymptome.

In die Analyse wurden Erwachsene mit TRD eingeschlossen, die über vier Wochen zweimal wöchentlich intranasales Esketamin oder Placebo zusätzlich zu einem neu begonnenen oralen Antidepressivum erhielten. Untersucht wurden die Auswirkungen des bei Geburt zugewiesenen Geschlechts auf den Schweregrad der Depression insgesamt, gemessen anhand der MADRS-Gesamtwerte, in vier Symptomfaktoren: Traurigkeit, negative Gedanken, Distanzierung und neurovegetative Symptome, sowie auf die Raten des klinischen Ansprechens und der Remission.

Frauen zeigten am Ende der Studien zudem ausgeprägtere Rückgänge bei den Faktoren Traurigkeit und Distanzierung sowie an Tag 15 beim neurovegetativen Faktor, unabhängig von der Behandlungsgruppe. Den Ergebnissen zufolge beeinflusst das bei Geburt zugewiesene Geschlecht das allgemeine Ansprechen auf Antidepressiva und prägt den Verlauf sowie das Symptomprofil der Besserung.

Laut der Arbeit wurde Esketamin 2019 von der FDA und in Europa sowie 2020 von Health Canada zur Behandlung der TRD in Kombination mit einem oralen Antidepressivum zugelassen; 2025 erfolgte durch die FDA zudem die Zulassung als Monotherapie. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, das bei Geburt zugewiesene Geschlecht als zentrale Variable bei der Optimierung von Behandlungsstrategien für TRD und der Weiterentwicklung einer präzisionsorientierten psychiatrischen Versorgung zu berücksichtigen.

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References

  1. Attention to sex differences, relapse needed in early-stage studies of medication to treat ... · medicalxpress.com
  2. Ketamine and Esketamine in Neurology and Psychiatry: An Overview | Cureus · cureus.com
  3. Sex differences in placebo and antidepressant response to intranasal esketamine for ... - Nature · nature.com